„Baumberger Orgelsommer“ rückt Kircheninstrumente in den Vordergrund
Orgelvirtuose beeindruckt Zuhörer

Horstmar -

Winfried Lichtscheidel aus Sendenhorst, vielfacher Preisträger als exzellenter Organist, gab anlässlich des „Baumberger Orgelsommers“ am Sonntagabend ein Konzert in der Pfarrkirche St. Gertrudis in Horstmar. Das zahlreich erschienene Publikum erlebte hochkarätige Darbietungen von Werken berühmter Komponisten, unter ihnen Johann Sebastian Bach (1685-1750), Robert Schumann (1810-1856) und Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847).

Montag, 26.08.2019, 18:00 Uhr
Winfried Lichtscheidel konzertierte brillant an der Orgel von St. Gertrudis.
Winfried Lichtscheidel konzertierte brillant an der Orgel von St. Gertrudis. Foto: Nix

Die Konzertreihe möchte architektonisch schöne Kirchen und ihre wohlklingenden Orgeln in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rücken. Das seit 1763 nach mehreren Umgestaltungen nun mit 36 Registern auf drei Manualen und Pedal ausgerüstete Instrument in St. Gertrudis imponiert durch seine Klangfülle, die sich im Gewölbe des Gotteshauses imposant entfaltet.

Bachs Fantasie über „Komm, heiliger Geist, Herre Gott“ aus den 18 Leipziger Chorälen zählt zu den Meisterwerken aus Bachs Weimarer Organistenzeit. Basis ist das gleichnamige Pfingstlied, dessen Melodie in Bachs Fantasie eine komponistentypische Monumentalkraft entfaltet.

Die Verehrung Robert Schumanns für den genialen Komponisten Bach hielt ein Leben lang. An seine „Sechs Fugen über den Namen Bach“ stellte Schumann selbst höchste künstlerische Ansprüche. Lichtscheidel spielte daraus die Fugen Nr. 2 „Lebhaft (B-Dur)“ und 3 „Mit sanften Stimmen (g-moll)“. Letztere besticht durch ihr getragenes Klangbild und die meditative Wirkung, die mit der Atmosphäre einer Kirche grandios in Einklang steht.

Die Sonate VI über den Choral „Vater unser im Himmelreich“ von Felix Mendelssohn Bartholdy fußt auf dem gleichnamigen Luther-Choral. Das Sonaten-Finale birgt für den Zuhörer eine Überraschung, wie es der Musikhistoriker Wolfgang Kostujak treffend beschreibt, denn „anstelle der bombastischen Klanggewalt des Allegro molto“ ist ein „seliges Andante – piano e dolce“ zu vernehmen. Ganz in Dur geschrieben sei die Sonate an dieser Stelle nur noch atmosphärisch mit dem Kirchenlied verbunden.

Den Abschluss des Konzertes bildete die Sinfonie Nr. 5 von Charles-Marie Widor (1844- 1937).

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