LOV und Bündnis 90/Die Grünen suchen Paten für ihr Blühstreifen-Projekt
Es summt und brummt

Horstmar-Leer -

„Blühendes Band durch Bauernhand“ lautet der Titel eines Projektes, in dessen Rahmen Landwirte eigens Blühflächen für Insekten anlegen. Das hat auch der LOV-Vorsitzende Berthold Tenkmann in Leer getan. Auf seiner Bienenweide gab es jetzt ein Infotermin, zu dem der LOV und die Grünen eingeladen hatten. Sie suchen Bürger, die Blühpaten werden wollen.

Montag, 22.07.2019, 18:00 Uhr
Landschaftsökologe Hendrik Specht gab Infos zur Blühfläche in Leer.
Landschaftsökologe Hendrik Specht gab Infos zur Blühfläche in Leer.

„Eigentlich summt und brummt es hier, dass es eine wahre Freude ist“, begrüßte LOV-Vorsitzender Berthold Tenkmann, eine stattliche Gruppe von Naturliebhabern an einer großen Blühfläche in Leer. Doch der plötzliche Gewitterregen habe die Fluglust der Insekten gehemmt. Bei Sonnenschein sei es wunderbar, Bienen, Hummeln und weitere fliegende Gäste auf den bunten Blütenkelchen zu bestaunen, schwärmte der Landwirt.

Eingeladen zu diesem Infotermin hatten der LOV und Bündnis 90/Die Grünen. Die Bienenweide hat Berthold Tenkmann in Verlängerung eines Maisackers im Frühjahr angelegt. Er beobachtet fast täglich das surrende Treiben. „Auch kleine Tiere von Rehkitzen bis zu jungen Fasanen und Feldhasen nehmen die Blühfläche als Deckung und als reichliches Nahrungsangebot mit vielen Leckereien gerne an“, berichtete er. Das bestätigte Hendrik Specht, Landschaftsökologe der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft, die das Saatgut zur Verfügung gestellt hat. Der Experte erklärte die spezielle Zusammensetzung der Blühmischung mit ihren verschiedenen Aufgaben.

Wie Berthold Tenkmann haben viele Landwirte im Rahmen des Projektes „Blühendes Band durch Bauernhand“ sie breite Streifen an Äckern nicht mit Feldfrüchten, sondern mit der speziellen Blühmischung eingesät. „Ein toller Beitrag der Landwirtschaft zum Natur- und Artenschutz und zur Förderung der Biodiversität“, betonte Alfons Rottmann. „Schade nur, dass die Blühflächen lediglich mit einer einjährigen Mischung eingesät sind“, bedauerte der Sprecher der Grünen. Es wäre wünschenswert, wenn eine große landwirtschaftliche Fläche für einen möglichst langen Zeitraum in ein blühendes Paradies für Insekten und Kleintiere umgewandelt werden könnte, meinte er.

Um dies zu verwirklichen, entstand die Idee, Horstmarer Bürger als „Blühpaten“ zu gewinnen. In Borghorst hat Landwirt Rainer Westers allen Interessierten angeboten, Blühpatenschaften zu übernehmen. „Die Nachfrage war sehr groß“, berichtete dieser beim Ortstermin in Horstmar. „Über 180 Paten hätten sich bei ihm gemeldet. Der Borghorster Landwirt hat die Fläche eingesät. Doch nach einer Blühsaison ist Schluss.

„Wir wollen in Horstmar noch einen Schritt weitergehen und eine Blühfläche über mehrere Jahre einrichten“, kündigten Rottmann und Tenkmann an. „Ein tolles Projekt“, fanden viele Teilnehmer und trugen sich in eine Interessentenliste ein. Die anwesenden Landwirte und Politiker freuten sich über den großen Zuspruch aus der Bürgerschaft.

Aufgabe ist es jetzt, die Rahmenbedingungen für eine mehrjährige Blühfläche abzustimmen. Dass sich der Aufwand lohnt, zeigten die vielen „Fluggäste“, die mit den ersten Sonnenstrahlen schon wieder in großer Zahl die bunten Blütenkelche ansteuerten.

Wer sich für das Patenprojekt interessiert, kann sich per E-Mail an Alfons.Rottmann@T-Online.de oder Berthold Tenkmann an Tenkmann@Horstmar.org wenden.

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