Abschied nach 37 Jahren
„Es hat immer Spaß gemacht“

Horstmar -

Nach 37 Jahren in der Stadtverwaltung wird der Leiter des Fachbereichs Ordnende und Soziale Leistungen, Heinz Lölfing, in den Ruhestand verabschiedet. Der 65-Jährige, der auch Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters ist, hat in dieser Zeit sehr viel erlebt und immer gerne gearbeitet, wie er sagt.

Freitag, 22.03.2019, 23:00 Uhr
Nach 37 Jahren verlässt Heinz Lölfing die Stadtverwaltung Horstmar. Der Stadtoberamtsrat wird am kommenden Mittwoch in den Ruhestand verabschiedet.
Nach 37 Jahren verlässt Heinz Lölfing die Stadtverwaltung Horstmar. Der Stadtoberamtsrat wird am kommenden Mittwoch in den Ruhestand verabschiedet. Foto: abi

„Es hat immer Spaß gemacht“. Wer das nach 37 Jahren von seiner Arbeit sagen kann, muss glücklich und zufrieden sein. Beides trifft auf Heinz Lölfing zu, der am kommenden Mittwoch (27. März) während einer Feierstunde im Borchorster Hof in den Ruhestand verabschiedet wird. „Ich bin dann mal weg“, scherzt der Stadtverwaltungsrat und Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters, der dem neuen, ungewohnten Zustand mit gemischten Gefühlen entgegensieht.

Langeweile hat es in den vielen Jahren bei der Stadtverwaltung für den gebürtigen Horstmarer, der am 1. August 1982 als Beamter des gehobenen Dienstes in der damaligen Kämmerei als Vertreter von Erich Fier eingestellt worden ist, nie gegeben. Als sein Vorgänger verstarb, übernahm der dreifache Familienvater die Finanzabteilung als deren Leiter. „Ich habe 25 Haushaltssatzungen und Etatpläne verantwortet“, bilanziert der Finanzexperte, der es in dieser Phase primär mit Zahlen zu tun hatte, hinter denen sich aber auch immer Menschen verbergen.

„Die Umstellung von der Kameralistik auf die Doppik hat uns vor große Herausforderungen gestellt“, erinnert sich der Fachmann an den gravierenden Wandel in der kommunalen Buchführung, die auch dem Stadtrat zunächst wie ein Buch mit sieben Siegeln erschien. Nach drei Vorlaufjahren habe die NKF-Lösung (Neues Kommunales Finanzmanagement) dann gegriffen, blickt der Stadtoberamtsrat auf die Zeit in der Kämmerei zurück, die nach 28 Jahre endete. So übernahm der Pensionär in spe im Zug der Zusammenlegung der Fachbereiche Zentrale Dienste und Finanzen im Jahr 2010 die Leitung des Fachbereichs Ordnende und Soziale Leistungen. Damit kamen ganz neue Aufgaben auf ihn zu, in die er sich erst einmal „hineinfuchsen“ musste. Als Teamplayer und mit der Unterstützung seiner Mitarbeiter, gelang ihm das gut. „Das war ein guter Wechsel, weil man hier für und mit Menschen arbeitet“, sagt Lölfing, der die Vielfalt seines Fachbereichs besonders schätzt. Schwierig sei die Umstellung vom Bundessozialhilfegesetz auf Hartz IV gewesen, die die Verwaltung viel Zeit und Kraft gekostet habe.

Eine besondere Herausforderung für die Stadt stellte auch die Unterbringung der vielen Menschen aus den Krisen- und Kriegsgebieten dar. „In Spitzenzeiten mussten wir 20 bis 25 Leute im Monat aufnehmen“, beschreibt der Fachbereichsleiter die Anfänge in 2016 und 2017. Inzwischen gehe es um die Integration der Flüchtlinge, um die sich zahlreiche Kräfte bemühten. Zusammen mit Claudia Berning von der Caritas und den ehrenamtlichen Helfern schaffe man das, zeigt sich Lölfing überzeugt, der große Dankbarkeit gegenüber seinen Mitstreitern empfindet.

In den 37 Jahren hat sich der 65-Jährige ein gut funktionierendes Netzwerk aufgebaut, auf das er immer zurückgreifen kann. Das und sein ausgeglichenes, eher ruhiges Naturell kommen ihm auch in seinem Amt als Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters zugute, das er am 1. Februar 2001 übernommen hat. Die Zusammenarbeit mit Bürgermeister Robert Wenking funktioniere gut, auch wenn man mal verschiedener Meinung sei. Beide verbinde die Liebe zu ihrer Stadt, der Lölfing zu seinem Abschied „Immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel“, sprich, nur das Beste und viel Glück wünscht.

„Ich würde gerne eine Ausbildung zum Notfallseelsorger machen“, erklärt Heinz Lölfing auf die Frage nach seinen Zukunftsplänen. Zudem möchte er sich weiterhin für das Rote Kreuz und die „Sanitäter vor Ort“ engagieren. Immerhin leitet er seit 2012 den DRK-Ortsverein Horstmar, was auch die engere Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr gefördert hat. Mit ihr hatte Lölfing bereits Kraft seines Amtes als Fachbereichsleiter immer viel und oft zu tun. „Feuerwehrleute und Sanitäter sind für mich die wahren Helden des Alltags“, zollt er den ehrenamtlichen Kräften den höchsten Respekt und eine dankende Anerkennung.

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