Di., 17.07.2018

„Kompakt-Sprechstunde“ Auf der Suche nach Verbesserungen

Leers CDU-Vorsitzender Ludger Hummert (l.) hatte das Gespräch zwischen dem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und der Landärztin Sabine Heidler in deren Praxis in Leer initiiert.

Leers CDU-Vorsitzender Ludger Hummert (l.) hatte das Gespräch zwischen dem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und der Landärztin Sabine Heidler in deren Praxis in Leer initiiert.

Horstmar-Leer - 

Einen prominenten Gast konnte Sabine Heidler jetzt in ihrer Landarztpraxis in Leer begrüßen. So besuchte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Ärztin, die dem CDU-Politiker nicht nur von ihren Sorgen berichtete, sondern auch Verbesserungsvorschläge machte, um die Situation gerade der älteren Ärzte auf dem Land zu verbessern.

Von Franz Neugebauer

Als „Kompakt-Sprechstunde“ bezeichnete Bundesgesundheitsminister Jens Spahn den Besuch in der Praxis der Landärztin Sabine Heidler, der auf Vermittlung des Leerer CDU-Vorsitzenden Ludger Hummert zustande gekommen war. Dabei erlebte der Politiker eine engagierte Ärztin, die sich trotz einer gut gehenden Praxis Sorgen um die Zukunft macht.

„In fünf Jahren bin ich 67 Jahre alt, dann will ich den Verwaltungskram, den ich ohnehin nicht mag, nicht mehr machen“, verdeutlichte die Gastgeberin die Problematik. Vielmehr lägen ihr die Menschen am Herzen, um deren Gesundheit sie sich mit mehr Zeit kümmern wolle.

Regional stelle die zunehmende Arbeitsbelastung für die Ärzteschaft die größte Herausforderung dar. Das liege unter anderem auch daran, dass der ärztliche Nachwuchs fehle. Viele Kollegen ständen kurz vor dem Renteneintrittsalter, gab der Besucher zu bedenken.

Wichtige Voraussetzungen, um die Versorgung im ländlichen Raum zu gewährleisten, sei die Entlastung der älteren Ärzte von administrativen Aufgaben, beispielsweise durch Übergang von der Selbstständigkeit in ein Angestelltenverhältnis, um die Versorgung noch einige Jahre fortsetzen zu können. Dafür müssten neue Modelle geschaffen werden, betonte Sabine Heidler. Sie hatte auch gleich einige Vorschläge parat: attraktiver und familiengerechter Zugang für junge Ärzte, insbesondere Frauen. Gemeinschaftspraxen oder medizinische Versorgungszentren unter der Trägerschaft von Ärztenetzen würden dafür optimale Voraussetzungen bieten, Allerdings fehle es noch an der rechtlichen Umsetzung.

Die Entlastung von Arztpraxen könne durch besonders geschulte medizinisch geschulte Fachkräfte oder Krankenschwestern in der ambulanten Versorgung und die reibungslose Einbindung von begleitenden Berufen wie zum Beispiel Physiotherapeuten und Pflegeberufe in ein regionales „care-Management“ durch dafür ausgebildete Kräfte erfolgen. Aufgrund sehr unterschiedlicher Systeme stelle die Vernetzung der einzelnen Praxen über Videokonferenzen und den Datenaustausch untereinander ein großes Problem dar, machte Jens Spahn als eine von weiteren Baustellen deutlich.



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