Elektronische Poller gehen kommende Woche in Betrieb
Jetzt macht die Innenstadt dicht

Greven -

Sie sind der Schrecken der Paketfahrer, die derzeit auch nach elf Uhr Grevens City durchqueren. Am Freitag werden die elektronischen Poller scharf gestellt.

Donnerstag, 18.03.2021, 08:00 Uhr
Pollerreihe am südlichen Zugang zur Marktstraße: Sobald der der elektronisch gesteuerte Poller in der Mitte hochgefahren wird, ist die Reihe geschlossen und die Zufahrt versperrt..
Pollerreihe am südlichen Zugang zur Marktstraße: Sobald der der elektronisch gesteuerte Poller in der Mitte hochgefahren wird, ist die Reihe geschlossen und die Zufahrt versperrt.. Foto: Stadt Greven

Die Poller sitzen schon einige Zeit im Boden. Aber wie der Spargel im Frühling werden sie erst jetzt hochschießen. Am Freitag, 26. März, nimmt die Stadt die elektronisch gesteuerten Fahrsperren in Grevens City in Betrieb. „Zum Schutz der Grevener Fußgängerzone“, wie es in einer Pressemitteilung der Stadt heißt, „sie sollen verhindern, dass unberechtigt Autos und Lieferwagen durch die Marktstraße und die Alte Münsterstraße fahren.“

In London, Ljubljana, Rom gibt es die elektronischen Poller schon lange. Dort halten sie historische Innenstädte vom Durchgangsverkehr frei. In Grevens derzeit nur schwach belebter Fußgängerzone soll die Investition in die Poller – etliche Zehntausend Euro – vor allem den Lieferverkehr bremsen.

Der darf nämlich eigentlich nur zwischen 8 und 11 Uhr stattfinden. Doch Fahrzeuge von DHL, UPS oder anderen Lieferunternehmen sind häufig auch noch danach auf der Marktstraße unterwegs. „Wie will man es sonst schaffen“, fragt ein Lieferfahrer nach einem Wochenende gegenüber dieser Zeitung. „Die Leute bestellen ja immer mehr online.“

Hinter den Pollern steckt das Ansinnen der Politik, die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt zu verbessern. Als vor Jahren über das integrierte Handlungskonzept Innenstadt diskutiert wurde, erwies sich der Verkehr in der Fußgängerzone für viele Befragte als Dorn im Auge.

Die Verwaltung wurde damals beauftragt, ein umfassendes Konzept mit möglichen Maßnahmen zu erarbeiten, durch die der Fußgängerbereich in der Innenstadt besser geschützt werden könnte. Unter breiter Beteiligung der Öffentlichkeit entstand die Pollerlösung.

Während der Lieferzeiten (8 bis 11 Uhr) werden die Sperrpoller automatisch heruntergefahren, um den Lieferverkehr für die Ladenlokale in der Fußgängerzone zu ermöglichen. Nach Ende der Lieferzeiten werden die Poller wieder heraufgefahren. Hier eine Liste der Ausnahmen:

  • Anlieger, die einen Stellplatz haben, der nur über die Fußgängerzone angefahren werden kann, bekommen eine Fernbedienung und/oder einen Schlüssel, damit sie die Poller selbstständig bedienen können.
  • Gastronomiebetriebe mit Lieferservice oder Catering-Angebot können eine dauerhafte Ausnahmegenehmigung erhalten.
  • Handwerksbetriebe mit Notdienst, Stadtwerke, Technische Betriebe (TBG) für ihre Einsatzfahrten, Polizei und Rettungskräfte sind ausgenommen.
  • Anlieger der Fußgängerzone, die besondere Aktivitäten wie etwa einen Umzug, Renovierungsarbeiten oder eine Möbellieferung nicht in der offiziellen Anlieferzeit zwischen 8 und 11 Uhr erledigen können, haben die Möglichkeit, dafür Einzelgenehmigungen zu bekommen.

Übrigens, reinkommen ist künftig schwierig. Raus geht immer: Die Poller sind mit vorgelagerten Induktionsschleifen verbunden. Wenn ein Fahrzeug von innerhalb der Fußgängerzone an die Poller heranfährt, senken sie sich automatisch ab.

Bei der Stadt Greven zuständig für Ausnahmegenehmigungen sind Elisabeth Oelgeklaus (E-Mail: elisabeth.oelgeklaus@stadt-greven.de,   02571 920-285) und Klaus Feldmann (klaus.feldmann@stadt-greven.de,   02571 920-361).

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