Reaktionen und Bewertungen
„Endlich Zahlen und Fakten“

Greven -

Wie werden sich die Schülerzahlen in Greven entwickeln? Eine spannende Debatte mit mehreren Unbekannten.

Samstag, 06.02.2021, 06:00 Uhr
Mitte des Jahrzehnts erreichen die Zahlen in den Grundschulen ihren Höhepunkt, in den weiterführenden Schulen entsprechend erst gegen Ende der 2020er Jahre.
Mitte des Jahrzehnts erreichen die Zahlen in den Grundschulen ihren Höhepunkt, in den weiterführenden Schulen entsprechend erst gegen Ende der 2020er Jahre. Foto:  Grafiken: Stadt Greven

„Das sind Zahlen und Fakten, auf die wir schon eine Weile gewartet haben“, sagte Olaf Wirl (Freie Wähler) zu den Schülerzahl-Prognosen. Viele Ausschussmitglieder schlossen sich an und dankten, dass nun endlich die gewünschte Basis für weitere Entscheidungen vorliegen. Doch wie soll man die Zahlen bewerten? Da gingen die Meinungen auseinander.

Grundsätzliche Bedenken meldete Michael Gries (CDU) an. Er erwartet, dass die Schülerzahlen noch höher liegen werden. „Wir haben alle Prognosen bei den Kindergärten über den Haufen werfen müssen.“ Beigeordneter Cosimo Palomba aber führte aus, dass die ausklingende Wanderung das realistischste Szenario sei.

Zügigkeit begrenzen

Moritz Hauschild (Linke) warf die Frage auf, ob man nicht die Zügigkeit der Schulen begrenzen oder zurückfahren (statt ausdehnen) könne, um so die Gründung einer neuen Schule zu begründen. „Eine ganz spannende Frage“, sagte Frank Hänel. Man werde das mit der Bezirksregierung besprechen. Palomba warf gleichwohl ein, dass eine Neugründung schon wegen des Lehrermangels („Das ist der Flaschenhals“) schwierig werden dürfte.

„Mehr Flexibilität“ bei der Frage der Konfessionsgebundenheit der Grundschulen ist für Ulrich Stratmann (Unser Greven) vonnöten. Er regte eine Elternbefragung an. Die ist laut Hänel möglich, mehr als 50 Prozent der Eltern einer Schule müssen sich für eine Änderung aussprechen, um den Status der Bekenntnisschule abzulegen. Die Frage der Religionszugehörigkeit hatte zuletzt an der (katholischen) Mariengrundschule für Verdruss gesorgt, weil bei den Aufnahmen nach der Religion der Kinder entschieden werden musste. „Wir mussten erstmals Kinder ablehnen, für die wir die nächste Schule wären“, bedauerte Schulleiterin Marita Lödde-Wilken. Laut Elternvertreter Harald Axel Amelang hat es bereits Gespräche innerhalb der Elternschaft zu dieser Frage gegeben – aber erst kürzlich. „Als die Anmeldezahlen gepasst haben, war das nicht das dominierende Thema.“

Nach Emsdetten

Nach der Zahl der Grevener Kinder an der Emsdettener Hauptschule erkundigte sich Claudia Brörmann (Grüne). Sie erfuhr: Jedes Jahr werden zwei bis drei für die fünfte Klasse angemeldet, „der Rest sind Schulformwechsler, die im Laufe der Jahre dazukommen“, betonte Fachbereichsleiterin Beate Tenhaken. Insgesamt besuchten rund 70 bis 80 Grevener Kinder die Emsdettener Hauptschule, verteilt über alle Jahrgänge.

Für Ernst Reiling (Reckenfeld direkt) sind nicht nur kleine Klassen wichtig, sondern auch ein Teilstandort einer weiterführenden Schule in Reckenfeld. „Meines Wissens hat der Schulträger da relativ große Freiheiten.“

Stevens Gomes (SPD) mahnte an, die Sanierung von West 1 des Gymnasiums nicht aus den Augen zu verlieren. Hierzu habe die Verwaltung leider „keine Aussagen“ gemacht, dabei „gab es genug Druck aus der Elternschaft“. Die Perspektive von West 1 hänge jedoch auch vom Schulentwicklungsprozess ab, verdeutlichte Frank Hänel. Eine Sanierung sei ebenso denkbar wie ein Abriss und Neubau oder eine Sanierung nebst kleinem Neubau. Auch Anne Sprakel wies auf eine nach wie vor große Raumnot an ihrer Josefschule hin. Deshalb warb sie für baldige Entschlüsse und rasches Handeln.

Kommentar: Praktikable Lösungen

 

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