Mehrheit für Standort am Lernzentrum
Ratsmehrheit stimmt Standort zu

Horstmar -

Der neue Vier-Gruppen-Kindergarten in der Burgmannsstadt entsteht am Lernzentrum Horstmar in unmittelbarer Nähe des Drostenkämpchens. Dafür sprach sich die Ratsmehrheit gegen die Stimmen der Grünen während der Sitzung am Donnerstagabend aus. Dabei schilderte Bürgermeister Robert Wenking noch einmal ausführlich die „Historie“ des Themas samt Standortsuche und Diskussionen.

Freitag, 15.02.2019, 19:00 Uhr
Auf dieser stadteigenen Fläche, die jetzt noch mit Obstbäumen bepflanzt ist, und die an die historische Gartenanlage Drostenkämpchen grenzt, soll der neue Kindergarten entstehen. Das Grundstück war ursprünglich für eine mögliche Erweiterung des Lernzentrums gedacht.
Auf dieser stadteigenen Fläche, die jetzt noch mit Obstbäumen bepflanzt ist, und die an die historische Gartenanlage Drostenkämpchen grenzt, soll der neue Kindergarten entstehen. Das Grundstück war ursprünglich für eine mögliche Erweiterung des Lernzentrums gedacht. Foto: abi

Die Grünen hätten den neuen Vier-Gruppen-Kindergarten lieber woanders. Den von der Ratsmehrheit favorisierten und während der Sitzung beschlossenen Standort am Lernzentrum Horstmar in unmittelbarer Nähe des Drostenkämpchens, bezeichnete der grüne Ratsherr Dr. Reinhard Stahl aus ökologischer Sicht als „schlechte Lösung“. Damit begehe man einen „ziemlichen Frevel“, befand der Kommunalpolitiker. Zwar gehöre die Fläche nicht direkt zur historischen Gartenanlage, aber es bestände ein Verbund, denn für die Natur mit ihren Pflanzen und Tieren gäbe es diese Grenze nicht. Immerhin handele es sich um eine ökologisch hochwertige Fläche, die durch den Neubau versiegelt würde.

Anders sah das Bürgermeister Robert Wenking. Er ermutigte die Ratsmitglieder den neu vorgeschlagenen Standort mit seiner unmittelbaren Nähe zum Nabu-Garten als Chance anzusehen. So würde der Nachwuchs unmittelbar mit der Natur vertraut gemacht und könne von ihr lernen. Zudem würden die Kindergärten heute sehr naturnah gebaut.

Von einer zweigeschossigen Bauweise – wie sie Reinhard Stahl vorgeschlagen hatte, um möglichst wenig Fläche versiegeln zu müssen – riet der Bürgermeister dringend ab. Wie ihm eine Erzieherin erklärt habe, störe der Betrieb auf zwei Ebenen den Ablauf und erschwere die Betreuung. Ihm sei es wichtig, den Fokus auf die Belange des Kindergartens zu werfen, der schließlich langfristig bestehen sollte.

„Das lässt sich mit einem Verkehrskonzept regeln“, meinte der Bürgermeister hinsichtlich des zunehmenden Verkehrs im dicht besiedelten Bereich der Fürstenwiese und des Drostenkämpchens. So wird damit gerechnet, dass mindestens 50 bis 60 der kleinen Besucher der neuen Kita morgens mit dem Auto gebracht und später wieder abgeholt werden. Hinzu kommt der Schülerverkehr zum Lernzentrum.

„Das Verkehrskonzept ist Inhalt einer Planung und nicht Voraussetzung“, betonte CDU-Fraktionschef Winfried Mollenhauer. Für ihn mache es keinen Sinn, erst das Verkehrskonzept zu erstellen und dann den Kindergarten zu bauen, wie es Alfons Rottmann von den Grünen vorgeschlagen hatte. „Wir brauchen den Kindergarten schnell und zeitnah“, sprach sich SPD-Fraktionsvorsitzender Michael Kaiser ebenfalls dafür aus, das Verkehrskonzept innerhalb der Planung zu erarbeiten.

Vor der Entscheidung, bei der die Ratsmehrheit dem Verwaltungsvorschlag gegen die Stimmen der Grünen zustimmte, hatte der Bürgermeister noch einmal die „Historie“ des Themas erläutert. Ursprünglich hätte man den Kindergarten am liebsten in der Altstadt errichtet. Doch der historische Stadtkern stände unter Denkmalschutz. Zudem gäbe es kaum geeignete städtische Grundstücke für das Bauvorhaben, für das rund 5000 Quadratmeter Fläche benötigt würden. Dass man im Sinne der Wirtschaftsförderung vom zunächst angepeilten Standort an der Textilstraße abgewichen sei, sei ein Abwägungsprozess gewesen“, begründete Winfried Mollenhauer, warum seine Partei ihre Meinung revidiert habe.

„Es ist schade, dass hier so ein polemischer Unterton aufkommt“, bedauerte Dirk Klein-Bölting von den Grünen im Diskussionsverlauf. Er wehrte sich gegen den Vorwurf, dass seine Partei den Kindergarten „torpedieren“ wolle.

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