Unterhaltsam und informativ
Unternehmer tauschen sich aus

Horstmar-Leer -

„Unsere Firma ist ein echter Familienbetrieb und es steckt viel Herzblut darin“, so Thomas Hölscher. Er führt die 1889 in Leer gegründete Seilerei Hölscher in vierter Generation. Jetzt war Thomas Hölscher Gastgeber des „Unternehmerfrühstücks“. 25 Unternehmer waren der Einladung des Stadtmarketingvereins „HorstmarErleben“ dazu gefolgt. „Wir freuen uns, dass Sie so zahlreich erschienen sind und die Gelegenheit zu Gesprächen und Austausch in gemütlicher Runde nutzen“, begrüßte Hubertus Brunstering, Geschäftsführer des Stadtmarketingvereins, die Runde.

Freitag, 08.02.2019, 15:14 Uhr aktualisiert: 08.02.2019, 15:24 Uhr
Spannend und informativ war der Austausch der Unternehmer aus Horstmar und Leer, die der Einladung des Stadtmarketingvereins „HorstmarErleben“ in die Seilerei Hölscher gefolgt waren.
Spannend und informativ war der Austausch der Unternehmer aus Horstmar und Leer, die der Einladung des Stadtmarketingvereins „HorstmarErleben“ in die Seilerei Hölscher gefolgt waren. Foto: rgs

„Unsere Firma ist ein echter Familienbetrieb und es steckt viel Herzblut darin“, so Thomas Hölscher. Er führt die 1889 in Leer gegründete Seilerei Hölscher in vierter Generation. Kürzlich war Thomas Hölscher Gastgeber des „Unternehmerfrühstücks“. 25 Unternehmer waren der Einladung des Stadtmarketingvereins „HorstmarErleben“ dazu gefolgt. „Wir freuen uns, dass Sie so zahlreich erschienen sind und die Gelegenheit zu Gesprächen und Austausch in gemütlicher Runde nutzen“, begrüßte Hubertus Brunstering, Geschäftsführer des Stadtmarketingvereins, die Runde.

In einem interessanten Vortrag stellte Thomas Hölscher seine Firma vor: „In den Anfangsjahren wurden hauptsächlich Produkte für die Landwirtschaft hergestellt. Heute sind wir im Drahtseilsektor und für die Kabelindustrie tätig. Wir produzieren Seile aus unterschiedlichen Materialien, zum Beispiel für Aufzüge, Skilifte oder auch Unterwasserkabel.“

Wer weiß denn schon, dass die starken Drahtseile moderner Aufzüge einen Kern aus Sisal haben? Stetige technische Weiterentwicklung und Spezialisierung sind das Erfolgsgeheimnis der Seilerei Hölscher. Ein weiteres Standbein des Unternehmens bilden Produkte für den Reitsport. Mit „E-Quest“ wurde dafür im Jahr 2005 eine eigene Marke etabliert.

Seit 2014 hat die Seilerei, die 80 Mitarbeiter beschäftigt, zwei Standorte: „In Schöppingen haben sich uns bessere Erweiterungsmöglichkeiten geboten“, erklärte Thomas Hölscher. Kunden habe seine Firma in aller Welt. Doch die billige Konkurrenz, vor allem aus Fernost, sei eine dauernde Herausforderung. Der begegnet das Traditionsunternehmen aus Leer mit einem alten „Familienrezept“: Spitzenqualität.

Eine weitere Sorge, die nicht nur die Seilerei Hölscher, sondern alle Firmen umtreibt, ist die Suche nach Fachkräften, vor allem geeigneten Auszubildenden. Auf großes Interesse stieß deshalb der Vortrag „Azubis finden und binden“.

Inna Gabler, Referentin der IHK Nord Westfalen, stellte den Unternehmern aus Horstmar und Leer diverse Projekte vor, die die Suche erleichtern können. Angesichts der Vielzahl von Berufen in der modernen Arbeitswelt sei es für die Jugendlichen, aber auch deren Eltern schwer, sich zu orientieren. „Wir müssen Aufklärung betreiben und für die Ausbildung werben“, so Inna Gabler eindringlich.

Die Kinder müssten schon während der Schulzeit Gelegenheit haben, Berufsfelder zu erkunden. „Bieten sie Kindern die Möglichkeit, in die Betriebe zu kommen und nehmen sie Praktikanten“, appellierte die Expertin an die Gewerbetreibenden. Der persönliche Kontakt sei wichtig. Empfehlenswert sei ebenso der direkte Draht zu den Schulen: „Es macht Sinn, wenn Unternehmen sich in Schulen präsentieren. So können zum Beispiel Auszubildende den Schülern ihre Arbeit erläutern und so helfen, Berührungsängste abzubauen.“

Auch Ausbildungsmessen in den Schulen stellen eine gute Chance zur Kontaktaufnahme dar. Mit Blick auf den demografischen Wandel und die sinkende Zahl von Schulabgängern bestehe akuter Handlungsbedarf: „Bis zum Jahr 2030 werden im Münsterland 70 000 Fachkräfte fehlen“, so Inna Gabler. Außerdem halte der Trend zum Studium an, immer weniger Jugendliche würden sich für eine Ausbildung direkt nach dem Schulabschluss entscheiden. Deshalb wolle die IHK duale Angebote (Kombination aus Studium und Ausbildung) fördern. „Die Ausbildung hat in der Öffentlichkeit ein schlechtes Image und an Wertschätzung verloren“, lautete die übereinstimmende Erfahrung der örtlichen Unternehmerschaft. Das müsse sich dringend ändern.

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