Mi., 29.08.2018

Welt der Gegensätze Früher war nicht alles besser

Der Tag begann mit einem Gottesdienst, den Pfarrdechant Johannes Büll (4.v.r.) mit Pfarrer Dhaman Karanam (3.v.r.) und Diakon Franz-Josef Reuver (5.v.r.) auf dem Gelände des ehemaligen Bahnhof zelebrierte.

Der Tag begann mit einem Gottesdienst, den Pfarrdechant Johannes Büll (4.v.r.) mit Pfarrer Dhaman Karanam (3.v.r.) und Diakon Franz-Josef Reuver (5.v.r.) auf dem Gelände des ehemaligen Bahnhof zelebrierte.

Horstmar - 

Früher war nicht alles besser und schöner, aber es ging ruhiger und gemächlicher zu. Das zeigte die Ausstellung „Gegensätze“, die am Sonntag auf dem Gelände des ehemaligen Bahnhofs eröffnet wurde. Zu den Besuchern gehörte auch der Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales, Karl-Josef Laumann. Sie begann mit einem Gottesdienst im Freien, den Pfarrdechant Johannes Büll zusammen mit Pfarrer Dhaman Karanam und Diakon Franz-Josef Reuver zelebrierte.

Von Franz Neugebauer

„Wir wollen mit der Ausstellung einen Beitrag in Sachen Kommunikation leisten und gleichzeitig die Wertschätzung unserer Branchen wieder bewusst machen, seien es das Handwerk oder die Unternehmen“, betonte Ludger Hummert während der Vernissage am Sonntagvormittag auf dem Außengelände des Horstmarer Bahnhofs. Er hatte diesen Tag zusammen mit Norbert Wiechers und Albert Krotoszynski organisiert, der mit einem Gottesdienst begann.

Im großen Rund war kein Platz mehr, als Pfarrdechant Johannes Büll, der zusammen mit Pfarrer Dhaman Karanam und Diakon Franz Josef Reuver die Messe zelebrierte, die Gottesdienstbesucher begrüßte. „Wer in der Vergangenheit lebt, hat keinen Blick für das Schöne und Wunderbare, das tatsächlich jeden Tag um uns herum geschieht“, betonte der Diakon.

Früher sei eben nicht alles schöner gewesen. Er sei froh und glücklich über jedes Kind und jeden Jugendlichen, der früh anfange, sich eigene Gedanken zu machen und selbst entscheide. „Mündige Bürger sind das Salz in der Suppe für die Gesellschaft“, betonte Reuver.

Bürgermeister Robert Wenking erinnerte an das vergangene halbe Jahrhundert mit zahlreichen Innovationen und einem unaufhaltsamen Fortschritt. Die Ausstellung „Gegensätze“ zeige die Gegenüberstellung von alten Techniken und den zeitgemäßen aktuellen. Eigentlich sei es ein Entwicklungsprozess, der sich rasend schnell vollziehe und letztendlich der unaufhaltsame Fortschritt der Menschheit sei. „Wer dieses hoch komplizierte Gefährt beherrscht, ist fast auch in der Lage, einen Airbus A 380 zu landen“, scherzte der Bürgermeister mit Blick auf einen GPS-gesteuerten Traktor neuester Bauart.

Als gelernter Landmaschinenschlosser zeigte Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, großes Interesse an den landwirtschaftlichen Geräten. Er brach eine Lanze für die Handwerksbetriebe mit der dualen Ausbildung. Das Handwerk sei der vielseitigste und leistungsstärkste Wirtschaftsbereich von NRW mit 1,1 Millionen tätigen Personen. Der Politiker bedauerte die um 57 Prozent verringerten Ausbildungsverhältnisse gegenüber 1985.

Beim Rundgang auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände mit zahlreichen Gerätschaften wurde die Entwicklung eines halben Jahrhunderts deutlich. Star der Ausstellung war ein Minimähdrescher, den Theo Steiling aus Beelen in einjähriger Arbeit erstellt hatte und auf dem die Kinder Platz nehmen durften.

Mitinitiator Albert Krotoszynski, selbstständiger Friseurmeister, machte die Entwicklung in seinem Berufsstand deutlich. Früher habe eine Dauerwelle ein halbes Jahr halten müssen und wurde nur zu Ostern und Weihnachten erneuert, erzählte er.



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