Nitratbelastung überschreitet die zulässige Menge
Grundwasser an Jannings Quelle verunreinigt

Horstmar/Leer -

Rappelvoll war der Saal der Gastwirtschaft Meis-Gratz bei der Winterversammlung des Landwirtschaftlichen Ortsvereins Horstmar-Leer, zu der Vorsitzender Berthold Tenkmann die Besucher begrüßte. „Roter Grundwasserkörper auf dem Schöppinger Berg“ lautete das erste Thema an diesem Abend. Dabei ging es um die Verunreinigung des Grundwassers, gemessen an Jannings Quelle in Leer.

Mittwoch, 20.02.2019, 22:35 Uhr aktualisiert: 20.02.2019, 23:00 Uhr
Gut besucht war die Winterversammlung des Landwirtschaftlichen Ortsvereins Horstmar-Leer. Dabei ging es um die Verunreinigung des Grundwassers, die an Jannings Quelle gemessen worden ist.
Gut besucht war die Winterversammlung des Landwirtschaftlichen Ortsvereins Horstmar-Leer. Dabei ging es um die Verunreinigung des Grundwassers, die an Jannings Quelle gemessen worden ist. Foto: fn

Im Rahmen der Wasserrahmenrichtlinienberatung informierten Anna Große Börding und Sebastian Wester­meyer von der Kreisstelle Steinfurt der Landwirtschaftskammer über die Situation des Grundwassers, speziell auch für den Bereich des Ortsteils Leer. Wasser sei keine übliche Handelsware sei, sondern ein ererbtes Gut, das geschützt, verteidigt und entsprechend behandelt werden müsse, so die Referenten.

Um die Situation des Grundwassers vor Ort zu erkunden, wurden an verschiedenen Stellen in ganz Nordrhein-Westfalen Messstellen eingerichtet. Dabei wurden Grundwassergleichen-Karten (GwK) erstellt, die eine großräumige Lage der Grundwasseroberfläche zu einem bestimmten Zeitpunkt wiedergeben. Dargestellt werden die Linien gleichen Grundwasserstandes.

Auch in Leer befindet sich eine Messstelle und zwar im Quelltopf des Leerbaches. Und dieses Wasser, so die Messungen, ist nitratbelastet. Der gemessene Wert liegt bei 52,24 Milligramm pro Liter Nitrat und überschreitet somit die zulässige Menge um 2,24 Milligramm.

Professor Dr. Anton Janßen erinnert sich noch an die 90er Jahre, als er mit Studenten der Fachhochschule Steinfurt regelmäßig Wasserproben nahm und das Wasser noch Trinkqualität hatte. In einer Grafik der Landwirtschaftskammer sind die Verunreinigungen erstmals im Jahre 2010 aufgetreten, um sich dann in den Jahren ab 2014 zu verstärken. Die Landwirtschaftskammer bot telefonische Beratung, Düngeberatung, Gülleanalyse und Unterstützung beim Nährstoffmanagement durch Erstellung von Nährstoffvergleichen und Düngebedarfsermittlungen an.

Stefan Schomakers vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband, Kreisverband Steinfurt, vermittelte den Besuchern die komplizierten Vorschriften des Baugesetzbuches beim Wohnen im Außenbereich. Grundsätzlich sei dieser von der Wohnbebauung freizuhalten. Deshalb gebe es dafür besonders strenge Vorschriften. Als privilegiertes Wohnen nannte der Referent das Betriebsleiterwohnhaus, das Altenteilerwohnhaus und die Wohnung für Arbeitskräfte. Alle Vorhaben müssten letztendlich einem landwirtschaftlichen Betrieb dienen. Nutzungsänderungen von ehemalig landwirtschaftlich genutzten Gebäuden nach Aufgabe der Landwirtschaft seien denkbar. Daneben bestehe die Erweiterung von Wohngebäuden für den Familienbedarf.

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