Helm van Hahm lädt zu musikalischen Wanderungen in den Bockholter Bergen ein
„Die Vögel stimmen mit ein“

 Greven -

Helm van Hahm ist ein Gitarrist aus Leidenschaft. Neuerdings auch in Feld und weiter Flur. Er lädt zum musikalischen Naturerlebnis in den Bockholter Bergen ein

Samstag, 27.02.2021, 14:10 Uhr aktualisiert: 05.03.2021, 20:00 Uhr
Helmut Hahm alias Helm van Hahm spielt gerne in der Natur. Bevorzugt in den Bockholter Bergen.
Helmut Hahm alias Helm van Hahm spielt gerne in der Natur. Bevorzugt in den Bockholter Bergen. Foto: van Hahm

Helm van Hahm (54) ist Musiker. Viele Jahre war der gebürtige Paderborner Musiklehrer an verschiedenen Musikschulen. Parallel spielte er als Musiker bei Soloauftritten, Bands oder als Begleitung bei Krimilesungen. Sein aktuelles Projekt: Musikalische Wanderungen, zum Beispiel in den Bockholter Bergen. Mit dem Künstler, der in Münster lebt, sprach unser Redaktionsmitglied Günter Benning.

 

Extragitarre für große Hände

Was hängt da für eine Gitarre an Ihrer Wand?

van Hahm: Die ist vom Gitarrenbauer Albert Müller aus dem Taunus. Eine Extraanfertigung für mich, weil ich so große Hände habe.

Ungewöhnlich, dass Sie sich ausgerechnet im Corona-Jahr selbstständig machen?

van Hahm: Ja, das haben mich viele gefragt. Aber es hat schon vor Jahren angefangen. Letztes Jahr hat alles gepasst, natürlich auch das Wirtschaftliche. Kleiner Ausflug zur Philosophie: Für jeden Menschen ist entscheidend, dass er das tut, weswegen er auf der Welt ist.

Spielen Sie in Bands oder solo?

van Hahm: Ich habe in vielen Bands gespielt, aber auch viele Wortkünstler begleitet. In den letzten Jahren habe ich mit einem Krimiautor gearbeitet – konzertante Krimiaufführungen. Früher war ich mit dem Gitarrenduo Helm & Heik und in der Band von Roger Trash unterwegs.

Wie sind Sie dazu gekommen, Wandern und Musizieren zu verbinden?

Am Stadtrand aufgewachsen

van Hahm: Ich war immer sehr naturverbunden. Ich bin in Paderborn am äußertesten Stadtrand aufgewachsen. Da konnte man laufen, da gab es Felder – heute sind da Häuser und Umgehungsstraßen. Aber in meinen ersten Lebensjahren habe ich sehr ländlich gelebt. Die Urlaube haben mich dann nach Norwegen, Schweden und in den letzten Jahren zur Mecklenburgischen Seenplatte geführt.

Mit Gitarre?

van Hajm: Ja, ich habe in Schweden viel gespielt und komponiert. Und die Gitarre auch mit im Kanu gehabt.

Und jetzt gehen Sie auf musikalische Naturwanderungen?

van Hahm: Im vergangenen Jahr während der Corona-Zeit war ich viel in den Bockholter Bergen und hab da für mich gespielt.

Ach, sie waren der Waldmensch, der da in der Natur geklimpert hat....

van Hahm: Ja, manchmal kamen auch Leute dazu. Und es ist erstaunlich, wie die Tiere auf Musik reagieren. Die Vögel, die stimmen auf eine gewisse Weise ein. Das ist deutlich zu merken.

Und jetzt bieten Sie geführte Wanderungen an?

van Hahm: Der Start war im vergangenen Herbst, Ende Juni habe ich zwei Testwanderungen gemacht. Die waren kostenlos. Im Oktober war ich dann dreimal in den Bockholter Bergen und einmal am Hullerner Stausee bei Haltern.

Wie viele Leute waren dabei?

van Hahm: Die Maximalteilnehmerzahl ist 15, einmal waren es 12, einmal drei. Wir sind vier Stunden unterwegs, die Leute sind sehr dicht am Künstler dran. Man verbringt gemeinsam den halben Tag und bekommt noch zwei Solo-Konzerte. Also, ein schönes Erlebnis.

Und die Resonanz?

Naturgeräusche

van Hahm: Jetzt spreche ich ja über mein eigenes Projekt, aber die Leute waren sehr glücklich. Man sitzt da ja mitten in der Natur, man hört viele Naturgeräusche. Und die Gitarrenmusik. Das ist das Besondere.

Was für eine Musik spielen Sie?

van Hahm: Ragtime, Folk, Pop und Rock, aber auch ein bisschen Jazz. Man könnte sagen, einen Cross-Over-Mix. Im Moment befasse ich mich sehr mit Joe Pass, ein Jazz- und Bepop-Gitarrist. Und ich bereite mein neues Soloalbum auf. Darauf spiele ich nur berühmte und eigene Krimimusiken.

Ihr Wanderangebot erinnert ein bisschen an die Wandervogel-Romantik vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Da marschierten die Leute auch mit ihrer Laute durch die freie Natur.

van Hahm: Stimmt, aber in einer Reportage über mich stand der Titel „Die Wandergitarre kann auch anders.“

Was machen Sie, wenn es regnet?

Auch bei Regen

van Hahm: Die Standorte für die Konzerte wähle ich dann so aus, dass die Teilnehmer geschützt sind. Im schlimmsten Fall nehme ich einen Anglerschirm und einen Bollerwagen mit. Ich kann aber die Gitarre auch etwas abschirmen. Sie muss schon trocken bleiben.

Termine: Am 11. April und 30. Mai geht es wieder durch die Bockholter Berge. Vorher gibt es auch Wanderungen rund um die Burg Vischering, durch die _Haard, den Hullerner See oder den Haxtergrund bei Paderborn. Informationen und Tickets findet man unter www.helmvanhahm.de

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