Betriebsausschuss: Marode Kanäle unter Eichendorffstraße und Entenweg
Alles eine Frage der Kosten

Horstmar -

Keine guten Nachrichten hatte Diplom-Ingenieur Stephan Blankenagel aus Münster für die Mitglieder des Betriebsausschusses während der jüngsten Sitzung. In der präsentierte der Tiefbauplaner die Ergebnisse aus den Kamera-Untersuchungen, die vor einiger Zeit im Kanal unter der Eichendorffstraße zwischen Fritz-Schulte-Straße und Koppelstraße sowie im Regenüberlaufbauwerk unter dem Entenweg durchgeführt wurden.

Donnerstag, 16.05.2019, 16:50 Uhr
Mehr als 50 Hausanschlüsse des Kanals unter der Eichendorffstraße zwischen Fritz-Schulte-Straße und Koppelstraße weisen große Schäden auf. Diplom-Ingenieur Stephan Blankenagel (r.) stellte den Mitgliedern des Horstmarer Betriebsausschusses die Kanalschäden vor.
Mehr als 50 Hausanschlüsse des Kanals unter der Eichendorffstraße zwischen Fritz-Schulte-Straße und Koppelstraße weisen große Schäden auf. Diplom-Ingenieur Stephan Blankenagel (r.) stellte den Mitgliedern des Horstmarer Betriebsausschusses die Kanalschäden vor.

Nachdem in einem ersten Bauabschnitt der Kanal unter der Eichendorffstraße zwischen Bahnhofstraße und Borghorster Weg mit Hilfe des Inliner-Verfahrens saniert worden ist, war Stephan Blankenagel der Überzeugung, dass dieses Verfahren für den 425 Meter langen zweiten Bauabschnitt nicht ideal sei. „Dieser Abschnitt des Kanals ist stark sanierungsbedürftig. Vor allem müssen 55 der 63 Hausanschlüsse unbedingt saniert werden“, hat der Diplom-Ingenieur festgestellt.

„Ich glaube ich darf sagen, dass ich alle Kanäle in Horstmar von innen kenne. Aber dieser hier ist besonders problematisch“, zeigte der Münsteraner ein düsteres Bild. Die Sanierungskosten würden nach ersten Schätzungen rund 400 000 Euro betragen.

Das Problem: Über dem Kanal wurde vor 40 oder 50 Jahren hochbelasteter Schotter verbaut. Deshalb sei fraglich, ob es sinnvoll sei, für jeden der 55 Hausanschlüsse ein Loch zu graben oder es nicht besser sei, den gesamten Kanal plus Hausanschlüsse neuzubauen. Stephan Blankenagel: „Das belastete Material muss in beiden Fällen entsorgt und bezahlt werden.“

Die Mitglieder des Betriebsausschusses waren sich einig, dass zunächst die genauen Kosten einer Sanierung und eines Neubaus gegenübergestellt werden sollen. Auch ein größerer Querschnitt des Kanals soll geprüft werden, damit zukünftige Starkregenereignisse in diesem Bereich noch besser bewältigt werden können. „Dann würden wir zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“, so der allgemeine Tenor im Fachgremium unter dem Vorsitz von Ernst Gerks (UWG).

Im Bereich des Entenwegs gab es zuletzt bei Starkregenereignissen einen Rückstau im dort befindlichen Regenüberlaufbauwerk. „Wir haben festgestellt, dass dort drei Kanäle angeschlossen sind und in diesem Kreuzungsbereich aufeinandertreffen. Bei einem Kanal läuft das Wasser ungebremst in den Regenüberlauf“, erklärte Stephan Blankenagel. Der Fachmann empfahl einen Umbau des Bauwerks: „Rund 110 000 Euro würde das kosten.“ Kämmerer Georg Becks und Melanie Wolbeck vom städtischen Tiefbauamt teilten dem Betriebsausschuss mit, dafür Geld in den Haushalt für 2020 einzustellen.

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