Di., 08.05.2018

Cajòn bauen ist nicht einfach Ein schwieriges Unterfangen

 Zwei Mädchen und zehn Jungen bauten sich eine Cajón-TrommelZwei Mädchen und zehn Jungen hatten sich gemeldet, um ein „Cajón“ zu bauen. Neben handwerklichem Geschick war vor allem Geduld gefragt. Doch am Ende waren alle stolz und warten jetzt auf den Instrumentalkurs, um ihre Trommel zu beherrschen.

 Zwei Mädchen und zehn Jungen bauten sich eine Cajón-TrommelZwei Mädchen und zehn Jungen hatten sich gemeldet, um ein „Cajón“ zu bauen. Neben handwerklichem Geschick war vor allem Geduld gefragt. Doch am Ende waren alle stolz und warten jetzt auf den Instrumentalkurs, um ihre Trommel zu beherrschen. Foto: Sabine Sitte

Horstmar - 

Fünf dünne Holzplatten, etwas Leim, ein paar Nägel und fertig ist das Musikinstrument? Nein, um ein Cajón, eine sogenannte Kistentrommel, zu bauen braucht es zudem noch etwas mehr: Spiralfedern, Geschick und vor allem Geduld.

Von Sabine Sitte

Letzteres war für die zwölf Jungen und Mädchen beim aktuellen Angebot des „Kulturrucksacks“ am Freitagnachmittag in Leer die schwierigste Hürde. Doch am Ende konnten alle fleißigen Bastler schon einmal vorsichtig auf den frisch geleimten Holzkorpus klopfen.

„Die Idee, einen Workshop zum Cajón-Bauen anzubieten, ist nicht neu und stammt vom regelmäßigen Erfahrungsaustausch mit anderen Städten und Gemeinden, die ebenfalls am ‚Kulturrucksack‘ teilnehmen“, erzählt Hubertus Brunstering, Geschäftsführer von „HorstmarErleben“.

Fotostrecke: Cajòn bauen

In Kooperation mit „JuLe“ und „vipz“, den beiden Kinder- und Jugendtreffs in Leer und Horstmar, hat der Verein mit dem Angebot interessierte Kinder im Alter von zehn bis 14 angesprochen. Der „Kulturrucksack“ ist ein seit Jahren erfolgreiches Projekt des Kultusministeriums Nordrhein-Westfalens, um Kindern und Jugendlichen kostenlos oder kostenreduziert einen Zugang zu kulturellen Angeboten zu eröffnen. „Es ist der Spaß am eigenen Projekt“, so Brunstering.

„Die beiden einzigen Mädchen im Workshop waren die ersten bei der Anmeldung“, berichtet Doris Zintl, Leiterin des JuLe. Kein Problem für die Schwestern Julie und Celine aus Leer. Die beiden Elfjährigen sind an diesem Nachmittag wie ihre männlichen Mitstreiter mit Feuereifer bei der Sache.

Alle Plätze im Werkraum der Astrid-Lindgren-Grundschule sind belegt. Der Geruch von frischem Holz und Leim und das aufgeregte Stimmengewirr der zwölf Kinder hängen in der Luft.

Bis zum fertigen Cajón, dem aus Peru stammenden Musikinstrument, dauert es noch ein wenig. Noch sind erst die vier Seitenteile verleimt und werden von Spanngurten zusammengehalten. Und jeder Arbeitsschritt braucht seine Zeit. Eine echte Herausforderung für Schreiner Bernd Schmitz, der den Workshop heute mit seinem Wissen begleitet.

Seine sonore Stimme übertönt nun das Geschnatter: „Ihr braucht als Nächstes die sechs kleinen Nägel aus dem Zubehör“, ruft er. „Und schaut mal, wo die hinkommen.“ Hektisches Kramen in den schmalen Plastiktüten, in denen sich große und kleine Holzschrauben, winzige Nägel und die metallischen Spiralen tummeln, beginnt. Danach ein langer, oft fragender Blick in die mitgelieferte Bauanleitung. Aha, die Nägel müssen mit Abständen in zwei Leisten geklopft werden. „Hat jemand einen Hammer für mich?“, schreit es aus einer Ecke, während vorn schon emsig gewerkelt wird.

Bernd Schmitz sieht schnell, ob jemand schon Bastelerfahrung mitbringt und hilft dort, wo es hapert. Rhythmisches Hämmern durchdringt den Raum, auch der eine oder andere Daumenklopfer ist dabei.

Doch am Ende ist die Freude über das fertige Instrument bei allen groß. Nun heißt es warten. Die Kisten müssen gut durchtrocknen, auch wenn die Kinder das Cajón am liebsten gleich mit nach Hause nehmen möchten, um darauf zu üben.

Für die angehenden Musiker bieten die Organisatoren im Juni den nächsten passenden „Kulturrucksack“ an: Einen Instrumentalgrundkurs auf dem Cajón, begleitet von Christian Lennerz vom Kulturforum der Musikschule Steinfurt.



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