Fr., 17.08.2018

Trauer um Pfarrdechant em. Franz Josef Bisping Seelsorger, Theologe und Bauherr

In anschaulich bildhafter Sprache verstand es Franz Josef Bisping in seiner aktiven Zeit als Pfarrdechant der Kirchengemeinde Horstmar St. Gertrudis, nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene gleichermaßen in die Geheimnisse Gottes einzuführen.

In anschaulich bildhafter Sprache verstand es Franz Josef Bisping in seiner aktiven Zeit als Pfarrdechant der Kirchengemeinde Horstmar St. Gertrudis, nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene gleichermaßen in die Geheimnisse Gottes einzuführen. Foto: abi

Horstmar - 

An Mariä Himmelfahrt (15. August) ist Franz Josef Bisping seinem schweren Krebsleiden erlegen. Der ehemalige Pfarrdechant von St. Gertrudis konnte noch im Juni diesen Jahres sein goldenes Priesterjubiläum feiern. Seit seiner Emeritierung im Jahre 2010 lebte der 77-Jährige mit seiner Verwandten Ursula Daldrup, die ihm den Haushalt führte, in einer Wohnung in der Neustraße 4. Die Beerdigung findet am kommenden Samstag (25. August) statt. Gelegenheit, sich persönlich vom Dechanten zu verabschieden, besteht am Mittwoch (22. August). Dann ist der Verstorbene von 16 bis 20 Uhr in der St.-Gertrudis-Kirche aufgebahrt. Um 20 Uhr beginnt ein Trauergottesdienst.

Von Sabine Niestert

Seiner schweren Krebserkrankung ist Franz Josef Bisping am Mittwoch im Alter von 77 Jahren erlegen. Die Nachricht über den Tod des emeritierten Pfarrdechanten von St. Gertrudis hat besonders die älteren Gemeindemitglieder getroffen, die den Seelsorger noch während seiner aktiven Zeit in Horstmar und Leer miterlebt haben. Immerhin hat der Geistliche fast drei Jahrzehnte die Geschicke der Pfarrgemeinde St. Gertrudis entscheidend mitgeprägt und seine gesamte Schaffenskraft für diese eingesetzt. Dabei wurde er nicht nur als Seelsorger und Theologe, sondern auch als Bauherr geschätzt. So hat der gebürtige Olfener, der 1984 in die Burgmannsstadt gekommen ist und zum Pfarrdechanten ernannt wurde, zahlreiche Baumaßnahmen während seiner Amtszeit in Angriff nehmen müssen.

Ob Umbau des ehemaligen Krankenhauses zum Altenwohnheim in 1986, der Anbau des Borchorster Hofes in 1989, die grundlegende Restaurierung der Antoniuskapelle in 1994 sowie die der St.-Gertrudis-Kirche in 2001 und die Renovierung des Pfarrheims in Leer 2009, diese und zahlreiche andere Vorhaben forderten dem Dechanten einiges ab.

„Sicherlich spürten viele, die ihn kennen, auch das Spannungsverhältnis, das sich aus den baulichen Verpflichtungen einerseits und den seelsorgerischen Anforderungen andererseits ergab“, beschrieb sein Weggefährte Diakon Helmut Spahn während der Verabschiedung von Franz Josef Bisping am 10. Juli 2010 das Dilemma, in dem sich der Dechant Zeit seines Wirkens vor Ort als leitender Pfarrer in St. Gertrudis befand.

Das habe ihn aber nicht daran gehindert, „zugleich und mit großer Intensität als Priester am geistigen Aufbau der Gemeinde zu arbeiten“, hieß es in der Laudatio von Helmut Spahn weiter, der darin auch an die ersten Aktivitäten Bispings, wie beispielsweise die Einführung der Seniorenmessdiener, die Durch­führung zahlreicher Studienfahrten sowie Kinderfreizeiten und die Förderung von Konzerten erinnerte. Nicht zu vergessen die Errichtung des neuen Altenwohn- und Pflegeheims, das im Oktober 1996 nach 18-monatiger Bauzeit bezogen werden konnte.

Ein weiterer schwerer Brocken, der nicht nur den Gläubigen, sondern auch dem Dechanten zusetzte, war die Fusion der beiden Pfarrgemeinden St. Gertrudis Horstmar und Ss. Cosmas und Damian Leer. Dabei war er als leitender Pfarrer der neuen Seelsorgeeinheit stets darum bemüht, Verständnis für die von der Bistumsleitung getroffenen Entscheidungen zu finden und das Miteinander beider Gemeinden zu fördern.

Nach seiner Emeritierung war der Seelsorger mit seiner Verwandten Ursula Daldrup, die ihm den Haushalt führte, aber sich auch mehr als 25 Jahre in der Kirchengemeinde engagierte, aus dem Pfarrhaus in eine Wohnung an die Neustraße gezogen.

„Als Priester und Seelsorger hat er Zeugnis gegeben von der Menschenfreundlichkeit Gottes und sich so eine hohe Wertschätzung und große Verbundenheit der Menschen erworben, insbesondere auch in den vielen Jahren seiner seelsorglichen Tätigkeit in Horstmar“, heißt es im Nachruf von Bischof Felix Genn.

Am 29. Juni hat Franz Josef Bisping noch sein goldenes Priesterjubiläum zusammen mit Helmut Spahn, der sein silbernes Diakonenjubiläum begehen konnte, gefeiert. Zum Kummer zahlreicher Gemeindemitglieder fand diese Feier aber nicht in Horstmars Gertrudiskirche, sondern in der Heilig-Kreuz-Kapelle in Heek/Ahle statt. Sein sehnlichster Wunsch, noch einmal eine Messe in der St.-Gertrudis-Kirche zu feiern, hat sich leider nicht mehr erfüllt.



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