Mo., 14.05.2018

Kaum noch Bienen Bienensterben auch in Horstmar

Hubert Berkenbrock bei der Kontrolle eines seiner Bienenstöcke. Sorge macht im derzeit der gefährliche Schädling der Bienen, die Varroamilbe, die sich im Bienstock ausbreitet.

Hubert Berkenbrock bei der Kontrolle eines seiner Bienenstöcke. Sorge macht im derzeit der gefährliche Schädling der Bienen, die Varroamilbe, die sich im Bienstock ausbreitet. Foto: Franz Neugebauer

Horstmar - 

Hubert Berkenbrock im Immelweg 25 ist Imker. Bereits seit 29 Jahren geht er diesem Hobby leidenschaftlich nach.

Von Franz Neugebauer

Hubert Berkenbrock im Immelweg 25 ist Imker. Bereits seit 29 Jahren geht er diesem Hobby leidenschaftlich nach. „Willst Du Gottes Wunder sehen, musst Du zu den Bienen gehen“, ist sein Leitmotiv.

Schon an der Flugöffnung erkennt er den Zustand der Bienen. Immer wieder betont der Naturliebhaber den Nutzen der Tiere. Sie haben an der Bestäubung durch Insekten einen Anteil von 80 Prozent. Die Forschungen bestätigen immer wieder den Wert der Bienen für die Bestäubung der verschiedenen Pflanzen wie Raps, Klee und insbesondere der Obstbäume.

Berkenbrock nennt auch die große Bedeutung der Bienen für die Tierwelt. Viele Vogelarten leben von Samen, Früchten und Beeren, die nur entstehen können, wenn zuvor die Blüten von Bienen beflogen wurden. Beobachtet hat er auch die Blütenstetigkeit der Bienen. Sie befliegen also nicht wahllos hintereinander, sondern immer die gleiche Art, so dass der Blütenstaub auch auf die richtige Pflanze gelangt.

Doch seine Freude ist in den letzten Jahren, insbesondere aber in diesem Frühjahr, getrübt. „Ich habe noch nie so wenig Flugbienen gesehen wie in diesem Jahr. Viele Völker haben den Winter nicht überstanden,“ bedauert er den Rückgang, den er zum ersten Mal so richtig spürt. Auch seine Imkerkollegen, mit denen er eng zusammenarbeitet, haben die gleichen Erfahrungen gemacht. Als Gründe nennt er den Rückgang der Pflanzenarten und des dadurch verringerten Nahrungsangebotes. Er ärgert sich vor allem auch über die Stein- und Schotterbeete in den Hausgärten. Hinzu komme das Spritzen bienenunverträglicher Chemikalien und die Verbreitung der Varroamilbe. Diese Milbe entwickelt und vermehrt sich in der Brut im Bienenstock und ist der gefährlichste Bienenschädling weltweit.

Als Naturfreund, der im Bauhof der Stadt Horstmar beschäftigt ist, liegt ihm auch der Erhalt alter Bäume am Herzen. Er, selbst Mitglied des Burgsteinfurter Imkervereines, bedauert den Rückgang der Imker in der Region. Er freut sich, mit Frank Wenking aus Leer einen neuen gleichgesinnten Imker gefunden zu haben. Dieser wird in Absprache im Garten der Ärztin Sabine Heidler am Nahen Weg einen Bienenstock aufstellen.

Und Hubert Berkenbrock hat inzwischen einen weiteren Grund zur Freude. In unmittelbarer Nähe seiner Bienenstandorte am Immelweg liegt ein nicht bewirtschafteter Landstreifen. Auf diesem hat der Landwirt Tono Isfort auf einem halben Hektar zehn Kilogramm Saatgut mit Blühmischung gesät. Enthalten sind Sonnenblumen, Sommerwicken, Buchweizen, Raps, Klee, Phacelia und weitere Samen. Isfort sieht diese Aktion als Maßnahme gegen den immer mehr zunehmenden Insektenmangel und zur Naturaufwertung.



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