Di., 11.09.2018

Gute Resonanz Lockende Ziele für viele Besucher

Hausherr Burchard Graf von Westerholt (l.) stellte den interessierten Besuchern am Haus Alst die Geschichte des Wasserschlosses und der Bauerschaft vor. Das kleine Bild zeigt den Wappenfries am Westgiebel, der allerdings abgenommen werden musste.

Hausherr Burchard Graf von Westerholt (l.) stellte den interessierten Besuchern am Haus Alst die Geschichte des Wasserschlosses und der Bauerschaft vor. Das kleine Bild zeigt den Wappenfries am Westgiebel, der allerdings abgenommen werden musste.

Horstmar-Leer - 

Gut besucht waren die Mühlen am Leerbach samt Müllerkotten und Haus Alst am „Tag des offenen Denkmals“. Der Mühlen- und Heimatverein sowie Burchard Graf von Westerholt zeigten sich als Gastgeber in einer ersten Bilanz jedenfalls zufrieden.

Von Anton Janßen

Mit dem Interesse am „Tag der offenen Tür“ in Leer zeigten sich die Gastgeber zufrieden. So konnte Burchard Graf von Westerholt im Laufe des Tages fast 350 Besucher an Haus Alst, das 1624 erbaut worden ist, begrüßen. Ihnen stellte der Hausherr bei zwei Führungen ausführlich die Geschichte der Alst als dem ältesten Siedlungsplatz im Bereich Horstmars und die des Wasserschlosses vor.

Das Haus ist 1624 im Stil der niederländischen Renaissance – besser bekannt als Specklagentechnik wegen des Wechsels von roten Ziegelsteinen und hellgelben Sandsteinen – errichtet worden. Das konnte durch dendrochronologische Untersuchungen des Dachstuhls belegt werden. Somit sei es das jüngste Gebäude im Stile der Renaissance, so der Redner. Allerdings weise es schon Anklänge an den Barockstil auf, so keine außen überhängenden, sondern unter anderem im Innern errichtete Abort-Anlagen. Der spitze Winkel des Mauerwerksverlaufes in der Südostecke sei wohl vom Vorgängerbau übernommen – einer Burg, die als Verteidigungsbauwerk keine rechten Winkel habe. Eine Besonderheit des Hauses, nämlich einen Wappenfries, habe man vor etlichen Jahren leider vom Westgiebel abnehmen müssen, da er von der Witterung stark angegriffen gewesen sei. Graf Westerholt zeigte aber ein Foto und erklärte den Fries als sogenannte Auf­schwörung, einem Nachweis der adligen Abstammung in vier Generationen – daher 16 Wappen.

Abschließend stellte der Gastgeber die Möglichkeit von Trauungen in entsprechenden Räumen von Haus Alst vor sowie den „Friedwald“ ganz in der Nähe.

Anton Janßen und seine Mitstreiter vom Mühlen- und Heimatverein Leer freuten sich ebenfalls über eine gute Besucherresonanz. In beiden Mühlen am Leerbach und im Müllerkotten registrierten die Gastgeber im Laufe rund 100 technisch interessierte Besucher. Darunter befanden sich viele junge Familien mit kleinen Kindern. Da hatten die Mühlenbetreuer ständig viele Fragen zu beantworten. Besonders der Nachwuchs zeigte sich beeindruckt vom sogenannten Zwischenstock im Müllerkotten, der als Kinderschlafraum gedient hatte.



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