Das Haus Terfloth, heute Nordhorn
Als Greven einen Hafen hatte

Greven -

Das ehemalige Haus Terfloth, heute Nordhorn, hat eine besondere historische Bedeutung für die Stadt Greven, weil es das letzte heute noch erhaltene bauliche Zeugnis des Ems-Hafens ist. Von Hans-Dieter Bez
Freitag, 19.02.2021, 19:47 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 19.02.2021, 19:47 Uhr
Das Haus Terfloth/Nordhorn, so wie es über Jahrhunderte ausgesehen hat.
Das Haus Terfloth/Nordhorn, so wie es über Jahrhunderte ausgesehen hat. Foto: Günter Benning
Das für Greven sehr alte Haus an der Ecke Martinistraße / Kardinal von Galen-Straße wurde vermutlich um 1800 gebaut. Es hat eine besondere historische Bedeutung für die Stadt, weil es das letzte heute noch erhaltene bauliche Zeugnis des Ems-Hafens ist. Jetzt soll es dem Vernehmen nach abgerissen werden, um Platz zu machen für ein neues Wohngebäude. Die Familie Terfloth ist bereits seit Beginn des 18. Jahrhunderts im Dorf Greven bekannt und mit der Geschichte des Dorfes wirtschaftlich und politisch eng verbunden. Der Erbauer dieses Hauses war Joannes Bernard Herman Terfloth (1745-1818). Er war in erster Ehe verheiratet mit Maria Elisabeth Hollmann, in zweiter Ehe mit Catharina Elisabeth geb. Flüte. Erbaut 1780 in der Nähe des Hafens Terfloth handelte mit Spezereien, also mit verschiedenen Gewürzen, und vor allem mit Holz. Dieses Holz bezog er im Umland und per Floß und lieferte es weiter ins Emsland und in die Niederlande, wo es zum Schiffsbau verwendet wurde. Auch die Gewürze bezog er auf dem Weg über die Ems. Deshalb baute er um 1780 in der Nähe des Grevener Hafens ein Haus, das bis heute erhalten und uns als „Haus Nordhorn“ bekannt ist. Joan Bernd Terfloth war auch politisch tätig. So war er von 1779 bis 1794, also noch zur fürstbischöflichen Zeit, einer der vier Grevener Rottmeister, also ein Dorfvorsteher. Sein Sohn Joannes Bernard Herman (1787–1854) baute im Jahre 1825 an der Ecke Rathausstraße / Alte Münsterstraße „das heute unter Denkmalschutz stehende Anwesen als Wohnung und Bürohaus. Keller und Nachbarhaus dienten als Lager. Seine Waren bezog er aus Übersee und transportierte sie auf dem Wasserweg bis Greven. Von hier aus nutzte er Fuhrunternehmen für den Weitertransport auf dem Landweg.“ Als 1890 der münsterische Kanalhafen eröffnet wurde, wurde die Firma nach Münster umgesiedelt und umbenannt in „Terfloth & Snoek“, später in „Ratio“.
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