Ausgrabung auf dem ehemaligen Crins-Gelände an der Münsterstraße bekommt Unterstützung
„Die Arbeiten lohnen sich“

Horstmar -

Die Ausgrabungsarbeiten auf dem Gelände des ehemaligen Hotels Crins an der Münsterstraße mitten in der Altstadt von Horstmar gehen weiter. Sie könnten noch bis Ende Mai beziehungsweise Ende Juni dauern, vermutet Ausgrabungsleiter Dennis Becker. Inzwischen hat sein Team Verstärkung durch vier Helfer des Denkmalpflege-Werkhof Steinfurt bekommen.

Donnerstag, 18.04.2019, 17:00 Uhr
Reges Treiben herrscht auf der Ausgrabungsstelle. Da es inzwischen wärmer geworden ist, können die Helfer Jacken verzichten.
Reges Treiben herrscht auf der Ausgrabungsstelle. Da es inzwischen wärmer geworden ist, können die Helfer Jacken verzichten. Foto: abi

Die wohl meist beachtete Baustelle in der Burgmannstadt ist und bleibt die an der Münsterstraße 11. Dort, wo früher das Hotel Crins stand, befindet sich seit Anfang des Jahres ein Ausgrabungsort der Abteilung „Archäologie für Westfalen“ des Landschaftsverbandes Westfalen Lippe (LWL).

„Die meisten Reaktionen aus der Bevölkerung sind positiv“, berichtet Dennis Becker. Der wissenschaftliche Volontär ist Ausgrabungsleiter. Seine Mitstreiter und er werden häufig nach dem aktuellen Stand gefragt, berichtet er. So wollen viele Bürger wissen, was es mit den historischen Spuren auf sich hat, nach dem die Helfer vor Ort suchen. Immerhin ist die Fläche seit mindestens 1565 bebaut.

„Wir bewegen uns von der Neuzeit ins Mittelalter“, erklärt der junge Mann, der froh ist, dass seine Gruppe inzwischen Verstärkung durch vier Mitarbeiter des Denkmalpflegewerkhofes aus Burgsteinfurt bekommen hat. Dafür hätte Horstmars Bürgermeister Robert Wenking gesorgt. Ihn hatte der Ausgrabungsleiter um personelle Unterstützung gebeten.

Zunächst hatten Dennis Becker, Karlotta Lämmel und Joline Diekneite – dabei handelt es sich um junge Frauen, die ihr Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren – die riesige Fläche alleine beackert, was auf Dauer zu mühsam und zeitintensiv geworden wäre. Schließlich möchte die Caritas schon bald mit den Bauarbeiten für „SenTa“ starten. Dabei handelt es sich um ein Haus zur Tagesbetreuung von Senioren. Doch noch muss sich der Bauherr gedulden. So könnten die Arbeiten noch bis Ende Mai oder Ende Juni dauern, schätzt der Ausgrabungsleiter.

Die Mannschaft vor Ort ist froh, dass es inzwischen nicht mehr so kalt ist. Bei Sonnenschein im Freien zu arbeiten, macht einfach mehr Spaß. Noch schöner ist es für alle Beteiligten, wenn sie etwas Interessanten finden. „Gestern war beispielsweise ein guter Tag“, bilanziert der wissenschaftliche Volontär und zeigt eine kleine Gürtelschnalle und einen Ring. Beides müsse jetzt erst einmal gesäubert und dann näher untersucht werden.

Die „Schätze“ wandern in beschriftete Plastiktüten und werden in der Unterkunft der Helfer gelagert, bevor sie nach Münster gebracht werden.

„Die Arbeiten lohnen sich“, zeigt sich der Ausgrabungsleiter überzeugt.

Dass der LWL nicht oft die Möglichkeit bekomme, inmitten eines fast 1000-jährigen historischen Stadtkerns zu graben und Bodendenkmäler gründlich auszuwerten, hatte im Gespräch mit dieser Zeitung auch Wolfram Essling Wintzer vom LWL betont. Diese Chance wolle man unbedingt nutzen, um den „Ewigkeitsverlust“ zu vermeiden, so der Fachmann. So gingen die Spuren des bewohnten Siedlungsraumes für immer verloren, wenn man sie nicht gründlich untersuche und dokumentiere.

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