„Friederike“ schlägt zu
Altstadt und Kilometerbusch gesperrt

Laer/Horstmar -

Die Horstmarer Altstadt ist gesperrt und der Neujahrsempfang des Bürgermeisters in Laer abgesagt. Das sind nur einige Auswirkungen des Sturms, der gestern durch das Land fegte. Im Kilometerbusch (Foto) richtete er starke Schäden an. Deswegen musste die Strecke komplett gesperrt werden. Am Nachmittag konnte sie allerdings bereits wieder frei gegeben werden. Das berichtete Laers Gemeindebrandinspektor Stephan Rikels.

Donnerstag, 18.01.2018, 17:30 Uhr
Mehrere Bäume sind im Kilometerbusch umgestürzt. Doch die Sperrung kann nach den Aufräumarbeiten der Feuerwehr, des Bauhofs und des Landesbetriebs Straße schon am Nachmittag wieder aufgehoben werden.
Mehrere Bäume sind im Kilometerbusch umgestürzt. Doch die Sperrung kann nach den Aufräumarbeiten der Feuerwehr, des Bauhofs und des Landesbetriebs Straße schon am Nachmittag wieder aufgehoben werden. Foto: Sabine Niestert

Die morgendliche Hoffnung von Heinz Lölfing, dass alles nicht so schlimm kommt, wie angekündigt, erfüllt sich nicht. Am Mittag teilt der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters und Ordnungsamtsleiter der Stadt Horstmar mit, dass die Altstadt wegen des Sturms aus Sicherheitsgründen gesperrt ist, da Dachziegel durch die Gegend fliegen.

„Uns fehlen Absperrmittel“, klagt Lölfing, dass das rot-weiße Flatterband immer wieder reißt und die festen Hürden umstürzen. Zudem gibt es zu viele Einsatzorte gleichzeitig, die gesperrt werden müssen. Ohne Strom sind die Bewohner der Bauerschaft Schagern, da eine Oberleitung heruntergekommen ist.

Sturmtief „Friederike“ schlägt in Horstmar und Laer zu

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  • Zahlreiche Einsätze gab es für die Feuerwehren und die Bauhöfe in Laer und Horstmar Foto: abi
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„Vollalarm“ heißt es für die Löschzüge in Horstmar und Leer. „Wir koordinieren unsere Einsätze selbst“, erklärt Stadtbrandinspektor Wilhelm Homann, dass die Leitstelle die Unglücksmeldungen per Fax direkt ins Feuerwehrgerätehaus schickt. Am Vormittag haben seine Männer einen eher harmlosen Einsatz im Kilometerbusch auf Horstmarer Gebiet, bei dem sie einen Baum beseitigt haben.

Stunden später geht dort auf Laerer Gebiet nichts mehr, denn es liegen gleich mehrere Bäume auf der Straße und weitere drohen umzukippen. Zu diesem Zeitpunkt sind die Helfer noch gar nicht dazu gekommen, die Strecke zwischen Laer und Borghorst zu sperren. Die Autofahrer, die auf der L 550 unterwegs sind, warnen sich gegenseitig per Lichthupe und drehen vor dem Hindernis um.

Im Dauereinsatz sind auch die Mitarbeiter der Bauhöfe. In Laer fahren Olaf Thomann und Andreas Beckwilm die Orte an, die meistens gefährdet sind, wenn es stürmt, wie beispielsweise die Deipenstiege, die zahlreiche Bäume säumen. Kein Verständnis haben die beiden Männer für Bürger, die die Absperrungen einfach ignorieren. „Das ist kein Kavaliersdelikt und wir machen das auch nicht zum Spaß“, ärgert sich Olaf Thomann über die Dreistig- und Respektlosigkeit gegenüber den Ordnungsbehörden. Ähnliche Erfahrungen machen einige Feuerwehrleute an der Darfelder Straße. Die sperren sie ab, weil in Höhe des „Waldschlösschens“ Bäume umgeknickt sind.

Dass manche Autofahrer völlig uneinsichtig sind und trotzdem weiterfahren, kann Feuerwehrmann Guido Höner nicht verstehen. Schließlich kann die Waldstrecke in diesem Fall lebensgefährlich werden.

Nur gut, dass die Gemeinde auf die gesamte Mannschaft des Bauhofes zurückgreifen kann. „Wir haben eine Urlaubssperre verhängt“, erklärt Bauamtsleider Stefan Wesker im Gespräch. Auch die Feuerwehr ist in Bereitschaft und wird den ganzen Tag gefordert. Ebenso wie Heinz Lölfing hat Gemeindebrandmeister Stephan Rikels gehofft, dass Sturmtief „Friederike“ mit seinen Sturmböen bis zu 140 Stundenkilometern nicht so heftig zuschlägt, wie vorausgesagt, doch dieses Mal haben die Meteorologen leider recht behalten.

Gegen Mittag sagen Bürgermeister Peter Maier und sein Allgemeiner Vertreter den für den Abend geplanten Neujahrsempfang ab. „Wir können nicht feiern, wenn andere arbeiten“, erklärt Maik ter Beek die Entscheidung. Schließlich gehörten die Feuerwehrleute mit zu den vielen ehrenamtlichen Helfern, denen man für ihr Engagement danken wolle, doch die seien vermutlich so erschöpft, dass sie nach dem Dauereinsatz nur noch ins Bett fielen. Außerdem wolle man den Verwaltungsmitarbeitern, die von außerhalb kämen, den gefährlichen Heimweg im Dunkeln nicht zumuten. Die wüssten ohnehin noch gar nicht, wie sie nach Hause kämen, da zahlreiche Straßen gesperrt seien.

„Die Schnittchen geben wir der Feuerwehr. Die kann sie sicher gut gebrauchen“, meint ter Beek, womit er vermutlich Recht hat. Immerhin hat diese 25 Einsätze gemeistert und gemeinsam mit dem Bauhof und dem Landesbetrieb Straße die L 550 im Kilometerbusch geräumt, die danach wieder befahrbar ist. „Unsere Bereitschaft ist nun beendet“, erklärt Feuerwehrchef Rikels gegen 15.30 Uhr im Gespräch mit dieser Zeitung.

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