So., 14.10.2018

Spaß für den guten Zweck Gnadenlos und leicht entzündlich

Der Feuerwehrmann und Kabarettist Günter Nuth verstand es, sein Publikum während der Benefizveranstaltung im Vereinshaus der Katharinen bestens zu unterhalten

Der Feuerwehrmann und Kabarettist Günter Nuth verstand es, sein Publikum während der Benefizveranstaltung im Vereinshaus der Katharinen bestens zu unterhalten Foto: Franz Neugebauer

Horstmar - 

Kabarettist Günter Nuth bereitete den Besuchern einer Benefizveranstaltung, zu der der DRK-Ortsverein Horstmar ins Vereinshaus der Katharinen eingeladen hatte, einen vergnüglichen Abend. Mit seinen Späßen lieferte der Entertainer zugunsten der „Sanitäter vor Ort“ eine Liebeserklärung an die Blaulicht-Helfer.

Von Franz Neugebauer

„Ihr seid total emotionsflexibel“, lobte Günter Nuth sein Publikum während der Benefizveranstaltung für „Sanitäter vor Ort“ des DRK-Ortsvereins Horstmar. Das Vereinshaus der Bruderschaft St. Katharina war bis auf den letzten Platz gefüllt, als Vorsitzender Heinz Lölfing die Gäste dort begrüßte. Damit sei den Organisatoren ein großer Stein vom Herzen gefallen, fügte DRK-Sanitäter Holger Brüggemann hinzu. „Es ist schön zu sehen, wie unsere Arbeit durch die Horstmarer Bevölkerung unterstützt wird“, freute sich Martin Voges. Man erfahre dadurch auch eine große Wertschätzung.

Günter Nuth begeisterte spritzig, witzig, heiter, aber auch ernst drei Stunden lang die begeisterten Zuhörer. Der Wortkünstler beleuchtete das Leben der Sanitäter und Feuerwehrmänner während und nach den Einsätzen. Auch die „Bulllen“, sprich Polizisten, spielten eine Rolle.

Der Entertainer kann aus einem reichen Erfahrungsschatz schöpfen, da er 35 Jahre bei der Berufsfeuerwehr in Düsseldorf, zuletzt in der psychosozialen Notfallversorgung eingesetzt war. Dabei habe er viel Leid und Not erlebt und sich vor sechs Jahren entschlossen, die heitere Seite des Lebens zu betrachten, berichtete der Besucher. Jetzt zähle er bis zu 20 Comedy-Auftritte im Jahr, davon jeweils ein Abend als Benefizveranstaltung. Und diese fand nun in Horstmar statt.

Der Zufall wollte es, dass Günter Nuth im Zuge der Social-Media-Arbeit im Medizin-Pkw der Horstmarer „Sanitäter vor Ort“ seinen ehemaligen Dienstwagen der Berufsfeuerwehr Düsseldorf wiedererkannte und wissen wollte, was man mit dem Fahrzeug mache. So kam der Akteur mit Martin Voges vom Horstmarer DRK ins Gespräch. Das Engagement beeindruckte den Kabarettisten ihn so sehr, dass er am Abend in der Burgmannsstadt auf seine Gage verzichtete und alle Einnahmen zur Finanzierung den „Sanitätern vor Ort“ dienten.

Eine von Nuth inszenierte spontane Saalsammlung zugunsten eines Notfallkoffers für Kinder erbrachte insgesamt 1234 Euro, so dass den Helfern neben den Eintrittsgeldern ein Betrag von 4040 Euro zugute kam.

Der Auftritt des Kabarettisten war eine Liebeserklärung an alle Blaulicht-Helfer, weil hinter den vermeintlichen Helden ganz normale Menschen stehen. So ließ der Gast die Zuhörer wissen, dass jeder Helfer vor dem Einschlafen bete, dass der Piepser nicht gehen möge: „Lieber Gott sei so nett, lass den Feuerwehrmann im Bett“.

Bei einem Einsatz habe man einen Schrank auseinanderbauen müssen, weil dahinter eine Katze hilflos wimmerte. Man tapeziere ja auch nicht die Zimmer nach einem Löscheinsatz, antworteten die Feuerwehrleute, als die Wohnungsbesitzerin die Forderung auf Zusammenbau des Schrankes an die Brandschützer stellte.

Ein Blick führte hinter die Kulissen beim Entdecken einer betrunkenen Person. Wer ist zuständig, die Polizei oder hat die Person eine Verletzung, dann der Rettungsdienst? Empfehlung von Nuth: „Rufen Sie ein Taxi“. So sprengte er die Grenzen zwischen Kabarett und Stand-Up-Comedy: gnadenlos, lustig und leicht entzündlich und ging dabei an die Grenzen der körperlichen Belastung, mal stehend, mal hüpfend, mal liegend und sogar beim erotischen Tanz an der Rutschstange.



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