Gedenken an die Opfer der Pogromnacht
Bürger setzen ein Zeichen

Horstmar -

Zahlreiche Horstmarer gedachten am 9. November den Opfern der Pogromnacht.

Sonntag, 11.11.2018, 14:06 Uhr
An der Gossenstraße fand eine Gedenkfeier für die Opfer der Pogromnacht statt..
An der Gossenstraße fand eine Gedenkfeier für die Opfer der Pogromnacht statt.. Foto: Annegret Rose

Mit einer kurzen Begrüßung eröffnete Alfons Rottmann in der Gossenstraße das Gedenken an die Opfer der Pogromnacht. Viele waren gekommen, die ein Zeichen gegen das Vergessen setzen wollten. Es wurden Gedichte vorgetragen und Zeitungsartikel zum derzeitigen Prozess gegen einen SS-Wachmann in Münster. Rottmann forderte, wachsam zu sein, gerade in der heutigen Zeit.

Reinhard Stahl verlas die Namen der aus Horstmar deportierten Juden: Familie Eichenwald, Selma, Ernst, Grete, Edith und Helga, Stadtstiege 22, Samuel, Grete, Carl, Helmut, Erwin, Königstraße 8, Fritz und Henny, Heinz und Kurt Nathan, Kappenberger Straße 47, Josef , Helene, Ella, Otto und Martha Nathan, Neustraße 5, Louis, Rosa, Paula, Kurt , Lieselotte, Ruth, Walter, Margarete, Liesel, Doris und Bilba Steinweg, Gossenstraße 1, Moritz, Hans, Marianne Löwenstein, Kappenberger Straße und Bernhard Löwenstein, Schöppinger Straße 7.

Stahl zitierte das jüdische Sprichwort „Wirklich tot sind nur jene, an die sich niemand mehr erinnert.“ Mit der Trauer um die Ermordeten und angesichts des gewachsenen neuen Faschismus betonten die Veranstalter eine friedliche, zukunftsweisende Haltung im Miteinander.

Claudia Geldermann beschwor mit einer kleinen Lesung aus dem Roman „Meschugge sind wir beide“ von Claudia Schwarz drei Begriffe, die unsere Gesellschaft frei in die Zukunft blicken lasse. „Zuversicht, Hoffnung, Vertrauen.“

Reinhard Stahl berichtete abschließend, dass er zehn Mitglieder aus dem Internationalen Versöhnungsbund zu Besuch habe.

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