Diamantene Hochzeit im Hause Telgmann in der Alst
„Das haben wir gut gemeistert“

Horstmar-Leer -

Als die stellvertretende Landrätin Elisabeth Veldhues und Horstmars Bürgermeister Robert Wenking Agnes (83) und Franz Telgmann (89) die besten Glückwünsche zu ihrer Diamantenen Hochzeit überbrachten, strahlte das Jubelpaar in seinem Haus in Ostendorf 30 um die Wette.

Donnerstag, 11.07.2019, 17:00 Uhr aktualisiert: 11.07.2019, 17:02 Uhr
Tochter Petra Rottmann (v.l.), ihr Lebenspartner Achim Bur, Bürgermeister Robert Wenking, das Jubelpaar Agnes und Franz Telgmann und die stellvertretende Landrätin Elisabeth Veldhues gratulierten zum seltenen Ehejubiläum.
Tochter Petra Rottmann (v.l.), ihr Lebenspartner Achim Bur, Bürgermeister Robert Wenking, das Jubelpaar Agnes und Franz Telgmann und die stellvertretende Landrätin Elisabeth Veldhues gratulierten zum seltenen Ehejubiläum. Foto: Detlef Held

„Wir kennen uns ja schon 64 Jahre lang, doch vom ersten Kennenlernen bis zur Heirat vergingen noch vier Probejahre“, sagte Agnes Telgmann lachend. „Ich denke, das haben wir gut gemeistert“, sagte Franz Telgmann am Donnerstagmorgen.

Es war eine eher ungewöhnliche Probezeit, denn etwa zwei Jahre lang bauten sie gemeinsam ihr heutiges Eigenheim in der Alst auf, um dann als Ehepaar ihren gemeinsamen Lebensweg anzutreten.

Der Jubilar ist waschechter Leerer, wie er sagt. Er wuchs mit sechs Geschwistern auf und wurde als 15-Jähriger im Schanzlager in Ochtrup zwangsverpflichtet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg absolvierte er eine dreijährige Ausbildung als Gärtner. Danach ging er auf Wanderschaft und erwarb umfangreiche Kenntnisse in der Gartengestaltung.

Anschließend arbeitete er 30 Jahre in der ehemaligen Horstmarer Strumpffabrik Schulte & Dieckhoff als Maschinenführer. Nach Auflösung des Unternehmens war er vor allem ehrenamtlich tätig und war die helfende Hand bei der Alster Kapelle sowie auf dem Friedhof, wo er seine gärtnerischen Fähigkeiten einbringen konnte.

Ehefrau Agnes kam als Neunjährige aus dem Ort Polsum bei Marl nach Leer zu den Cousinen der Mutter.

Auch sie arbeitete später in der Strumpffabrik, doch dort lief ihr Franz nicht über den Weg. Bei dem Schützenfest der Leer-Dörfer 1955 lernte sie ihren Franz kennen. Beide merkten, dass sie zueinander gehörten, nahmen gemeinsam ihre Zukunft in die Hand und bauten ihr Haus. Vier Kinder – ein Mädchen und drei Jungen – haben beide großgezogen. Heute gehören neun Enkel zur Familie.

„Bei uns herrschte immer Trubel, Langeweile gab es nicht“, sagte Agnes Telgmann. Sie selbst war auch ehrenamtlich tätig, beispielsweise vier Jahrzehnte beim damaligen Aussätzigen-Hilfswerk. 20 Jahre hat sie zudem in der Alst eine Bastelgruppe geleitet. Hier wurden von den Mitgliedern Stofftiere, Socken, Decken und vieles mehr hergestellt. Auch Stricken, Nähen und Häkeln gehört zu ihrem Hobby. Und sie unterstützte lange Zeit den Leprabasar in Leer. „Das war ihr Lebenselixier“, betont Franz Telgmann. Das Hobby des Jubilars, der im September 90 Jahre wird, ist der große Garten am Haus, ein Mustergarten wie Bürgermeister Robert Wenking feststellte.

Beide liebten das Reisen durch europäische Länder und Deutschland. „Wir wollten immer sehen, wie die Welt draußen aussieht“, erinnert sich Agnes Telgmann gerne an die vielen Unternehmungen.

Natürlich wird dieses seltene Ehejubiläum zünftig gefeiert, aber nur im engsten Familienkreis.

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