Interessanter Abend
Informatives und Spannendes zur Reformation in England

Horstmar -

Für England-Besucher vieles erklärend, für Nicht-Englandkenner viel Interessantes, berichtete Pfarrer Holger Erdmann während des Vortrags- und Gesprächsabends des Evangelischen Sozialseminars und des Katholischem Bildungswerks. Diese hatten zum Thema „Reformation in England – kirchliches Leben in England“ in den Borchorster Hof eingeladen.

Montag, 12.11.2018, 18:00 Uhr aktualisiert: 15.11.2018, 07:40 Uhr
Pfarrer Holger Erdmann (2.v.l.) bewies sich während des Vortrags- und Gesprächsabends der Christlichen Bildungswerke Horstmars als versierter England-Kenner.
Pfarrer Holger Erdmann (2.v.l.) bewies sich während des Vortrags- und Gesprächsabends der Christlichen Bildungswerke Horstmars als versierter England-Kenner. Foto: aja

Zunächst stellte der Referent die verschiedenen Stufen der anglikanischen Reformation im 16. Jahrhundert vor. Beginnend mit der Loslösung der anglikanischen Kirche vom Papst durch König Heinrich VIII., der wegen des Fehlens eines Thronfolgers seine Ehe geschieden haben wollte. Nach der Scheidung durch ein Kirchengericht 1533, worauf der Papst ihn aus der Gemeinschaft der Gläubigen ausschließt, lässt Heinrich VIII. vom Parlament beschließen, dass der König zum Oberhaupt der Kirche von England erhoben wird. Daraufhin lässt er die Klöster auflösen, verfügt dass jede Gemeinde eine Bibel in englischer Sprache anschaffen muss, bleibt aber sonst dem Katholizismus eng verbunden.

Der Nachfolger Eduard VI. führt dann die reformierte Theologie ein mit einer neuen Gottesdienstordnung unter Abschaffung der katholischen Messe. Unter Maria I. gibt es eine Rückkehr zum Katholizismus. Schließlich wird unter Elisabeth I., die heute noch bestehende Anglikanische Staatskirche errichtet, bei der nicht völlig mit der katholischen Tradition gebrochen wird, so dass Elisabeth I. einen Ausgleich zwischen protestantischen und katholischen Bestandteilen des Kirchenlebens schafft. Und diese erlebt man beim Besuch eines anglikanischen Gottesdienstes.

Im zweiten Teil stellte Pfarrer Erdmann das aktuelle kirchliche Leben in Großbritannien vor in Verbindung mit der Frage, was davon für die kirchliche Praxis in Gegenwart und Zukunft interessant und relevant ist. Das seien vor allem Aktivitäten, die Menschen neu in Kontakt mit dem christlichen Glauben zu bringen. Und die dabei entwickelten „Prozesse“ habe man jüngst auch vor Ort eingeleitet, zum Beispiel mit Gottesdiensten unter dem Motto „Ich bin da – Du auch?“, den Kreuzweise-Aktivitäten oder der Erarbeitung einer ökumenischen Vision von „Kirche mit Zukunft“ mit den Themen Tradition, Seelsorge und Service.

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