Geschätzter Besucher
Jens Spahn kommt gerne nach Leer

Horstmar-Leer -

Gesundheitsminister Jens Spahn kommt gerne nach Leer. Das zeigte sich während der jüngsten Sprechstunde im Café des Dorfladens, während der es fast familiär zuging. Viele Bürger nutzten die Gelegenheit, sich aus erster Hand über die Probleme der Gesundheitsversorgung und deren Lösungen zu informieren. „Es tut sich was im Gesundheitsbereich“, bilanzierten die Besucher nach ergiebiger Diskussion.

Montag, 11.03.2019, 19:00 Uhr
Leers CDU-Ortsverbandsvorsitzender Ludger Hummert (stehend) begrüßte Gesundheitsminister Jens Spahn (4.v.l.) zur Sprechstunde im Café des örtlichen Dorfladens.
Leers CDU-Ortsverbandsvorsitzender Ludger Hummert (stehend) begrüßte Gesundheitsminister Jens Spahn (4.v.l.) zur Sprechstunde im Café des örtlichen Dorfladens. Foto: Franz Neugebauer

In fast familiärer Atmosphäre verlief die Sprechstunde des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn, der immer wieder gerne nach Leer kommt, im Café des Dorfladens. Viele Bürger nutzten die Gelegenheit, sich aus erster Hand über die Probleme der Gesundheitsversorgung und deren Lösungen zu informieren. „Es tut sich was im Gesundheitsbereich“, bilanzierten die Besucher nach ergiebiger Diskussion.

Die Themen rankten sich um lange Wartezeiten sowohl im Sprechzimmer des Arztes, als auch bei Terminen für Fachärzte bis hin zur ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum. Eine Termin-Servicestelle solle für eine Lösung und Optimierung sorgen. Einiges könne durch zusätzliche finanzielle Anreize kompensiert werden, so der Bundesgesundheitsminister.

Als „ergebnisoffen“ bezeichnete er die Diskussion um seinen Vorschlag, dass jeder Organspender sei, wenn er nicht ausdrücklich widerspreche.

Als sein „Lieblingsthema“ bezeichnete Spahn die Diskussion um die Betriebsrenten. Die Regelungen aus dem Jahr 2004 sehen vor, dass auf die Betriebsrente nicht nur der Arbeitnehmer,- sondern auch der Arbeitgeberanteil zu entrichten ist. Die Betroffenen, und davon waren einige zur Diskussionsrunde gekommen, sahen das als große Ungerechtigkeit an. Eine nachträgliche Änderung, die den Fiskus insgesamt 37 Milliarden Euro kosten, schloss der Minister aus. Sein Vorschlag auf Änderung dieser Regelung solle für die Zukunft gelten.

Jens Spahn erhielt Informationen über einen im Jahr 2009 gegründeten Berufsverband mit der Bezeichnung medicoos.e.V. Ihm gehören derzeit 30 niedergelassenen Haus- und Fachärzten aus Steinfurt und Umgebung an. Dazu zählt auch die heimische Ärztin Sabine Heidler, die im Vorstand aktiv ist. Sie berichtete vom Start zweier innovativer Versorgungsprojekte. Man setze dabei auf Prävention in der Versorgung älterer Menschen. Beim Projekt „Bleib fit“ gehe es darum, Patienten vor der Pflegebedürftigkeit zu schützen und ihre Mobilität, Selbstständigkeit und soziale Kontaktfähigkeit zu fördern.

Die Dunkelziffer bei Diabetes betrage rund 50 Prozent. Hier setze, so Sabine Heidler, das neue Projekt „Prä-Diabetes“ mit Schritten zur Früherkennung von potenziellen Risikopatienten an. Ziel sei es, die oft chronische Erkrankung zu vermeiden oder den Verlauf und die zahlreichen Folgeerkrankungen zumindest hinauszuzögern oder zu verhindern.

Mit beiden Projekten gehe man neue Wege in der Versorgung der Patienten. Gerade die Früherkennung und rechtzeitige Intervention ermögliche es häufig, die Lebensqualität längerfristig zu erhalten und weiteren negativen Entwicklungen vorzubeugen, gab die Ärztin aus Leer im Gespräch mit Jens Spahn zu bedenken.

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