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Genauer Blick hinter die Kulissen

Horstmar -

Recht zufrieden waren die Verantwortlichen mit dem Besucherinteresse in Horstmar am Tag des offenen Denkmals. Geboten wurden Einblicke in den Münsterhof, Haus Alst und die Mühlenanlage am Leerbach.

Dienstag, 12.09.2017, 17:30 Uhr aktualisiert: 14.09.2017, 17:44 Uhr
Prof. Dr. Anton Janßen (r.) erläuterte bei zwei Führungen am Denkmaltag die wechselhafte Geschichte des Hauses Alst mit vielen interessanten Aspekten.
Prof. Dr. Anton Janßen (r.) erläuterte bei zwei Führungen am Denkmaltag die wechselhafte Geschichte des Hauses Alst mit vielen interessanten Aspekten. Foto: aja

Recht zufrieden waren die Verantwortlichen mit dem Besucherinteresse in Horstmar am Tag des offenen Denkmals.

In der Burgmannstadt stellte Anton Janßen mit zwei Führungen den jeweils 30 Besuchern den Münsterhof mit seiner besonderen Baugeschichte sowie der Geschichte der Besitzer vor. Zur Baugeschichte des Münsterhofes erläuterte Janßen so manche Spuren am Gebäude und untermalte diese mit Großfotos und Plänen. Die Geschichte des Nebengebäudes stellte er unter dem Thema „Vom Kutscherhaus zum modernen Bankgebäude“ vor.

Nach der Außenbesichtigung führte Janßen die Besucher in den 2010 neu gestalteten Vortragssaal, wo es so manches Detail zur Geschichte der Besitzer gab. Insbesondere erinnerte er an Theodor I. von Neuhoff, einen politischen Abenteurer, dem es 1732 gelang, sich erfolgreich an die Spitze der korsischen Unabhängigkeitsbewegung gegen Genua zu stellen. Am 15. April 1736 wurde er von der korsischen Bevölkerung zum König Theodor I. von Korsika gewählt.

Sein Leben war jedoch ständig von den Genuesen bedroht, weshalb er am 11. November 1736 die Insel verließ, um neue Unterstützer zu gewinnen, vor allem in London, wo er viele Sympathisanten hatte. Doch er landete immer wieder im Schuldgefängnis und starb 1756 im Armenviertel Soho.

Zum anderen erinnerte Anton Janßen an Friedrich Christian von Beverförde zu Werries (auch genannt der „tolle Werries“). Er war zunächst ein hoher Amtsträger und Beamter in Diensten Kurkölns und des Hochstifts Münster, später Staatsrat in preußischen Diensten. Im Siebenjährigen Krieg (1756–1763) erschoss er zwei Franzosen, die ihm sein Vieh stehlen wollten. Dafür wurde er zum Tode verurteilt. Sein Freund Karl Friedrich Freiherr von Elverfeldt konnte eine Begnadigung erreichen.

Insgesamt fast 200 Besucher begrüßte Burchard Graf von Westerholt bei seinen Führungen um Haus Alst, erbaut 1624. Ihnen stellte er die Geschichte und die baulichen Besonderheiten ausführlich vor. Dieses ganz in der Specklagentechnik der Baukunst der niederländischen Renaissance errichtete Wasserschloss ist wirklich etwas Besonderes. Dabei stellte er auch die Möglichkeit von Trauungen in entsprechenden Räumen des Hauses heraus.

Josef Denkler und seine „Mitstreiter“ vom Mühlen- und Heimatverein Leer freuten sich über eine gute Besucherresonanz, denn in beiden Mühlen am Leerbach gab es im Laufe des Tages viele vor allem technisch sehr interessierte Besucher, denen er viele Fragen um die Denkmale umfassend beantwortete.

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