Maria und Berthold Berkenheide führen den Reitstall Berkenheide seit 25 Jahren
Alles Glück dieser Erde . . .

Greven -

Der Hof Berkenheide ist ein echter Familienbetrieb: Trotz vier Teilzeitkräften liegt die Hauptlast beim Unternehmer-Paar und der familiären Unterstützung.

Mittwoch, 09.12.2020, 11:00 Uhr
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B Foto: Pia Weinekötter

Alles Glück dieser Erde liegt auf dem Rücken der Pferde. Dieses Sprichwort stammt wohl aus dem Jahre 1851. Fast genauso lange sind die Berkenheides schon auf ihrer Hofstelle Am Mühlenbach 46 ansässig. „Der Name wird 1858 das erste Mal urkundlich erwähnt“, weiß Maria Berkenheide um die Ursprünge ihrer Familie. „Der Hof an sich geht wahrscheinlich sogar bis ins 14. Jahrhundert zurück“, erklärt ihr Mann Berthold Berkenheide.

Als gelernter Landwirt zeichnet der 60-Jährige für die landwirtschaftliche Seite des Unternehmens verantwortlich. Denn parallel zum Pferdebetrieb wird hier nach wie vor Landwirtschaft betrieben: ein paar Rinder, Getreide- und Kartoffel-Anbau sowie Wiesen- und Weidewirtschaft. Schon seit den 90er Jahren wird hier nachhaltige Landwirtschaft betrieben – zu einem Zeitpunkt, als das Wort Nachhaltigkeit noch nicht in vielen Mündern war.

„Wir sind quasi Selbstversorger“, erklärt der Landwirt, „Gerste und Hafer werden für die Pferde angebaut, Heu und Stroh stammt auch von unserem Land, die Kartoffeln gehen allerdings in den Direktvertrieb über den Hofladen und den Kartoffelautomaten, im Dezember folgt unser Weihnachtsbaum-Verkauf. Und der kompostierte Pferdemist wird dann als Dünger auf die Felder ausgebracht – so schließt sich der Kreislauf.“

Ist Maria Berkenheide als klassisches Pferde-Mädchen aufgewachsen? „Nein“, schmunzelt die 57-Jährige, „ich war keine Reiterin und zum Reitstall kam ich wie die Jungfrau zum Kinde.“

Der Hof brauchte eine neue Halle für Maschinen. Doch die alleinige Nutzung für Schlepper, Anhänger, Mähdrescher, Presse machte wirtschaftlich keinen Sinn.

So bot sich als Zusatznutzung ein Stall für Pensionspferde an – und am 1. Juni 1995 eröffnete der Reitstall. Aus den anfänglichen 12 Pensionspferden wurden mittlerweile rund 40. Der Service umfasst füttern, Stall einstreuen und ausmisten sowie den Weidegang, und den sogar ganzjährig, also auch im Winter. „Das schätzen unsere Einsteller sehr“, weiß Maria Berkenheide, „und halten uns schon lange die Treue: unser ältestes Pony Nougat ist mit seinen 30 Jahren fast von Anfang an dabei und mittlerweile kommen auch schon die Kinder unserer ersten Reitschüler zu uns.“

Doch es blieb nicht nur beim Pensionsbetrieb. Schnell mehrten sich die Anfragen, ob nicht auch Reitunterricht möglich wäre.

Und es war möglich: anfangs mit externen Trainern, dann mit Maria Berkenheide als Reitlehrerin. „Ich wollte mir nicht immer von den anderen was vom Pferd erzählen lassen, deshalb habe ich selber reiten gelernt und auch meine Reittrainer-Prüfung abgelegt“, erklärt Maria Berkenheide mit einem Augenzwinkern. Das pädagogische Rüstzeug brachte sie als Lehrerin für Biologie, Chemie und katholische Religion auf jeden Fall schon mal mit.

Und von der Liebe zu den Pferden zeugt die Verbundenheit mit ihrer temperamentvollen Stute Evita. Seit nun mehr 25 Jahren dreht sich in der Reithalle und den Außenanlagen alles um die acht Schulpferde und die kleinen und großen Reiter.

„Die Jüngsten beginnen als Vierjährige mit dem Voltigier-Unterricht oder als Sechsjährige mit dem Reitunterricht – anfangs noch an der Longe, bis sie in der Abteilung mitreiten können“, erklärt die dreifache Mutter. In Ausnahmefällen erfolgt auch Einzelunterricht als Vorbereitung für Dressur- oder Spring-Turniere. Zudem kommen im Vormittagsbereich auch eine Förderschule und zwei Kindertagesstätten zum Reiten vorbei.

Der Hof Berkenheide ist ein echter Familienbetrieb: Trotz vier Teilzeitkräften liegt die Hauptlast beim Unternehmer-Paar und der familiären Unterstützung durch Maria Berkenheides Mutter, Hedwig, und Tochter Maren, die als Reiterin auch viel Zeit auf dem Rücken ihres Pferdes Rosi verbringt.

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