Spannend
Besondere Natur aus Menschenhand

Horstmar -

Ein Erlebnis war für über 20 Horstmarer Heimatfreunde der Besuch der münsterischen Rieselfelder, eine besondere Natur aus Menschenhand. Dr. Hans-Uwe Schütz von der Biologischen Station Rieselfelder begrüßte die Runde und stellte dieser zunächst die Entstehung und Entwicklung dieses Vogelparadieses vor.

Montag, 06.05.2019, 16:24 Uhr aktualisiert: 09.05.2019, 16:12 Uhr
Unter der Leitung von Dr. Hans-Uwe Schütz (vorne) von der biologischen Station erkundeten die Horstmarer Heimatfreunde die Rieselfelder.
Unter der Leitung von Dr. Hans-Uwe Schütz (vorne) von der biologischen Station erkundeten die Horstmarer Heimatfreunde die Rieselfelder. Foto: aja

Nachdem Ende des 19. Jahrhunderts die münstersche Aa durch die Abwässer der Stadt zu einer übel riechenden Kloake geworden war, schuf die Stadt nach Berliner Vorbild in der Heide zur Abwasser-Reinigung die Rieselfelder. Dazu war das Gebiet in zirka ein Hektar große Parzellen eingeteilt worden. In diese wurden ab 1901 über ein Kanalsystem die Abwässer geleitet, die dort im drainierten Sandboden versickerten, erläuterte der Referent.

Auf dem so gedüngten Boden wurden Feldfrüchte angebaut oder Weideflächen geschaffen. Bis in die 1960er Jahre wurden so insgesamt 640 Hektar Heidefläche zur Verrieselung der Abwässer genutzt. Dann reichte die Leistungsfähigkeit nicht mehr und 1975 übernahm eine neue Großkläranlage die Abwasserreinigung.

Inzwischen hatte die Vogelwelt diese großen Wasserflächen längst in Besitz genommen, so dass sich nach 1975 viele Naturschützer engagierten, um zunächst 230 Hektar des Gebietes und dann noch einmal 200 Hektar als mosaikartiges Feuchtgebiet aus ganz flachen Wasserstellen, Schlammbänken, nassem Grünland und großen Schilfbereichen für Wasser-, Wat- und viele andere Vögel als bedeutende Nahrungsquelle und Brutgelände zu sichern. Das nötige Wasser kommt jetzt gereinigt von der Großkläranlage.

Nach dieser Einführung ging es ins Gelände, wo mit Fernglas und Spektiv das Vogelparadies bewundert werden konnte. Höhepunkt war der Aufstieg auf den neuen, zwölf Meter hohen Aussichtsturm, von dem aus man einen Rundblick über das Gebiet und auf die vielfältige Vogelwelt auf den Teichen hatte. So wurde deutlich, warum dies inzwischen international als Europareservat für Wat- und Wasservögel Rieselfelder große Beachtung findet, das vor allem ehrenamtlich betreut wird.

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