Mi., 08.08.2018

Familienfreundlich Familien besonders gut aufgehoben

Nicht nur Nationen, sondern auch Generationen hat die „Disco Arabia“ geeint, die am 20. September 2017 ihre erfolgreiche Premiere im Cafè des ehemaligen Bahnhofs erlebte. Dort gab es auch ein Angebot für Kinder und gemütliche Sitzgruppen für Familien. Diese sind in der Burgmannsstadt besonders gut aufgehoben.

Nicht nur Nationen, sondern auch Generationen hat die „Disco Arabia“ geeint, die am 20. September 2017 ihre erfolgreiche Premiere im Cafè des ehemaligen Bahnhofs erlebte. Dort gab es auch ein Angebot für Kinder und gemütliche Sitzgruppen für Familien. Diese sind in der Burgmannsstadt besonders gut aufgehoben.

Horstmar - 

Horstmar bietet ein besonderes Potenzial zur Integration von Familien. Das haben zwölf Studierende der Fakultät Raumplanung der Technischen Universität Dortmund herausgefunden, die die Städte Köln, Warnstein und Horstmar hinsichtlich ihres Umgangs mit Flüchtlingen verglichen haben. Daraus hat die Gruppe differenzierte Handlungsempfehlungen für eine erfolgreiche Integration abgeleitet.

Von Sabine Niestert

Köln, Warstein oder Horstmar, wer hat das Rennen gemacht? Die Groß-, die Mittel- und die Kleinstadt standen im Fokus des Interesses zwölf Studierender der Fakultät Raumplanung an der Technischen Universität Dortmund. Sie wollten unter der Fragestellung „Integrieren – aber wo?“ die „Potenziale unterschiedlicher Stadttypen bei der Aufnahme Geflüchteter“ herausfinden. Die Studenten nutzten dabei die drei Fallbeispielkommunen, um deren Wege um Umgang mit den Migranten zu erkunden und miteinander zu vergleichen. Die Ergebnisse und der Endbericht liegen nun auch den Westfälischen Nachrichten vor, die im Rahmen der Befragung ebenfalls Interview-Partner waren (Wir berichteten).

In ihrem Fazit kommt die Gruppe zu dem Schluss, dass sich die Frage, wer das größte Potenzial zu einer erfolgreichen Integration hat, nicht eindeutig beantworten lässt. Vielmehr sei es so, dass jeder Stadttyp einer bestimmten Gruppe von Migranten, passende Gegebenheiten biete, in denen das Einleben erfolgreich stattfinden könne. Als bemerkenswert bezeichnen die Studierenden das ehrenamtliche Engagement in allen drei Städten.

Bei der Integration von Familien zeichnet sich die Burgmannsstadt aus. Durch persönliche Betreuung, ausreichend Kita- und Bildungseinrichtungen sowie einem familienfreundlichen Unterbringungskonzept seien die Grundlagen gegeben, die Horstmar besonders für diesen Personenkreis attraktiv und sinnvoll machten, heißt es im Abschlussbericht. Anders sähe das bei Alleinreisenden aus. Die seien in Horstmar zwar immer noch gut aufgehoben, jedoch fehle es vor Ort an Freizeitangeboten und einer besonderen Infrastruktur für sie.

Vorteile der Großstadt seien für Alleinreisende, dass diese ein breites Bildungsangebot und einen leichteren Zugang zum Arbeitsmarkt (auch ohne besondere Sprachkenntnisse) böten.

Als einen großen Pluspunkt von Horstmar bewerten die Studenten zudem den arabisch sprechenden Hausmeister, der zwischen der Stadtverwaltung und den Geflüchteten vermittelt, was eine sehr persönliche und direkte Betreuung ermögliche.

Um den aufgezeigten Schwächen der Stadt Horstmar als Standort für die Unterbringung und Integration Geflüchteter zu begegnen, schlagen die Studierenden unter anderem eine Kooperation mit anderen Kommunen vor, um regelmäßige Bus- oder Bürgerbusfahrten in die umliegenden Mittel- und Oberzentren einzurichten. Dadurch soll die Mobilität der Migranten besonders in den frühen oder späten Abendstunden verbessert werden. Alternativ könne ein Netzwerk aus Mitfahrgelegenheiten bei Pendlern initialisiert werden, so die Gruppe.

Zur besseren Finanzierbarkeit von Angeboten für Flüchtlinge sollte, wie die Studierenden weiter anregen, geprüft werden, ob sich ein Anspruch auf Fördermittel des Landes besteht, beispielsweise im Rahmen des Programms „KOMM-AN NRW“.

„Zur Entlastung der Ehrenamtlichen und zur Förderung der Eigenständigkeit der Geflüchteten sollte diesen eine eigene Interessensvertretung bei der Verwaltung im Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe zukommen“, lautet eine weitere Handlungsempfehlung der Projekt-Teilnehmer.



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