„So Gott will“
Glücklich über unerwartete Wende

Horstmar -

Pfarrer Dhaman Karanam ist glücklich, dass er erneut fünf Jahre für die Kirchengemeinde St. Gertrudis in Horstmar und Leer tätig sein darf, die er als seine „Zweite Heimat“ bezeichnet. Tränen, herzliche Umarmungen, Blumen und Geschenke gab es hingegen zum Abschied in Indien. Besonders traurig sind auch der 93-jährige Vater und die 83-jährige Mutter des Pfarrers, dass ihr Sohn jetzt wieder so weit weg ist.

Freitag, 01.09.2017, 19:00 Uhr aktualisiert: 06.09.2017, 17:05 Uhr
Fast 100 Nähmaschinen konnte Pfarrer Dhaman Karanam von einem Teil der Spenden aus Horstmar und Leer kaufen. Frauen, die bisher keine Arbeit hatten, bekommen Nähunterricht.  
Fast 100 Nähmaschinen konnte Pfarrer Dhaman Karanam von einem Teil der Spenden aus Horstmar und Leer kaufen. Frauen, die bisher keine Arbeit hatten, bekommen Nähunterricht.   Foto: fn

„Des einen Freud ist des anderen Leid“, lautet ein Sprichwort. Dieses trifft auf die Situation von Pfarrer Dhaman Karanam zu. Die Pfarrgemeinde St. Gertrudis freut sich, dass der Inder nun wieder für fünf Jahre in Horstmar und Leer seelsorgerisch tätig sein kann. Mit Glockengeläut wurde der Seelsorger empfangen (wir berichteten). Bereits zehn Jahre arbeitete der Geistliche in der Burgmannsstadt, bevor ihn die Ordensoberen nach Indien zurückriefen. Voller Wehmut ist jetzt seine Gemeinde zu Hause, die er verlassen musste.

Tränen, herzliche Umarmungen, Blumen und Geschenke gab es zum Abschied in der Heimat. Traurig sind auch der 93-jährige Vater und die 83-jährige Mutter des Pfarrers, dass ihr Sohn jetzt wieder so weit weg ist. Doch für Dhaman Karanam gilt wie immer sein Spruch „So Gott will“. Horstmar bezeichnet der Inder als seine zweite Heimat. Er hätte niemals geglaubt, noch einmal in der Burgmannsstadt wirken zu dürfen, höchstens mal im Urlaub, sagt er.

Ein Besuch seines Ordensoberen beim damaligen Generalvikar Norbert Kleyboldt in Münster und der Wunsch von Pfarrdechant Johannes Büll sorgten für die unerwartete Wende, die den Inder mit Freude erfüllt.

Fünf Jahre war Dhaman Karanam in der Zwischenzeit in Indien. Nicht immer konnte er sich von dort melden. Häufig habe es kein Internet gegeben und immer wieder habe längerfristiger Stromausfall zu Problemen geführt, begründet der Pfarrer seine zeitweise Nicht-Erreichbarkeit. Zudem habe ihn eine Krankheit einige Zeit außer Gefecht gesetzt.

Gleich nach seiner Rückkehr in Indien hat Dhaman Karanam ein Jahr ein Priesterseminar mit 30 Theologiestudenten geleitet. Gerne erinnert er sich an acht Priesterweihen. Die Ordensoberen beriefen ihn dann in eine Missionsstation. Dort war er führend als Superior, Pfarrer und Korrespondent im Einsatz. Es folgten zwei Jahre als Pastor und Schulleiter in Hyderabad. Neben der spirituellen Betreuung habe er stets versucht, Pünktlichkeit, Planung, Fleiß und Sauberkeit, wie er es in Deutschland kennengelernt habe, zu vermitteln.

„Mit den Spenden aus Horstmar und Leer habe ich einiges erreichen und vielen helfen können“, berichtet der Pfarrer. So laufe beispielsweise das Projekt „Frauen für Frauen“ sehr gut. Er habe bereits fast 100 Nähmaschinen gekauft, die jeweils 75 Euro kosteten. Dabei handelt es sich um mechanische Geräte, um nicht vom Strom, der in Indien sehr oft ausfällt, abhängig zu sein.

Die Frauen, die bisher keine Arbeit hatten, erhalten Nähunterricht durch eine Lehrerin. Sie verkaufen die Kleidungsstücke und tragen damit zum Lebensunterhalt der Familie bei.

In dem zu großen Teilen aus Spenden finanzierten Internat fühlen sich die Mädchen und Jungen wohl. Dankbar zeigen sich die Kinder auch für die übernommenen Patenschaften. Antonius Kühlmann, Mitglied und Koordinator der Aktion „SpandanaHoLe“ konnte sich beim Anschauen der zahlreichen Fotos, die Dhaman Karanam aus seiner Heimat mitgebracht hat, von der Hilfe überzeugen.

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