Chorgesang von Swing bis Rock in der Getrudiskirche
„Mur is Doll“ riss alle mit

Horstmar -

Dass man in einer Kirche an heißen Tagen nicht nur Abkühlung bekommen kann, sondern auch einen musikalischen Hochgenuss, konnten die Besucher in der gut gefüllten Gertrudiskirche erleben. Der Konzertförderkreis hatte den Chor „Mur is Doll“ aus Hamm als Gast geladen.

Mittwoch, 03.07.2019, 17:30 Uhr aktualisiert: 09.07.2019, 16:36 Uhr
Der Hammer Konzertchor begeisterte die Zuhörer (kleines Bild) in der gut gefüllten St.-Gertrudis-Kirche
Der Hammer Konzertchor begeisterte die Zuhörer (kleines Bild) in der gut gefüllten St.-Gertrudis-Kirche Foto: Franz Neugebauer

Mit dem Glockenschlag öffneten sich Türen der Kirche und die 35 Sängerinnen und Sänger zogen singend in die Kirche ein und heizten den Zuhörern mit dem Hit „Human“ von Rag‘n‘Bone Man“ gleich mächtig ein.

Da wurde mit solcher Intensivität gesungen, gestampft und geklatscht, dass das Publikum zu recht tosenden Beifall spendete.

Nach einer Begrüßung von Chorleiter Rafael D. Marihart, Kirchenmusiker in Horstmar und Leer, ging es mit „Engel“ der Heavy Metal Band Rammstein weiter. „Wir haben nur das Metal etwas rausgenommen“ sagte ein Sänger augenzwinkernd in seiner launigen Ansage.

Und mit „Rolling in the Deep“ von Adele, begleitet von Cornelia Becken am Klavier, fachte der Chor die Begeisterung des Publikums noch weiter an.

Doch auch die stillen Töne beherrscht „Mur is Doll“. Sowohl mit der Ballade „The Rose“ als auch mit dem Klassiker „Somewhere over the rainbow“, beides in Arrangements aus der Feder von Chorleiter Marihart, brachte der Hammer Chor die Zuhörer zum Träumen.

Überhaupt war die musikalische Vielseitigkeit des Chores beeindruckend. Neben Rock und Pop gab es mit „Afro Blue“ einen Jazz-Klassiker zu hören, der eine schwüle Sommernacht beschwört mit einem eindrucksvollen Auftritt einer Solo-Sängerin des Chores. Mit dem Hit „Haus am See“ hatte „Mur is Doll“ sogar Hip-Hop-Musik im Repertoire.

Großartig war auch die Bearbeitung von Goethes „Erlkönig“, in dem die einzelnen Stimmen die verschiedenen Rollen verkörperten, die die Besucher begeisterte. Von einem gänzlich anderen Drama erzählte dann Heinz Erhardts „Lama“, das nicht spucken konnte und deswegen vor den Thron des Brahma traben musste.

Jedes Lied wurde abwechselnd von jeweils einem anderen Chormitglied anmoderiert. Das war mal lustig, zumal auch aus dem Nähkästchen der Chorproben oder der eigenen Ehe geplaudert wurde.

Mal informativ, wenn – passend zum Lied „Skyfall“ – wissenschaftlich erklärt wurde, warum James Bond seinen Wodka Martini geschüttelt nicht gerührt trinkt. Am Ende wurde es noch verrucht: Gekleidet in Lackhandschuhe, Federboas und Sonnenbrillen ging es in das „St. Pauli“ von Jan Delay.

Mit dem berühmten „Hallelujah“ als Zugabe endete ein gelungenes Konzert, wie alle Zuhörer befanden. Nur das mit der Abkühlung hatte nicht so ganz geklappt, weil der Chor dem Publikum bis zum Schluss mit ihren Liedern so richtig einheizte.

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