Erstimpfung wegen Produktionsengpässen verschoben
Frust in den Grevener Seniorenheimen

Greven/Reckenfeld -

Wegen der Lieferengpässe beim Impfstoff gegen Corona muss im Haus Marienfried der Impftermin verschoben werden. Schon zum zweiten Mal.

Freitag, 22.01.2021, 06:49 Uhr aktualisiert: 22.01.2021, 09:54 Uhr
Erste Impfung im St. Gertrudenstift.
Erste Impfung im St. Gertrudenstift. Foto: Privat

„Das ist außerordentlich ärgerlich für die Bewohner, Mitarbeiter und die Angehörigen. Dr. Susanne Sünderkamp, Geschäftsführerin der Seniorenheime St. Getrudenstift, Haus Mariengrund in Reckenfeld und St. Augustinus in Nordwalde, ist deutlich frustriert. Wegen Lieferschwierigkeiten für den Biontech-Impfstoff gegen Corona sind die geplanten Impftermine in den Häusern verschoben worden.

Bereits Corona-Fälle

Besonders ärgerlich sei das für das Haus Marienfried, in dem es derzeit mehrere Fälle von mit Covid-19 infizierten Bewohnern und Mitarbeitern gebe. Hier war schon Anfang Januar ein geplanter Termin abgesagt worden, weil es damals einen Corona-Fall gab. Jetzt wurde vom NRW-Gesundheitsministerium der Ersatztermin am kommenden Sonntag gestrichen.

Auch der Impftermin für die Tagespflege in Greven wurde gestrichen, sagt Sünderkamp. Deren Besucher hätten sich die Fahrt zum Impfzentrum des Kreises am FMO im Februar ersparen können und sollten direkt in Greven geimpft worden.

„Wir haben alles richtig gemacht“, sagt die Geschäftsführerin. Tatsächlich werden die Lieferungen des Impfstoffs erst ab Freitag ausgesetzt. Gestern hätte noch eine Ladung in Haus Augustinus in Nordwalde kommen sollen. Die Bestellung sei über die kassenärztliche Vereinigung gelaufen, der Kreis habe zugestimmt – aber dann habe es ein EDV-Problem beim Logistikunternehmen gegeben. Der Fehler in der Lieferkette sorgte nun hier dafür, dass Bewohner auf die möglicherweise lebensrettende Impfung verzichten müssen.

Hoffen auf zweite Impfung

Jetzt hofft Sünderkamp nur, dass die notwendige Zweitimpfung im St. Gertrudenstift stattfinden kann. Der Termin ist für den kommenden Samstag vorgesehen. Im Vorfeld hatte das NRW-Ministerium allerdings mitgeteilt, dass trotz der Engpässe ausreichend Material für die Zweitimpfung vorhanden sei.

Der Krankenstand im Haus Marienfried hat sich leicht gebessert. In dieser Woche habe es einen Flächenabstrich gegeben, so Sünderkamp: „Es gibt drei weitere erkrankte Bewohner, aber keine Mitarbeiter.“ Dafür seien Bewohner aus der Isolation wieder entlassen worden. Weitere Todesfälle habe es nicht gegeben.

Susanne Sünderkamp kann gut verstehen, wenn sich manche Angehörige über die neue Lage Luft machen. Sie sorgen sich darum, dass während der Wartezeit weiter die Gefahr einer Ansteckung bleibe: „Impfen ist das Einzige, dass uns aus unserer Lage herausbringen kann.“

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