Ensemble Theatrum bietet „Musik ist Trumpf“ dar
Temporeiche Inszenierung

Horstmar -

Flamenco, Tango und „Kann denn Liebe Sünde sein“: Das Ensemble Theatrum überzeugte mit seinem Programm „Musik ist Trumpf“ das Publikum.

Sonntag, 18.11.2018, 19:34 Uhr aktualisiert: 22.11.2018, 16:53 Uhr
„Musik ist Trumpf“ hieß es in der kleinen Kapelle der evangelischen Kirche (v.l.): Eva Gerlach, Ursula Fiedler und Friederike von Krosigk überzeugten mit ihrem schwungvollen Programm.
„Musik ist Trumpf“ hieß es in der kleinen Kapelle der evangelischen Kirche (v.l.): Eva Gerlach, Ursula Fiedler und Friederike von Krosigk überzeugten mit ihrem schwungvollen Programm. Foto: Annegret Rose

Mit dem schwungvollen Programm „Musik ist Trumpf“ gastierte das Ensemble Theatrum aus Hohenerxleben in Horstmar. Die Künstlerin Friederike von Krosigk ist inzwischen bestens bekannt. Allein ihr Name bürgt für Qualität und sorgt für ein ausverkauftes Haus. Die kleine Kapelle der evangelischen Kirche war somit brechend voll. Von Krosigk stellte als Pianistin die Kantorin aus Rothenburg, Eva Gerlach, vor und mit Ursula Fiedler eine Sängerin, die auch Geige spielt.

Die drei Frauen bestritten den Abend mit einer temporeichen Inszenierung. Zu Beginn staunte der eine oder andere nicht schlecht, dass das Wort „Zigeuner“ wie selbstverständlich als Synonym für Kunstschaffende verwendet wurde. Roma und Sinti wurden während des Naziregimes als Zigeuner bezeichnet, verfolgt und ermordet, deshalb empfinden deren Nachfahren den Begriff als Beleidigung. Dadurch, dass es bei dem Konzert respektvoll um eine Musikrichtung ging und die romantische Tradition von natürlichem und freiem Leben dieser Menschen im Mittelpunkt stand, war eine Missachtung von Personen von vornherein ausgeschlossen.

Mit den mitreißenden Tönen ihrer Geige und ihrer klangvollen Stimme riss Ursula Fiedler das Publikum von den Stühlen. Dabei wurden neben instrumentalen Serenaden aus Andalusien auch zwei Lieder von Johannes Brahms vorgetragen. Dazu ließ Friederike von Krosigk die Kastagnetten kreisen und tanzte graziös angedeutet einen Flamenco. Die Künstlerin überzeugte mit ihrer schönen Stimme. Sie bestritt auch die Moderation. Dazu gehörte das Vortragen des Gedichts „Zigeunerleben“ von Hedwig Dohm (1831-1919), das sich mit dem Unterwegssein von Menschen beschäftigte.

Nach einem Tango von Astor Piazzolla gab es eine kleine Pause, die mit dem schwärmerischen Lied „Die Caprifischer“ aus den 50er Jahren endete. Bei den folgenden Gassenhauern „Meine Lippen, die küssen so heiß“, „Mit 66 Jahren“ und „Kann denn Liebe Sünde sein“ sowie „Klonen kann sich lohnen“ konnte das Publikum mit Hilfe eines Stückchen Papiers, das vor den Mund gehalten wurde, „mitsingen“ oder schunkeln. Das kam so gut an, dass Andreas Becker und Johannes Bühl als Gastgeber in der Kapelle scherzhaft überlegten, das Papier einzusammeln, um es für den nächsten Gottesdienst einzusetzen.

Eine Liedzeile „Auf dem Baume sitzt eine Pflaume, die möchte ich gerne haben“ sorgte für große Heiterkeit, weil es in verschiedenen Variationen vorgetragen wurde. Ein orientalisches Märchen rundete den Abend ab. Friederike von Krosigk sprach als Zugabe für den Heimweg noch einen Segen.

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