Bewährungsstrafe
32-jähriger Grevener verbreitet Kinder- und Jugendpornografie

Greven/Steinfurt -

Das Amtsgericht Steinfurt verurteilte einen Maler und Lackierer aus Greven am Mittwoch zu einer Bewährungs- und Geldstrafe, weil er kinderpornografische Dateien besessen und verbreitet hat.

Freitag, 19.02.2021, 14:01 Uhr aktualisiert: 19.02.2021, 14:10 Uhr
Bewährungsstrafe: 32-jähriger Grevener verbreitet Kinder- und Jugendpornografie

Etwa 100 Bilder und mehr als 30 Videos mit kinder- und jugendpornografischen Inhalt hatte ein 32 Jahre alter Grevener auf seinem Smartphone, Tablet und Laptop gespeichert und einige davon auch weiterverbreitet. Die Dateien hatte er vom 5. Dezember 2019 bis zum 15. Juni vergangenen Jahres, dem Tag, als alles aufflog, heruntergeladen und teilweise weiter verschickt. Das Amtsgericht Steinfurt verurteilte den wegen Trunkenheit am Steuer vorbestraften Maler und Lackierer am Mittwoch zu einer Bewährungs- und Geldstrafe.

Auf Bildern und Videos waren Geschlechtsakte zwischen erwachsenen Männern im Alter von 25 bis 40 Jahren und jungen Mädchen im Alter von vier bis zwölf Jahren zu sehen.

Übermäßiger Drogenkonsum

„Es wird alles eingeräumt“, ergriff der Verteidiger sofort das Wort. „Ich bin durch Zufall bei der Suche nach Sexkontakten darauf gestoßen. Ich habe ein Drogenproblem. Wenn ich auf Droge bin, weiß ich nicht genau, was ich mache“, schob der Angeklagte seine Taten auf den übermäßigen Genuss von Amphetaminen, Cannabis und Alkohol.

Außerdem bezweifelte er, dass einige Mädchen so jung gewesen seien. „Ich habe mir die Bilder und Videos angeschaut. Das Alter ist unzweifelhaft“, unterstrich die Richterin und fragte den Täter, seit wann er Drogen konsumiere. Seit seinem zwölften Lebensjahr nehme er Drogen. Bevor er im vergangenen Jahres eine Therapie in der Lengericher Suchtklinik absolviert habe, hätte er etwa zehn Gramm Amphetamine, drei bis fünf Gramm Cannabis und zusätzlich Alkohol pro Woche zu sich genommen. „Nach der Therapie habe ich nichts mehr genommen“, sagte der Angeklagte, dessen Führerschein eingezogen worden war.

Geldstrafe und Suchttherapie

Die Staatsanwältin forderte eine Bewährungsstrafe in Höhe von acht Monaten, 1800 Euro Geldstrafe und eine Suchttherapie. Außerdem verlangte sie die Einziehung des Smartphones, des Tablets und des Laptops. „Mein Mandant ist nicht der typische Verbrecher. Er ist aufgrund seines Drogenkonsums da reingeschliddert“, plädierte sein Verteidiger dafür, dass die Geldstrafe nicht Bestandteil des Urteils ist.

„Es tut mir leid. Ich schäme mich dafür“, waren die „letzten“ Worte des Angeklagten. Die Richterin orientierte sich in ihrem Urteil an die Forderung der Vertreterin der Anklage. Allerdings setzte sie die Geldstrafe auf „nur“ noch 1500 Euro fest, die der 32-jährige Grevener an den Deutschen Kinderschutzbund zahlen muss. „Außerdem verlange ich, dass sie die Suchttherapie belegen.“

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