So., 07.05.2017

50 Jahre Friedenskapelle Die Alst zeigt sich in Feierlaune

Als Zeichen der Verbundenheit reichten sich die Teilnehmer des Festgottesdienstes im Zelt die Hände. Damit folgten sie dem Aufruf von Pfarrdechant Johannes Büll.  

Als Zeichen der Verbundenheit reichten sich die Teilnehmer des Festgottesdienstes im Zelt die Hände. Damit folgten sie dem Aufruf von Pfarrdechant Johannes Büll.  

Horstmar-Leer - 

Zahlreiche Bürger nahmen an den Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der Friedenskapelle teil.

Von Sabine Niestert

Als Achtjähriger hat er jeden Tag um 12 Uhr die Glocke per Hand geläutet. Dafür bekam der Junge von seinem Vater eine Uhr, damit das pünktlich geschah. Weil die Alster Schule direkt gegenüber der Friedenskapelle lag, hatte es Ernst Telgmann vor 50 Jahren glücklicherweise nicht weit.

Heute ist „Ernie“ – wie er in Leerer Bauerschaft liebevoll genannt wird – 58 Jahre alt und Vorsitzender des Kapellenvereins, der vor einem halben Jahrhundert die Friedenskapelle nach einer dreijährigen Planungs- und Bauzeit errichtet hat. Diese feierte gestern (inzwischen wird ihre Glocke durch einen Motor betrieben) ihren 50. Geburtstag, was die gesamte Alst gemeinsam feierte. Deren Bewohner gehören fast alle dem Kapellen- oder Schützenverein an, was Junge und Alte gleichermaßen zusammenschweißt.

Wie eng die Menschen dort miteinander, aber auch mit ihrer Kapelle verbunden sind, zeigte der Festakt, der mit einem Gottesdienst im Festzelt bei „Meis-Gratz“ begann. Dieses bot den zahlreichen Besuchern – darunter auch die Kapellenvereine der Nachbarschaft – genügend viel Platz.

„Da wir nicht in der Kapelle sein können, haben wir hier das Modell“, erklärte Pfarrdechant Johannes Büll, der die Kapelle als Ort des Friedens, an dem man zur Ruhe kommen kann, bezeichnete. Als Wahrzeichen und Mittelpunkt der Alst bringe sie die Bewohner zusammen. Diese beteiligten sich auch zahlreich am Festmarsch, der vom Zelt zur Kapelle führte. Dort legte der Schützenverein einen Kranz im Gedenken an die Toten der Weltkriege und Opfer von Terror und Gewalt nieder.

Dass die jungen Leute die Kapelle bisher nicht so beachtet hätten, befürchtete Schützenkönig Andreas Wermelt. Schließlich hätten sie die Kriege nicht miterleben müssen und kennten deren Opfer nicht persönlich. Anders ihre Großväter, die fast alle tote Kameraden zu betrauern hätten. Deswegen sei es wichtig, sich stets für den Frieden in der Welt einzusetzen und diesen gegen Terror, Gewalt und Anschläge zu verteidigen.

Unter den Klänge der Stadtkapelle Horstmar ging es zurück zum Festzelt. Dort konnten sich die Besucher mit Kaffee und Kuchen stärken. Vorsitzender Ernst Telgmann dankte allen Helferinnen und Helfer, die sich seit 50 Jahren für die Kapelle einsetzen, sie gepflegt und renoviert haben.

„Die Kapelle zeugt vom großen Gemeinschaftsgeist der Alst“, erklärte Schirmherr Burchard Graf von Westerholt, der besonders den Einsatz von Heinz Bienbeck und des Mitbegründers Anton Dingbau lobte. Dank gebühre auch Bernhard Vors­pohl für seine große Unterstützung und Spendenbereitschaft sowie Anne-Marie Hötker, die das Grundstück, auf dem die Kapelle steht inzwischen dem Kapellenverein überlassen hat. Als einen christlichen Ort, an dem sich Ökumene vollzieht, bezeichnete Sybille Gräfin von Westerholt die Kapelle, die mindestens 500 Jahre alt werden sollte.

Die Glückwünsche und ein Geschenk der Stadt Horstmar überbrachte der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters, Heinz Lölfing“ dem Jubilar. Zudem hatte er ein so genanntes Fachgeschenk dabei. Der Dank der Burgmannsstadt gelte den Alster Familien und den Mitgliedern des Kapellenvereins, die das Bauwerk und das Grundstück mit viel Liebe und Mühe bis heute als Willkommens- und Friedensort für alle Menschen erhielten. „Möge die Alster Kapelle auch in Zukunft ein besonderer Ort der Besinnung für alle Besucher und ein Symbol des Friedens und der Versöhnung sein“, wünschte Lölfing der Festgemeinde. Für Unterhaltung sorgten die Stadtkapelle Horstmar und der Kirchenchor Ss. Cosmas und Damian, die auch den Gottesdienst mitgestaltet hatten. Der gemütliche Ausklang ging ins Schützenfest über.



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