Do., 08.03.2018

Wechsel nach Burgsteinfurt Hellwig-Ära endet nach 18 Jahren

Nach 18 Jahren verlässt Fachtierarzt Ernst-Günther Hellwig mit seiner Agrar- und Veterinärakademie das Dorf Leer in Richtung Burgsteinfurt.

Nach 18 Jahren verlässt Fachtierarzt Ernst-Günther Hellwig mit seiner Agrar- und Veterinärakademie das Dorf Leer in Richtung Burgsteinfurt.

Horstmar-Leer - 

Nach 18 Jahren an der Dorfstraße will Fachtierarzt Günther Hellwig mit seiner Agrar- und Veterinärakademie (AVA) Leer in Richtung Burgsteinfurt verlassen.

Von Franz Neugebauer

Noch weist ein Schild an der Ecke Dorfstraße/Burgsteinfurter Straße auf die Agrar- und Veterinärakademie (AVA) hin. Doch dieses wird bald verschwinden, da Fachtierarzt Ernst-Günther Hellwig in Leer seine Zelte abbrechen will, um mit seiner AVA nach Burgsteinfurt zu ziehen. Damit endet vor Ort eine 18-jährige Ära.

Mit der Firma mih GmbH hat der studierte Agrarwissenschaftler bereits einen Hausnachfolger gefunden. Das an den Loddenbüschen in Münster angesiedelte Unternehmen hat sich auf das Verlegen von Glasfaserkabeln spezialisiert, wobei auch der normale Hochbau und Straßenbau im Angebot steht.

Wie die Geschäftsleitung erklärt, soll das Gebäude in Leer zunächst für die 120 Beschäftigten zu Schulungszwecken zur Verfügung stehen. Je nach Auftragslage könne man sich aber durchaus eine Erweiterung auf dem bestehenden Baugrundstück (jetziger Dorfpark) vorstellen, hieß es seitens des Unternehmens.

Vor rund 18 Jahren kaufte Hellwig das marode gewordene, aus dem Jahre 1897 stammende Gebäude und führte eine sehr aufwendige Kernsanierung durch. Danach diente es als Tierarztpraxis und als Weiterbildungsstätte für Tierärzte, Landwirte und alle, die mit landwirtschaftlichen Nutztieren zu tun haben.

Das Bestreben der Akademie war es seit Anbeginn, durch die so genannte Präventivtiermedizin dafür zu sorgen, dass die Tiere erst gar nicht erkranken. Dieses Ziel verfolgt der Fachtierarzt vorwiegend in Deutschland und in Europa. Aber auch in Amerika und Asien wird seine tiermedizinische-landwirtschaftliche Fachberatung angefordert. Zurzeit ist seine Expertise dort insbesondere auch bei der Afrikanischen Schweinepest gefragt.

„In der Fachwelt kennt man Horstmar-Leer, was Rinder und Schweine angeht“, betont der Tiermediziner. Der zeitweise überbelegte Parkplatz an Seminartagen ließ erkennen, dass die Teilnehmer aus allen Teilen der Bundesrepublik, aber auch aus dem benachbarten Ausland ins Dorf gekommen sind. Sogar Besuchergruppen aus China reisten mehrfach zur Fortbildung nach Leer und waren begeistert.

Über die Jahre besuchten rund 4000 bis 5000 Fachleute die Fortbildungsangebote der Agrar- und Veterinär- Akademie. Gastwirtin Anne Wegmann habe die Gäste immer exzellent versorgt, so Hellwig.

Wie der 62-Jährige im Gespräch berichtet, hätten ihn gleich mehrere Gründe dazu bewogen, seinen Standort im kleineren Stadtteil von Horstmar aufzugeben. So hätten ihm die Ärzte geraten, kürzer zu treten. Geschäftliche und gesellschaftliche Gründe seien hinzugekommen, so der Vater zweier erwachsener Söhne.

Die jetzt in Leer genutzten Räume seien für seine Fortbildungsideen nicht mehr zeitgemäß. Zudem reichten ihm kleinere Büroräume, die er im benachbarten Burgsteinfurt gefunden habe. Von dort aus will er auch künftig Seminare und Weiterbildungen in ganz Deutschland anbieten und organisieren.

Die Redaktion der im Haus erstellten Fachzeitschrift Nutztierpraxis Aktuell (NPA) und der Verlag für Fachbroschüren und Bücher ziehen ebenfalls mit um nach Stemmert, kündigte der Fachtierarzt an.



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