Messerattacke gegen eigene Mutter / 31-jähriger Horstmarer zur Tatzeit schuldunfähig
Einweisung in Forensische Klinik

Horstmar/Münster -

m Prozess um einen Fall besonders schwerer Körperverletzung in Horstmar fiel am gestrigen Dienstag, dem dritten und letzten Verhandlungstag, vor der dritten Großen Strafkammer beim Landgericht Münster das Urteil. Wie erwartet und auf das psychiatrische Gutachten gestützt, ordnete das Gericht die Unterbringung des Angeklagten auf vorläufig unbestimmte Zeit in der geschlossenen Abteilung einer Forensischen Klinik an.

Dienstag, 09.07.2019, 17:00 Uhr aktualisiert: 10.07.2019, 15:35 Uhr
Die dritte Große Strafkammer beim Landgericht ordnete für den Horstmarer die Einweisung in eine Forensische Klinik an.
Die dritte Große Strafkammer beim Landgericht ordnete für den Horstmarer die Einweisung in eine Forensische Klinik an. Foto: GaToR/Fotolia

Im Prozess um einen Fall besonders schwerer Körperverletzung in Horstmar fiel am gestrigen Dienstag, dem dritten und letzten Verhandlungstag, vor der dritten Großen Strafkammer beim Landgericht Münster das Urteil.

Wie erwartet und auf das psychiatrische Gutachten gestützt, ordnete das Gericht die Unterbringung des Angeklagten auf vorläufig unbestimmte Zeit in der geschlossenen Abteilung einer Forensischen Klinik an.

Da der Mann aus Horstmar auf Anraten seiner Verteidigung auf Rechtsmittel verzichtete, ist das Urteil sofort rechtskräftig.

„Allerdings“, so der Pressesprecher beim Landgericht, Dr. Steffen Valhaus, „wird der Mann in regelmäßigen jährlichen Abständen auf seinen Gesundheitszustand untersucht werden. Um im Fall einer Verbesserung dann entsprechend reagieren zu können.“

Damit schrieb das Gericht ein vorläufig letztes Kapitel unter eine Familientragödie, die sich am Morgen des 9. Dezember 2018 in Horstmar ereignet hatte.

Wie berichtet, hatte an diesem Dezembertag der 31-Jährige seine Mutter mit einem Messer angegriffen und sie dabei schwer verletzt.

Obwohl während der insgesamt drei Prozesstage zur Wahrung der Persönlichkeitsrechte des Angeklagten, wie seiner Familie, die Öffentlichkeit weitgehendst ausgeschlossen war, war dennoch bekannt geworden, wie es zu der Tragödie hatte kommen können.

So hatte der Sohn seine Mutter telefonisch zu sich gebeten. Kurz nach ihrer Ankunft stach er plötzlich mit einem Messer 26 Mal in Richtung ihres Kopfes auf sie ein.

Dass die Frau dennoch überlebt hatte, verdankte sie wohl dem Umstand, dass es ihr trotz starker Blutungen gelungen war, beruhigend auf ihren Sohn einzuwirken.

So ließ dieser schließlich von seinem blutenden Opfer ab, verließ die Wohnung und verständigte eigenständig die Polizei.

Dennoch ging die Staatsanwaltschaft anfangs davon aus, dass der Täter den möglichen Tod seiner Mutter in Kauf genommen hatte.

Parallel zu den Ermittlungen stellte sich aber schnell heraus, dass der 31-Jährige aufgrund seiner psychischen Erkrankung nicht schuldfähig sei. Das wurde bei der Urteilsfindung berücksichtigt.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6765784?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686831%2F
Nachrichten-Ticker