So., 11.11.2018

Goldhochzeit im Haus Janßen Gemeinsamkeiten verbinden

Jutta und Anton Janßen (r.) freuen sich über 50 gemeinsame Ehejahre. Zur Goldhochzeit gratulierte Bürgermeister Robert Wenking. Den Bogen und die Zahl „50“ vor der Haustür haben die Nachbarn gestaltet, zu denen die Janßens ein gutes Verhältnis haben.

Jutta und Anton Janßen (r.) freuen sich über 50 gemeinsame Ehejahre. Zur Goldhochzeit gratulierte Bürgermeister Robert Wenking. Den Bogen und die Zahl „50“ vor der Haustür haben die Nachbarn gestaltet, zu denen die Janßens ein gutes Verhältnis haben. Foto: Rainer Nix

Horstmar - 

Zum zweiten Mal in diesem Jahr wird bei der Familie Janßen am Lerchenweg groß gefeiert. Stand im Februar noch der 80. Geburtstag von Professor Dr. Anton Janßen an (wir berichteten), so sind es jetzt die 50 gemeinsamen Ehejahre mit seiner Frau Jutta. Dazu besuchte Horstmars Bürgermeister Robert Wenking die beiden bekannten Persönlichkeiten, die seit 1972 das öffentliche Leben in der Burgmannstadt mitgestalten. Seit dem 12. Dezember ist Anton Janßen Ehrenbürger der Stadt Horstmar.

Von Rainer Nix

Jutta Janßen erblickte 1944 in Ulbersdorf, Neumark, 100 Kilometer östlich von Frankfurt/Oder das Licht der Welt. Im Januar 1945 musste sie als Kleinkind kriegsbedingt bei Eis und Schnee die Flucht in Richtung Spreewald erleben. Im Kinderwagen liegend überstand die Jubilarin die Strapazen. Nach dem Krieg wohnte sie mit ihren Eltern in Berlin.

Anton Janßen ist in Jever unweit der Küste geboren. Seine Mutter war Müllers­tochter und schon als Kind entwickelte er Interesse an technischen Bauwerken. Beide verschrieben sich beruflich der Chemie und trafen sich 1964 das erste Mal in einem Labor der Universität Münster. Ein „zündendes“ Schlüsselerlebnis gab es wohl nicht, doch beide näherten sich kontinuierlich an, bis die Beziehung sie schließlich vor den Traualtar führte.

Anton Janßen ist Chemiker und arbeitete von 1970 bis 2003 bei der Fachhochschule Münster auf dem Campus Burgsteinfurt. Zwei Jahre davon war er Prodekan, von 1990 bis 1998 Dekan des Fachbereichs Chemieingenieurwesen. Er betrieb neben der Lehre als Dozent kontinuierlich Methodenentwicklung in der Analytik und war in bestimmten Bereichen sogar führend. 2003 ging der Senior mit 65 Jahren in den Ruhestand, hielt anschließend jedoch noch fünf Jahre nebenamtlich Lehrveranstaltungen ab und betreute Diplom- sowie Doktorarbeiten mit.

Ehefrau Jutta verschrieb sich der Lebensmittelchemie. Sie war nach ihrem Studium wissenschaftliche Angestellte an der Bundesanstalt für Fettforschung in Münster. Dort arbeitete sie rund fünf Jahre bis Tochter Jutta sich ankündigte. Später folgte Sohn Holger.

Nach Horstmar führte die beiden ein „Baugebietsproblem“. Am Standort der FH Burgsteinfurt war nur eines mit Flachdachvorschrift ausgewiesen. Der Professor vertraute diesen Konstruktionen nicht, die nach Jahren für ihre Wasserdurchlässigkeit bekannt waren. So fiel die Wahl auf die Burgmannstadt. Am 5. Juli 1972 bezogen die Janßens ihr Haus am Lerchenweg, das damals noch ganz allein dort stand.

Jutta Janßen engagierte sich im Kindergartenrat, in der Pflegschaft der Grundschule. Sie wurde von der evangelischen Kirchengemeinde ins Presbyterium gewählt. Noch heute ist sie als Presbyterin aktiv. In den 90er Jahren war sie sachkundige Bürgerin, danach 20 Jahre lang CDU-Ratsmitglied der Stadt Horstmar.

Über das Katholische Bildungswerk und das Evangelische Sozialseminar gelangte Anton Janßen zur Heimatgeschichte. „Ich war sehr interessiert, weil wir hier an einem für uns völlig neuen Ort waren, ebenso in einer Gegend, von der wir eigentlich nichts wussten“, sagt er heute. 34 Jahre lenkte Janßen als Vorsitzender des Horstmarer Heimatvereins seine Geschicke und ist heute dessen Ehrenvorsitzender.

Ab 1973 war das Ehepaar im Evangelischen Sozialseminar aktiv, wo Anton Janßen 1975 die Studienleitung übernahm. Dort steuerte er auch die Pressearbeit. Vielen Lesern sind die das Eheleute unter anderem dadurch bekannt, weil sie seit über 40 Jahren als freie Mitarbeiter unter dem Kürzel „aja“ unzählige Artikel für diese Zeitung geschrieben und bebildert haben.

Im TuS Germania spielte Anton Janßen jahrelang Volleyball und Leichtathletik, Zwölf Mal erwarb er das Sportabzeichen. Der sachkundige Bürger im Schul-, Kultur- und Sportausschuss des Kreistages war niemals Mitglied einer Partei, weil er sich seine Neutralität bewahren wollte. Auch der Verein für Technische Denkmäler, der Ortskulturring und der Mühlen- und Heimatverein Leer gehören zu seinen Interessensgebieten.

Die beiden Jubilare sind froh, stets gemeinsam agiert und in allen Lebenslagen zusammengehalten zu haben. Gemäß diesem Grundsatz schauen die Janßens auch optimistisch in die Zukunft.



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