Vielversprechend
Horstmar im späten Mittelalter

Horstmar -

Gut besucht war die Auftaktveranstaltung zum Jubiläum „750 Jahre Horstmar“ gekoppelt mit dem 50-jährigen Zusammenschluss von Horstmar und Leer. „Professor Janßen öffnet nun ein interessantes Zeitfenster mit Details aus dem späten Mittelalter“, kündigte Horstmars Bürgermeister Robert Wenking den Referenten an und versprach nicht zu viel. Schwerpunkte waren die Themen „Horstmar und seine Fürstbischöfe“ sowie die „Warendorfer Vereinbarung“.

Dienstag, 29.01.2019, 17:00 Uhr aktualisiert: 30.01.2019, 16:34 Uhr
Bürgermeister Robert Wenking (stehend) kündigte die spannenden historischen Ausführungen von Professor Anton Janßen (l.) im Kaminzimmer des Borchorster Hofes an.
Bürgermeister Robert Wenking (stehend) kündigte die spannenden historischen Ausführungen von Professor Anton Janßen (l.) im Kaminzimmer des Borchorster Hofes an. Foto: Nix

Die Burgmannsstadt hatte einst große Bedeutung. Ihre Burg, im Jahr 1635 zerstört, wurde weit vorher zu einer wichtigen Landesfestung ausgebaut. Dort residierten unter anderem Bernhard von Raesfeld, Fürstbischof in den Jahren 1557 bis 1566 und Johann III. von Hoya, Fürstbischof von 1566 bis 1574, der 1570 hier eine neue Land- und Hofgerichtsordnung erließ. Professor Dr. Anton Janßen tauchte am Sonntagabend im Kaminzimmer des Borchorster Hofes tief in die Horstmarer Geschichte ein. Anlass war die Auftaktveranstaltung zum Jubiläum „750 Jahre Horstmar“, gekoppelt mit dem 50-jährigen Zusammenschluss von Horstmar und Leer. Der Vortrag fand eine überwältigende Resonanz von Seiten Geschichtsinteressierter.

Bürgermeister Robert Wenking begrüßte das Publikum. „Professor Janßen öffnet nun ein interessantes Zeitfenster mit Details aus dem späten Mittelalter“, kündigte der Gastgeber an und versprach nicht zu viel. Schwerpunkte waren die Themen „Horstmar und seine Fürstbischöfe“ sowie die „Warendorfer Vereinbarung“.

Musikalisch setzen Flötistin Cornelia Becken und Rafael D. Marihart am Flügel Akzente. Sie hatten sich in historischen Musikgefilden umgeschaut und beeindruckend interpretierte Beispiele herausgesucht. Unter anderem brachten sie einen wunderbaren Satz der Hamburger Sonate von Carl Philipp Emanuel Bach zu Gehör. Ebenso spielten sie das „Palästinalied“ des „Walther von der Vogelweide“ (1170 bis zirka 1230), der als bedeutendster deutschsprachiger Lyriker des Mittelalters gilt. Es thematisierte in poetischer Form die Teilnahme an einem Kreuzzug der Jahre 1217 bis 1221.

„Am 27. Januar 1269, also genau vor 750 Jahren“, holte Janßen aus, „wurde Horstmar Teil des Herrschaftsgebietes der Fürstbischöfe von Münster.“ Grund war eine Vereinbarung, die zur Freilassung des Grafen Friedrich von Rietberg (und Horstmar) aus fürstbischöflich-münsterscher Einkerkerung führte. Die Gefangennahme resultierte aus der Teilnahme Rietbergs an der großen Ritterschlacht bei Zülpich in 1267. Er und Fürstbischof Simon von Paderborn kämpften als Verbündete des Erzbischofs von Köln in der so genannten „Kölner Fehde“ gegen Wilhelm IV. von Jülich, der seinerseits zahlreiche Bündnispartner besaß. Gegen ein Lösegeld von 1150 Mark, die dem Wert von 27 Kilogramm Silber entsprachen, wurde Rietberg wieder freigelassen. Allerdings brachte er das Lösegeld nur auf, indem er Burg und Herrschaft Horstmars mit sämtlichem Grundbesitz einschließlich der Vasallen, Dienstmannen und Hörigen an den Fürstbischof Gerhard von Münster verkaufte.

So wurde dieser 1269 neuer Landesherr von Horstmar. Wegen dieser erheblichen Ausweitung seines Herrschaftsbereiches nach Nordwesten war ein Interessenkonflikt mit den Edlen von Steinfurt vorprogrammiert. Aus diesem Grund baute er die Burg Horstmar aus, führte Janßen weiter aus.

„Er legte südlich der Burg um die dort seit Ende des 12. Jahrhunderts bereits vorhandene kleine Kirche eine Siedlung mit nahezu quadratischem Grundriss und regelmäßiger Anordnung der Straßen an. Sie bekam ein Selbstverwaltungsrecht, ein Befestigungsrecht für Wälle und Gräben, eine eigene Gerichtsbarkeit und ein Marktrecht. Horstmar war deutlich auf dem Weg nach oben. Mit Zerstörung der Burg durch siebzehn hessische Soldaten sank die Bedeutung der Stadt allerdings wieder,“ berichtete der Referent

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