Berührende Geschichte
Soldat wird zum Helfer

Horstmar-Leer -

Zum Martinsumzug am Haus Loreto hatte der Kindergarten Ss. Cosmas und Damian eingeladen. Viele Eltern und Kinder nicht nur aus Leer, sondern auch aus Horstmar und Burgsteinfurt waren mit ihren Laternen gekommen, um St. Martin auf seinem Ritt zum Hause Loreto zu begleiten. Dort sahen sie wie der Soldat seinen Mantel mit dem armen Bettler teilt. Eine Geschichte, die immer wieder berührend ist.

Montag, 12.11.2018, 20:00 Uhr aktualisiert: 15.11.2018, 07:40 Uhr
Zahlreiche Besucher sahen zu, wie der Soldat seinen Mantel zerschnitt, um diesen mit dem armen Bettler zu teilen.
Zahlreiche Besucher sahen zu, wie der Soldat seinen Mantel zerschnitt, um diesen mit dem armen Bettler zu teilen.

Zum Martinsumzug am Haus Loreto hatte der Kindergarten Ss. Cosmas und Damian eingeladen. Viele Eltern und Kinder nicht nur aus Leer, sondern auch aus Horstmar und Burgsteinfurt waren mit ihren Laternen gekommen, um St. Martin auf seinem Ritt zum Hause Loreto zu begleiten. Stockdunkel war es, als die Teilnehmer sich gemeinsam vom Dreieck aus in Richtung des Schwesternwohnheimes auf den Weg machten. Nur die beleuchteten Fenster des Klosters verbreiteten ein wenig Licht.

„Wir haben wohl einen guten Draht zum Himmel“, meinte Kindergartenleiterin Heike Westermann, denn pünktlich zum Martinsumzug schloss der Himmel seine Schleusen. Die Jugendfeuerwehr begleitete den Zug mit leuchtenden Fackeln. Der Horstmarer Spielmannszug unterstützte den Nachwuchs beim Singen der Martinslieder. Alle wurden dann Zeugen, wie St. Martin (Dörthe Heidbrink) auf dem Tinker-Pferd Molly seinen Mantel mit dem Bettler (Dirk Püntmann) teilte.

Kindergarten-Mitarbeiterin Anke Gerding berichtete aus dem Leben von St. Martin. Er begegnete, so führte sie aus, mitten im Winter, der von außergewöhnlicher Härte war, am Stadttor von Amien einem nackten Armen. Martin nahm sein Schwert und teilte den Mantel mitten entzwei. Den einen Teil gab er dem Bettler, in den anderen Teil hüllte er sich wieder selbst. Martin war nicht mehr länger ein disziplinierter Kämpfer unter dem römischen Kriegsgott, sondern ein Soldat Gottes, einer, der sich mit Eifer und Disziplin in die Pflicht der Kirche nehmen ließ. Er ließ sich taufen und wurde später sogar Bischof.

Aufmerksam verfolgten auch die Schwestern des Hauses Loreto die Szene mit dem Bettler und St. Martin. Sie freuten sich darüber, die Besucher mit einer großen Ente aus Kuchenteig zu erfreuen. Die Eltern der Kindergartenkinder hatten Glühwein, Kakao und Würstchen zubereitet.

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