CDU Leer steuert bei ihrer Sommertour die örtlichen Friedhöfe an
Vier Begräbnisstätten bieten Vielfalt

HorstmaR-Leer -

Die Besichtigung der Leerer Friedhöfe hatte die CDU Leer im Rahmen ihrer traditionellen Sommertour auf dem Programm. „Wir versuchen, bei unseren Veranstaltungen immer aktuelle Themen zu berücksichtigen“, erklärte CDU-Vorsitzender Ludger Hummert vor dem Start der Radtour, die bei hochsommerlichen Temperaturen stattfand. Waren es in den vergangenen Jahren die heimischen Handwerker, die Kindergärten oder landwirtschaftliche Betriebe, galt das Interesse diese Mal den Leerer Begräbnisstätten. Davon gibt es vier im Dorf.

Freitag, 30.08.2019, 17:27 Uhr aktualisiert: 02.09.2019, 14:44 Uhr
Johannes Wickenbrock (l.) vom Altenclub Leer konnte viel über die Gräber in Leer berichten.
Johannes Wickenbrock (l.) vom Altenclub Leer konnte viel über die Gräber in Leer berichten. Foto: fn

Erstes Ziel war der Waldfrieden in der Alst. Anne Trindeitmar-Behr führte durch die Anlage und erläuterte die verschiedenen Bestattungsformen. Vor allem sei es wichtig, jeden in Würde und nach Willen der Verstorbenen oder Angehörigen beizusetzen. Die Form reiche vom stillen Begräbnis bis zum familiären in Anwesenheit aller Angehörigen.

Groß ist auch die Vielfalt der Bäume und der Urnen, die Hinterbliebene von Verstorbenen sich aussuchen können. Die Gäste bekamen auch Einblicke in die verschiedenen Grabarten und erfuhren dabei wie eine Bestattung erfolgen kann. Der Waldfrieden erfreut sich großer Beliebtheit. Davon zeugen mehr als 600 Beisetzungen in den vier Jahren des Bestehens.

Das zweite Ziel war der Friedhof am Haus Loreto, eine Begräbnisstätte der Schwestern von der Göttlichen Vorsehung. Er liegt unmittelbar am Wirtschaftsweg zwischen der Kreisstraße in Richtung Haltern. Die Radler erfuhren, dass die Gräber gleich groß sind und liebevoll gepflegt werden. Ein großes Steinkreuz ist der Mittelpunkt der Anlage, auf der auch der ehemalige Hausgeistliche Dr. Hermann Brinkmann seine letzte Ruhestätte gefunden hat. Er wirkte von 1938 bis zu seinem Tod im Jahr 1995 im Ordenshaus.

Schwester Lucina berichtete von den Bestattungen und Aufbewahrungen in der eigenen Kapelle. Sie liegt tief im Wald. Beim Gang durch die schmucke Anlage fand man auch das Kreuz, das zur Mahnung an den Zweiten Weltkrieg dient. Das Haus Loreto war während dieser Zeit ein Lazarett für verwundete Soldaten. Früher war das Kreuz am Portal der Kirche in Leer angebracht. Mit der Erweiterung der Kirche im Jahr 1929 hat es seinen Platz in Loreto gefunden hat.

Aufschlussreich fanden die Teilnehmer die Ausführungen von Schwester Lucina zur Geschichte und Entstehung des von ihr betreuten Museums im ehemaligen Landhaus.

Von Loreto ging die Radtour weiter zum Alten Friedhof in Leer an der Burgsteinfurter Straße. Seit 1958 gab es auf diesem nur noch sporadisch Beerdigungen. Die katholische Kirchengemeinde St. Gertrudis erwarb ein Grundstück am Nahen Weg. Dieses diente fortan als Begräbnisstätte, da es am alten Friedhof wegen des hohen Grundwasserstandes Probleme gab.

Johannes Wickenbrock vom Altenclub „Club der Gemütlichen“ hatte so manches über einzelne Gräben und dem früheren Leben der Verstorbenen von Leer zu erzählen.

Natürlich durfte beim Rundgang ein Besuch der Grabstätte des Bauernkönigs Schorlemer von Alst nicht fehlen, der 1895 verstorben ist. „Dieser Friedhof könnte ein Besinnungspark werden“, waren sich alle einig. Die Zeit reichte nicht mehr aus nicht, um auch den neuen Friedhof am Nahen Weg zu besichtigen. Ludger Hummert informierte die Teilnehmer, dass wegen zunehmender Urnenbestattungen viele Flächen auf diesem nicht mehr genutzt werden.

Beim gemütlichen Grillen am Pfarrheim klang der Abend schließlich mit vielen neuen Eindrücken für die Teilnehmer aus.

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