Ehrgeiziges Vorhaben
Neue Nutzung für Brachfläche

Horstmar -

Auf dem ehemaligen Gelände der Nato am Schöppinger Berg soll eine Photovoltaikanlage entstehen. Diese will die Firma Unigea Solar Project GmbH aus Berlin errichten. Mit dem Vorhaben befasste sich am Samstag während eines Ortstermins die CDU-Fraktion. Ihr erläuterte Bürgermeister Robert Wenking die Pläne. Mit dem Thema befasst sich am Dienstag (10. April) auch der Bau- und Planungsausschuss.

Sonntag, 08.04.2018, 11:24 Uhr aktualisiert: 09.04.2018, 16:40 Uhr
Bürgermeister Robert Wenking (l.) erläuterte den Mitgliedern der CDU-Fraktion bei einem Ortstermin die Pläne der Unigea Solar Project GmbH aus Berlin am Schöppinger Berg.
Bürgermeister Robert Wenking (l.) erläuterte den Mitgliedern der CDU-Fraktion bei einem Ortstermin die Pläne der Unigea Solar Project GmbH aus Berlin am Schöppinger Berg.

Die älteren Bürger von Horstmar und Leer erinnern sich noch gut daran, dass Düsenjäger im Tiefflug über den Schöppinger Berg rasten, auf dem Atomraketen standen. Die Nato hatte dort ein Quartier bezogen. Vorbei sind diese Zeiten des ohrenbetäubenden Lärms, die Raketen und die Soldaten sind abgezogen. Das Land liegt zum Teil brach.

Das soll sich demnächst allerdings ändern, wenn eine Idee Realität wird und die heißt: Errichtung einer Photovoltaikanlage. Die Unigea Solar Project GmbH aus Berlin ist daran interessiert. Doch zuvor müssen einige Hindernisse aus dem Weg geräumt werden. Bereits im Mai 2015 hatte sich der Bau- und Planungsausschuss mit der Thematik befasst und auf Grund vertraglicher Problemstellungen die Gespräche darüber zunächst nicht weitergeführt.

Das Grundstück befindet sich im Bundeseigentum und wird von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben verwaltet. Die Unigea Solar Projekts GmbH beantragt nun die Änderung des Flächennutzungsplanes sowie die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes für den Teilbereich des Schöppinger Berges.

Insgesamt beträgt die militärische Konversionsfläche (Raketenstellung Schöppinger Berg) 133 347 Quadratmeter. Davon werden, wenn es nach den Vorstellungen der Planer geht, insgesamt 70 400 Quadratmeter in Anspruch genommen, davon allein 59 000 Quadratmeter für die reine Photovoltaiknutzung. Der Rest entfällt auf Anpflanzungen und Erhalt privater Grünflächen.

Die Mitglieder der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Horstmar machten sich am Samstag ein Bild vor Ort. Dabei erläuterte ihnen Bürgermeister Robert Wenking, dass der Schöppinger Berg ein „Energieberg“ sei, der vor allem mit Wind und Wasser Mühlen und Turbinen zur Brunnenwasserförderung angetrieben hat und seit Jahrzehnten Stromproduktion durch Windkraft ermöglicht. „Seit Beginn des Jahrtausends werden in guten Jahren zirka 53 Millionen Kilowattstunden Strom mit den auf Horstmarer Gebiet stehenden 14 Windkraftanlagen erzeugt“, erklärte der Bürgermeister. Das entspreche einem Jahresbedarf an Strom für rund 70 000 Menschen. Mit der zusätzlichen Installation der Photovoltaikanlage könnten 1 900 Haushalte oder 7 000 Menschen versorgt werden.

Mit Blick auf den Klimaschutz könne sich diese Bilanz für Horstmar gut sehen lassen, man stehe kreisweit nicht schlecht da, fasste Wenking die Klimaschutzaktivitäten auf dem Schöppinger Berg zusammen.

„Wir haben ein großes Interesse an der Erzeugung regenerativer Energien im Sinne des Klimaschutzes“, betonte CDU-Fraktionsvorsitzender Winfried Mollenhauer nach der gemeinsamen Begehung zusammen.

Der Bau- und Planungsausschuss wird sich während seiner Sitzung am morgigen Dienstag (10. April) mit dem Thema befassen.

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