Fr., 25.05.2018

Ohne Rücksichtnahme geht es nicht „Die Netten sind die Ausnahme“

Das Schild ist eindeutig: Es weist die RadBahn als kombinierten Fuß- und Radweg aus.

Das Schild ist eindeutig: Es weist die RadBahn als kombinierten Fuß- und Radweg aus. Foto: abi

Laer/Horstmar - 

Bisher hat es noch keine Überlegungen gegeben, die RadBahn für Spaziergänger mit Hunden zu sperren. Das bestätigte das Straßenverkehrsamt des Kreises Steinfurt auf Anfrage dieser Zeitung. Allerdings scheint es auf der ehemaligen Bahntrasse häufiger zu unliebsamen Begegnungen zwischen Hundehaltern und Radfahrern zu kommen. Diese fordern sich gegenseitig zu mehr Rücksichtnahme auf.

Von Sabine Niestert

„Kommt es auf der RadBahn häufiger zu unliebsamen Begegnungen zwischen Fußgängern mit Hunden und Pedaltretern?“ Oder handelt es sich nur um unangenehme Einzelfälle? Diese Frage stellen sich die WN.

Auslöser für eine Kontroverse zwischen verschiedenen Nutzern der ehemaligen Bahntrasse ist ein Bericht über das Ehepaar Rainer Krautwurst und Angelika Kopfinger aus Laer. Dieses hatte in einem Gespräch mit dieser Zeitung über einen Streit mit einem Mann berichtet, der eskaliert war.

Die beiden Laerer waren ihren Schilderungen zufolge mit ihren Sennerhunden Tom und Max auf der „RadBahn“ unterwegs. Wie sie erklärten, sei dort ein älteres Ehepaar mit E-Bikes unterwegs gewesen, ohne sich durch Klingelzeichen bemerkbar zu machen. Nachdem Rainer Krautwurst die beiden angesprochen habe, sei der Radler zurückgekommen, habe einen der Hunde angefahren und den Stinkefinger gezeigt.

„Die Radfahrer müssen Rücksicht auf die Fußgänger nehmen“, meint Britta Dörmann. „Bei der RadBahn handelt es sich schließlich um einen ausgewiesenen Fuß- und Radweg, auf dem die Radler kein Vorrecht haben“, betont die Frau aus Horstmar. Sie ist fast täglich mit ihrem Hund auf der Strecke zwischen der Gärtnerei Frieling in Horstmar in Richtung Burgsteinfurt unterwegs.

„Die Netten sind die Ausnahme“, erklärt die Burgmannstädterin, dass es vor Ort „ständig Theater gibt“. So verhielten sich viele Rennradfahrer „extrem rücksichtslos“. Ihre Freundin und sie würden oftmals auf die übelste Art beschimpft. Dabei hätten sie ihre Tiere immer an der Leine und würden auch hintereinander gehen, wenn sie hörten, dass Radler kämen. Doch viele von ihnen machten sich vorher nicht bemerkbar, bestätigt sie die Erfahrung des Ehepaares aus Laer.

„Viele Radler meinen, die Bahn gehört ihnen“, ärgert sich Britta Dörmann. Dabei könnten diese auch hintereinander fahren, wenn es auf der Strecke eng wird.

Mehr Rücksicht von den Hundehaltern fordert hingegen ein Horstmarer, der täglich den Radweg fährt. Seinen Erfahrungen zufolge leinten nur 20 Prozent der Tierliebhaber ihre Vierbeiner an, während 80 Prozent das unterließen. Die RadBahn sei selbstverständlich für alle da, doch der Hund habe kein Vorrecht vor den Menschen, betont er.

„Rücksicht ist das oberste Gebot“, meint Heinz Lölfing. Der Horstmarer Ordnungsamtsleiter weiß, dass es manchmal zu Konflikten auf der RadBahn kommt, doch Beschwerden darüber gäbe es im Amt selten. Ähnlich beschreibt das der Geschäftsführer des Laerer Dorfmarketingvereins Gerrit Thiemann. Von Forderungen, Fußgänger mit Hunden von der Strecke zu verbannen, habe er bisher noch nichts gehört.

„Das steht nicht zur Debatte“, heißt es dazu seitens des Straßenverkehrsamtes des Kreises Steinfurt.



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