Yoga-Lehrerin Kathrin Pilgrim hat auf digitale Angebote umgestellt
Sonnengrüße via Zoom

Greven/Reckenfeld -

Normalerweise würde sie jetzt Yoga-Stunden in ihrem Studio geben. Aber normal ist derzeit eben nichts. Ihr Studio hat Kathrin Pilgrim im Sommer aufgeben müssen, sie setzt auf Online-Unterricht.

Mittwoch, 09.12.2020, 10:00 Uhr aktualisiert: 09.12.2020, 10:48 Uhr
Kamera an und los: Kathrin Pilgrim macht in in ihrem privaten Studio Übungen (Asanas) vor, per GoPro wird das ins Internet gestreamt.
Kamera an und los: Kathrin Pilgrim macht in in ihrem privaten Studio Übungen (Asanas) vor, per GoPro wird das ins Internet gestreamt. Foto: Oliver Hengst

„Das hätte ich vorher auch nicht gedacht, dass ich mal hier vor einer Kamera sitzen und Live-Videos machen würde.“ Und doch ist das gerade die neue Normalität für Yoga-Lehrerin Kathrin Pilgrim.

Die Reckenfelderin (früher Kathrin Hermes) hatte ein Yoga-Studio in Greven. Drei Jahre lief es gut, dann kam Corona. „Aufgrund der Größe war es nicht möglich, dort die Abstandsregeln einzuhalten“, sagt sie. Sie musste ihre „Yogaliebe“ schließen, ein schmerzhafter Einschnitt. Anschließend mietete sie stundenweise Räume in Greven und Reckenfeld an, um dort Kurse anzubieten. Inzwischen setzt sie ausschließlich auf die Online-Variante. „Es ist ein Strohhalm“, sagt sie. Nicht mehr, nicht weniger. Leben könne man von den Einkünften nicht, es gehe eher darum, weiter Kontakt zu ihren „Yogis“ zu halten, das Band nicht ganz abreißen zu lassen. Denn irgendwann, so hofft die junge Frau, werden auch wieder Präsenzveranstaltungen möglich sein.

Für ihre Online-Stunden hat sie erstmal technisch aufrüsten müssen, hat Laptop, Kamera, Mikros und Studiolampen angeschafft und sich ins Thema Videoschnitt eingearbeitet. Anfangs war vieles ungewohnt. Inzwischen klemmt sie sich das Mikro ganz selbstverständlich ans Shirt und legt los – in einem eigens dafür eingerichteten Raum zuhause. Das Schild aus dem früheren Studio „Yogaliebe“ steht auf einem Regal.

Neben Videos, die immer abrufbar sind (ähnlich einer Mediathek) gibt es auch Live-Stunden via Zoom. „Da ist dann auch Interaktion möglich“, sagt Kathrin Pil­grim. Angelegt ist das als offenes Kurssystem. Wie oft man teilnimmt (und dann dafür zahlt) bestimmen die Teilnehmerinnen.

Die staatlichen Fördertöpfe für Selbstständige sind für die Reckenfelderin (noch) keine echte Hilfe. Die so genannte Überbrückungshilfe etwa übernehme nur die Fixkosten. Nach der Aufgabe des Studios hat sie aber so gut wie keine Fixkosten mehr. Ein Dilemma. „Ich weiß nicht, wie ich das alles wieder reinholen soll.“

Trotz oder gerade wegen der Sorgen in der Corona-Zeit sei es wichtig, Stress zu reduzieren, sich gesund zu ernähren, sich etwas Gutes zu tun. Warum nicht mal Yoga ausprobieren? „Für jeden ist Yoga etwas anderes“, erläutert die Expertin. Bei manchen überwiege der Fitness-Gedanke, anderen gehe es mehr um Entspannung. „Es ist ein ganzheitliches System, um Körper und Seele gesund zu halten. Jeder kann Yoga machen,“ sagt Kathrin Pilgrim.

In der Krise sucht sie auch den Austausch mit anderen. Weil es Halt gibt, aber auch, weil es mehr Reichweite bringt. Für eine nahende Veranstaltung hat sie sich zum Beispiel mit elf Yoga-Studios aus ganz NRW zusammengeschlossen. Am kommenden Samstag (19.30 Uhr) gibt es das jährliche „Mantra-Singen“ – auch dies online. Das meditative Singen öffne das Herz, erläutert Kathrin Pilgrim. Für die Teilnahme sei ein Betrag zu zahlen, den man sich teilen könne (Motto: „Eintritt pro Bildschirm“). Zudem erbitte man Spenden für ein Projekt für Kinder in Nepal.

 

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7715301?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686824%2F
Nachrichten-Ticker