Spannender und informativer Ausflug
Genossen auf den Spuren der Burgmänner

HorstmaR/Kreis Steinfurt -

Was es mit den Burgmannshöfen auf sich hat und warum Horstmar mit seinen rund 6000 Einwohnern den Titel Stadt trägt, erfuhren jetzt zahlreiche Freunde und Mitglieder der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60plus aus dem Kreis Steinfurt. Bevor die Senioren Näheres hörten, trafen sie sich im Pfarrzentrum Borchorster Hof zu Kaffee und Plätzchen. Dort begrüßte Kreisvorsitzender Horst-Dieter Künppels den SPD-Fraktionsvorsitzenden Michael Kaiser und Bürgermeister Robert Wenking, der die Räumlichkeiten, die Eigentum der Stadt Horstmar sind, freundlicherweise zur Verfügung gestellt hatte.

Mittwoch, 07.11.2018, 16:00 Uhr
Die SPD-Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt-Brauer (6.v.l.vorne) begleitete die Mitglieder der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60plus bei ihrem Gang durch Horstmar.
Die SPD-Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt-Brauer (6.v.l.vorne) begleitete die Mitglieder der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60plus bei ihrem Gang durch Horstmar.

Einen kurzen Einblick in das politische Berlin gab die SPD-Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt-Brauer, die von den Genossen besonders begrüßt wurde und nebenbei bemerkt im Horstmarer Stadtteil Leer lebt.

„Während CDU/CSU sich streiten, hat die SPD gearbeitet“, machte Arndt-Brauer deutlich. So habe sich die SPD für das Gute-Kita-Gesetz, Rückkehrrecht auf Vollzeitarbeit, verbesserten Zugang zu Arbeitslosengeld I, Musterfeststellungsklage, modernes Einwanderungsrecht und Stärkung der Steuergerechtigkeit durchgesetzt, wie aus einem Pressebericht der Genossen hervorgeht.

Anschließend übernahm Heinz Herdt vom Stadtmarketingverein „HorstmarErleben“ das Zepter und führte die Gäste in das historische Horstmar ein. Im neunten Jahrhundert wurde die Burg Horstmar errichtet und erstmals 1050 erwähnt. „Darauf sind wir besonders stolz“, so Herdt. Durch fürstbischöfliche Herrschaft wurde Horstmar 1270 die Stadtrechte durch den Bischof Gerhard von der Mark verliehen.

Einzigartig ist der fast quadratische Grundriss der Stadt. Dieser wurde von zwei umlaufenden Gräben und Außen- und Innenwällen umschlossen. An den Ecken des quadratischen Grundrisses standen runde Wachtürme. In jede der vier Himmelsrichtungen führte ein Tor aus der Stadt. Im Ortsmittelpunkt befanden sich schon früh Kirche und Rathaus.

Die Gründung der Burgmannshöfe ist für das 11. Jahrhundert anzunehmen. Zum Schutze ihrer Burg gründeten die Edelherren von Horstmar acht Burglehen, deren Höfe gleichzeitig die Burgsiedlung sichern sollten. Die Bewohner, die so genannten Burgmänner, waren die eigentlichen Herren der Stadt. Bereits im 13. Jahrhundert erwähnt, hatten sie ihre Macht so ausgeweitet, dass sie sogar ihrem Landesherrn, dem jeweiligen Bischof, den Zugang zur Stadt verwehren konnten. Von den Burgmannshöfen sind der Münsterhof, Sendenhof, Mervelder Hof, Valkenhof, Deipenhof und der Borchorster Hof heute noch erhalten.

Bei einem Rundgang durch die historische Altstadt erläuterte Heinz Herdt die vorher beschriebenen Merkmale der Burgmannstadt Horstmar. Das historische Rathaus von 1571 konnte zwar wegen Baumaßnahmen nur von außen besichtigt werden, aber die im 14. Jahrhundert erbaute St. Gertrudis-Kirche gestattete einen ausgiebigeren Blick ins Innere.

Fachkundig trug Herdt geschichtliche Informationen zur Kirche vor. Aber auch die Neuzeit streifte der Stadtführer in seinem Vortrag. So beschrieb er die Blütezeit Horstmars zu Zeiten der Textilindustrie im 19. und 20. Jahrhundert. Zahlreiche Geschäfte prägten die „Flaniermeile“ in Horstmar. Mit dem Niedergang der Textilindustrie erhielt die Stadt einen schweren Schlag, von dem sie sich nur schwer erholte, so Herdt.

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