Ein Stück Leerer Dorfgeschichte
Stück Dorfgeschichte verschwindet

Horstmar-Leer -

Mit dem Abriss des ehemaligen Bankgebäudes an der Dorfstraße 14 verschwindet ein Stück Leerer Dorfgeschichte. 1937 konnte die Spardaka, wie sie damals noch hieß, das Gebäude von der seinerzeit eigenständigen Gemeinde Leer erwerben. 1960 wurde das Gebäude umgebaut und aufgestockt.

Donnerstag, 14.02.2019, 17:00 Uhr aktualisiert: 20.02.2019, 13:16 Uhr
Ein Bagger rückte dem ehemaligen Bankgebäude an der Dorfstraße 14 in Leer zu Leibe. Ein Blick in die Vergangenheit: Das kleine Bild zeigt, wie das Geldinstitut in den 50er Jahren aussah
Ein Bagger rückte dem ehemaligen Bankgebäude an der Dorfstraße 14 in Leer zu Leibe. Ein Blick in die Vergangenheit: Das kleine Bild zeigt, wie das Geldinstitut in den 50er Jahren aussah Foto: Carla Rottmann

Mit dem Abriss des ehemaligen Bankgebäudes an der Dorfstraße 14, direkt gegenüber der Gaststätte Selker gelegen, verschwindet ein Stück Leerer Dorfgeschichte. Das Grundstück wird nicht lange brach liegen, denn eine Bauherrengesellschaft aus vier Personen will es mit Wohnungen bebauen.

Den Annalen der Spar- und Darlehnskasse, wie sie damals noch hieß, ist zu entnehmen, dass diese 1891 gegründet wurde. Die normalen Bankgeschäfte erledigte Rendant Spieker, der auch als Lehrer tätig war. Das Geschäftslokal war seine gute Wohnstube. Der Schalter war stets geöffnet, meistens jedoch abends und sonntags zwischen den Messen.

1922 gab Spieker altersbedingt sein Amt auf, Nachfolgerin war seine Nichte Toni Spieker. Ein weiterer Rendant war Wilhelm Gaupels, der im Dezember 1956 verstarb. Nachfolger wurde Heinz Anthe.

Im Jahr 1937 konnte die Spardaka das Haus von der damals noch eigenständigen Gemeinde Leer erwerben. Die genossenschaftliche Bank wurde zunehmend moderner. Das Gebäude wurde bereits 1954 renoviert. Es erhielt eine Heizungsanlage und ein Sitzungszimmer.

Der ehemalige Rendant Heinz Anthe, der von 1956-1979 in diesem Haus wohnte, bevor er an der Burgsteinfurter Straße baute, erinnert sich an zwei Umbauten. Die Räume im Erdgeschoss waren als Geschäftslokal und Wohnung zu klein geworden. 1960 erfolgte eine Aufstockung des Gebäudes. Das Erdgeschoss wurde fortan als Geschäftslokal genutzt, in der oberen Etage wohnte Anthe mit seiner Familie.

Der Fortschritt in der EDV zum Online-Verfahren und andere bauliche und organisatorische Voraussetzungen verlangten weitere Änderungen. Die verantwortlichen Gremien entschlossen sich zu einem völligen Neubau, auch mit hinreichenden Parkplätzen, zumal man in der Ortsmitte das alte Kassengebäude gegen das Grundstück von Bernhard Leusbrock tauschen konnte.

Der Neubau an der Kreuzung Dorfstraße/Halterner Straße/Burgsteinfurter Straße wurde 1987 eingeweiht und dient heute noch als Anlaufstelle für die Kunden. „Es war eine gute Entscheidung“, bestätigt Bankvorstand Ralf Hölscheidt.

Bernhard Leusbrock, der Eigentümer des alten Gebäudes, vermietete die Immobilie. Man erinnert sich an verschiedene Wohngemeinschaften mit Junggesellen.

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