Do., 06.09.2018

Feiern im Dreierpack Drei Jubiläen auf einen Schlag

Schwester Hildemundis, Schwester Canisia, Schwester Lucinde (v.l.) können am Samstag ihr 70-jähriges Ordensjubiläum feiern. Schwester Hildemundis (r.) war auch in der Altenpflege tätig.

Schwester Hildemundis, Schwester Canisia, Schwester Lucinde (v.l.) können am Samstag ihr 70-jähriges Ordensjubiläum feiern. Schwester Hildemundis (r.) war auch in der Altenpflege tätig. Foto: Neugebauer

Horstmar-Leer - 

Gleich drei Jubiläen können am Samstag (8. September) im Haus Loreto in Leer begangen werden. So blicken Schwester Lucinde, Schwester Canisia und Schwester Hildemundis auf ihre 70 Jahre im Ordensleben zurück. Die Jubilarinnen sind während ihrer aktiven Zeit überwiegend in der Erziehung und Bildung, aber auch in der Altenpflege tätig gewesen. Sie sehen ihr Lebenswerk als gelungen an und finden nun im Alter Zeit, um in die Tiefe des Glaubens zu gelangen.

Von Franz Neugebauer

Große Freude herrscht im Haus Loreto, dem Altenwohnheim der Schwestern von der Göttlichen Vorsehung in Leer. Mit Schwester Lucinde, Schwester Canisia und Schwester Hildemundis können gleich drei Ordensfrauen am morgigen Samstag (8. September) auf 70 Jahre Ordensleben zurückblicken. Die Jubilarinnen sind während ihrer aktiven Zeit überwiegend in der Erziehung und Bildung, aber auch in der Altenpflege tätig gewesen.

Diese Aufgaben hätten sie letztlich auch zum Eintritt in den Orden ermutigt, denn in ihm habe man die Ziele am besten erreichen können, erklären die Schwestern. Im Noviziat habe man bereits erlebt, wie wichtig Gemeinschaft im Sinne der Spiritualität sei, berichtet das Trio.

Die Seniorinnen haben die soziale Not während des Zweiten Weltkrieges und danach kennengelernt und erinnern sich noch an die Währungsreform. Lebendig geblieben sind ihnen zudem die Erinnerungen an die zerbombten Städte und die geflüchteten Menschen.

Der Wunsch, etwas den Grauen der Nazizeit entgegenzusetzen, hätte sie dazu bewogen, sich um die Erziehung von Kindern und Jugendlichen zu kümmern. Jeder sei dort abgeholt worden, wo er war. Die soziale Erziehung und religiöse Ausrichtung habe dabei immer im Vordergrund gestanden.

Einen Bruch erlebten die Ordensfrauen in der 68er Bewegung. Plötzlich habe es antiautoritäre Erziehung gegeben, mit den sich daraus ergebenden Konsequenzen der Freizügigkeit. Man habe sich in den Kindergärten und den Schulen darauf einstellen müssen.

Das Konzil im Jahr 1963 war für die Nonnen ein einschneidendes Ereignis, das eine Lockerung im Ordensleben mit sich brachte. So sei die strenge Klausur einem größeren Gemeinschaftsgefühl gewichen. Man habe als Ordensfrau auch wieder das Elternhaus besuchen dürfen.

Für alle sichtlich, war die Änderung der Ordenskleidung. „Rundumsicht statt Weitsicht“ hieß es unter den Schwestern, als der Schleier fiel. Es gab nicht mehr die Generaloberin, sondern die Koordinatorin als Ergebnis einer Änderung in der Hierarchie.

„Wir haben unsere Fähigkeiten eingesetzt und praktiziert“, berichten die Schwestern, die gemeinsam auf ein bewegtes Leben zurückblicken und im Dienste der Menschheit, entsprechend dem Leitbild ihres Ordensgründers, dem Priester Eduard Michelis, der vom sozialen Elend, von der körperlichen und geistigen Vernachlässigung sowie der moralischen und seelischen Not der Kinder und Waisen aus den ärmsten Bevölkerungsschichten der Stadt Münster (Deutschland) betroffen war, tätig waren.

Die Jubilarinnen sehen ihr Lebenswerk als gelungen und bereichernd an und finden nun im Alter Zeit, um in die Tiefe des Glaubens zu gelangen. „Ins Innere gehen, Abstimmung mit Gott“ lautet ihre Devise. Der Rückblick auf das vergangene Leben mache dabei glücklich, frei und lebendig.



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