Do., 23.08.2018

Auf Heimaturlaub Vom Schlosser zum Missionar

Pater Ludger Jessing (r.) konnte während seines Empfangs im Borchorster Hof zahlreiche Glückwünsche entgegennehmen und Hände schütteln. Zu den Gratulanten gehörte auch Ludger Hummert, der als stellvertretender Bürgermeister im Nahmen der Stadt Horstmar gratulierte.

Pater Ludger Jessing (r.) konnte während seines Empfangs im Borchorster Hof zahlreiche Glückwünsche entgegennehmen und Hände schütteln. Zu den Gratulanten gehörte auch Ludger Hummert, der als stellvertretender Bürgermeister im Nahmen der Stadt Horstmar gratulierte.

Horstmar - 

In der St.-Gertrudis-Kirche in Horstmar feierte Pater Ludger Jessing jetzt die 50. Wiederkehr seiner Primiz. Den festlichen Gottesdienst zelebrierten Pfarrdechant Johannes Büll, Pfarrer Dhaman Karanam, Pater Hubert Schöning und Diakon Franz-Josef Reuver gemeinsam mit dem Jubilar. Beim anschließenden Empfang im Borchorster Hof konnte der Ordensgeistliche zahlreiche Glückwünsche der Gemeindemitglieder entgegennehmen.

Von Franz Neugebauer

Vor 50 Jahren feierte der aus Horstmar stammende Pater Ludger Jessing in der Kirche von St. Gertrudis seine Heimatprimiz. Jetzt kehrte er für einen Besuch in die Burgmannsstadt zurück und feierte zusammen mit Pfarrdechant Johannes Büll, Pfarrer Dhaman Karanam, Pater Hubert Schöning und Diakon Franz-Josef Reuver sowie zahlreichen Gläubigen einen Gottesdienst.

Beim anschließenden Empfang im Pfarrzentrum Borchorster Hof musste der Jubilar zahlreiche Hände schütteln und Glückwünsche entgegennehmen. Dabei erzählte der Pater immer wieder von seinem bewegten Lebenslauf. So folgte dem Volksschulbesuch in Horstmar eine Ausbildung als Schlosser im Steyler Missionshaus St. Arnold. Als Mitglied der Klostergemeinschaft hatte der Geistliche in gewissem Maße teil am geistlichen und kulturellen Leben.

Missionare aus aller Welt kamen auf Heimaturlaub und erzählten von ihrer Arbeit „im Weinberg des Herrn“. Ihre Begeisterung steckte Ludger Jessing an und in ihm keimte der Wunsch, selbst Missionar zu werden. Aber dafür benötigte der damals 21-Jährige das Abitur. Der seinerzeit junge Mann erwarb es nach sechsjähriger Gymnasialzeit 1961 im Missionshaus St. Josef in Geilenkirchen.

Im Missionspriesterseminar in St. Gabriel bei Wien folgten, wie Jessing es beschreibt, die heitersten Jahre seines Lebens. Es war auch der Abschied aus Deutschland für immer, abgesehen von gelegentlichen Heimatbesuchen.

Das Theologiestudium absolvierte Jessing in Techny. Dort wurde er im Januar 1968 zum Priester geweiht. Er erhielt die Missionsbestimmung für Indonesien, musste allerdings zwei Jahre auf das Einreisevisum warten. So sammelte der Jubilar erste pastorale Erfahrungen als Kaplan in Venice/Florida.

In Indonesien erwartete den damals 35-Jährigen die geballte Härte und Freude des missionarischen Dienstes. Entgegen kamen ihm das tropische Klima sowie die freundliche Mentalität der Malaien. Natürlich musste der Seelsorger die Nationalsprache (Bahasa Indonesia) beherrschen, dazu je nach Gebiet auch noch regionale Sprachen. An erster Stelle seiner Tätigkeit stand die Pastoral, die Stärkung im Glauben mit Gottesdiensten, Sakramentenspendung, Religionsunterricht, Gründung, Besuch und Ermutigung von Basisgemeinschaften vor Ort.

Als kaum trennbar schildert der Jubilar den „physischen Aufbau“ der Gemeinde mit Bau von tropensicheren Kirchen und Kapellen, Errichtung und Ausbau von Schulen und einer Polyklinik. „Hinzu kam der Bau von Wasserleitungen für die Bergdörfer, Tipps und Hilfen bei der Verbesserung der Ernährung“, erzählt der Geistliche.

Im Jahr 2005 nach 35 Jahren schlug für Pater Jessing die Stunde des Abschieds in Indonesien. Als neue Aufgabe wartete der pastorale Einsatz für die Afroamerikaner im Süden der USA. Er ist jetzt in Cleveland (Texas) sesshaft und steht gleichzeitig von Florida bis Texas als „Feuerwehrmann“ zur Aushilfe zur Verfügung. Nach seinem Heimaturlaub in Horstmar wird der Besucher auch dorthin zurückkehren.



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