Eiserne Hochzeit
„Gewitter des Lebens“ gemeistert

Horstmar -

Seit 65 Jahren sind Helene und Horst Gnoth verheiratet. Zahlreiche Hände durfte das Jubelpaar zum Fest der Eisernen Hochzeit schütteln.

Sonntag, 23.06.2019, 13:02 Uhr aktualisiert: 23.06.2019, 13:04 Uhr
Gratulation zur Eisernen Hochzeit (v.l).: Schwiegertochter Ruth Gnoth, Helene Gnoth, Robert Wenking, Horst Gnoth und Karl Kösters.
Gratulation zur Eisernen Hochzeit (v.l).: Schwiegertochter Ruth Gnoth, Helene Gnoth, Robert Wenking, Horst Gnoth und Karl Kösters. Foto: NIx

Das Leben hielt für Horst Gnoth einige unangenehme Überraschungen bereit, bevor er Helene, geborene Westermann, zum Traualtar führen durfte. Am Samstag feierten die Beiden ihre Eiserne Hochzeit. 65 Jahre ist es her, seit sie sich das „Jawort“ gaben.

Viele Jahre leben sie bereits in der Burgmannsstadt. Der gelernte Weber Horst erblickte im Oberschlesischen in der Nähe von Oppeln das Licht der Welt. Die Ereignisse des Zweiten Weltkrieges zwangen ihn und seine Familie Ende 1945 zur Flucht. Auf abenteuerlichen Wegen über die Tschechoslowakei und Österreich gelangte er im Spätsommer 1946 nach Horstmar.

Ehefrau Helene stammt aus Borghorst und arbeitete in der örtlichen Textilindustrie. Die späteren Eheleute lernten sich auf einem Feuerwehrfest kennen, auf dem der Liebesgott Amor sogleich zielsicher seinen „Pfeil“ abschoss. Die Gnoths schenkten vier Kindern das Leben, heute gehören vier Enkel – „alles Jungs“ – zur Familie.

„65 Jahre Ehegemeinschaft sind heutzutage nicht mehr selbstverständlich“, sagte Bürgermeister Robert Wenking, neben dem stellvertretenden Landrat Karl Kösters offizieller Gratulant, anerkennend. Von Seiten der Stadtverwaltung überreichte Wenking einen Blumenstrauß, einen Warengutschein und einen Auszug aus dem Heiratsbuch. Kösters hatte eine „Münsterland-Botschaft“, das bekannte Sammelsurium leckerer regionaler Spezialitäten, im Gepäck. Schriftliche Glückwünsche schickten Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet.

So viele Jahre mit Trauringen vereint zu sein, erfordert gewisse Eigenschaften. „Ein zufriedenes Miteinander ist wichtig“, so Horst Gnoth. Wenn „ein Gewitter“ aufziehen sollte, muss man miteinander reden und sich auch wieder vertragen. So funktioniert es. Natürlich hilft auch eine christliche Werteorientierung.

Von 1959 bis 1984 arbeitete Horst Gnoth bei der Strumpffabrik Schulte & Dieckhoff in Horstmar, danach noch längere Zeit in der Firmenniederlassung Rheine. 26 Jahre war Gnoth Mitglied des Horstmarer Rates. Ihm und seiner Frau waren Theater- und Konzertbesuche besonders wichtige Freizeitaktivitäten. Auch das Reisen war bereichernd, etwa zu historischen Stätten in der Türkei.

Acht Jahre lang engagierte sich das Paar beim Ausfahren von „Essen auf Rädern“. In der Evangelischen Kirche waren die Eheleute außerordentlich aktiv. „Es gibt sogar noch ein Foto auf dem Herr Gnoth mit einer Schubkarre unterwegs ist, um beim Bau der Evangelischen Kirche hier in Horstmar mitzuwirken“, so Bürgermeister Wenking. Auch an den Damenstammtisch „Sloggis“ erinnert sich die „Eiserne Braut“ gerne.

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