Verantwortliche Gremien des Leerer Dorfladens ziehen während Jahreshauptversammlung Bilanz
„Das Jahr nach der Achterbahn“

Horstmar-Leer -

Gut besucht war die Jahreshauptversammlung, zu der die verantwortlichen Gremien des Dorfladens in Leer nicht nur die Mitglieder, sondern alle Bürger eingeladen hatte. Dabei zeigte sich, dass die Einrichtung auf einem guten Weg ist. Allerdings müssen alle weiterhin an einem Strang ziehen und vor Ort einkaufen, will der Laden auch weiterhin zukunftsfähig bleiben.

Montag, 02.09.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 05.09.2019, 16:17 Uhr
Die Vorstandsmitglieder Hendrik Quandt (l.) und Klaus Rüße (2.v.r.) ehrten die Gewinner Marlies Greive (2.v.l.), Willi Helling (3.v.l.), Inge Hinkers-Kellers und Heinrich Horstmann. Die Versammlung in der Gaststätte Selker war gut besucht.
Die Vorstandsmitglieder Hendrik Quandt (l.) und Klaus Rüße (2.v.r.) ehrten die Gewinner Marlies Greive (2.v.l.), Willi Helling (3.v.l.), Inge Hinkers-Kellers und Heinrich Horstmann. Die Versammlung in der Gaststätte Selker war gut besucht.

Die Gremien des Leerer Dorfladens hatten zur Jahreshauptversammlung eingeladen, zum dritten Mal nicht nur die Mitglieder der genossenschaftlichen Einrichtung, sondern die gesamte Bevölkerung. „Jeder im Ort soll es wissen, wie wichtig ein Einkauf im Dorfladen ist, damit wir überleben“, begründete Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Rüße die Ausweitung auf alle Einwohner des Dorfes. Er freute sich über die sehr gute Beteiligung. So war der Saal der Gastwirtschaft Selker voll besetzt. „Das erste Getränk im Saal geht auf mich, das dienstälteste Aufsichtsratsmitglied“, überraschte Klaus Rüße die Teilnehmer und löste damit sein Versprechen ein, das er bei der Gründung des Dorfladens gegeben hatte.

Ulrich Ahlke, Vorsitzender des kürzlich gegründeten Vereins „WieWollenWirLeben?“, warnte in seinem Vortrag vor dem ständig zunehmenden Ressourcenverbrauch.

Dem Bericht von Klaus Rüße über das Jahr 2018 und die Entwicklung für 2019 war ein vorsichtiger Optimismus zu entnehmen. So wurde in 2018 ein Überschuss erzielt, den Florian Niehoff aus dem Steuerberatungsbüro Udo Schumacher vortrug. Dieser sei mit 739 Euro leider relativ gering gewesen, hätte aber um 3000 Euro höher ausfallen können, hätte es nicht die zwei Einbrüche gegeben, deren Schäden die Versicherung nicht ersetzt hätte, hieß es.

Vorstandsmitglied Hendrik Quandt bezeichnete das Jahr 2018 als „das Jahr nach der Achterbahn“. Die Umsätze hätten monatlich weitgehend über der anvisierten Grenze von 50 000 Euro gelegen. Dazu habe das Engagement der hauptamtlichen Kräfte beigetragen, das über das normale Maß hinausgegangen sei. Nur diesem „großartigen Team“ sei es zu verdanken, dass man bis heute dem eigenen Anspruch gerecht werden könne, und werktags durchgehend von 6.30 bis 18.30 Uhr geöffnet habe, stellte das Vorstandsmitglied unter dem Beifall der Anwesenden fest. Zudem lobte Quandt die Mithilfe vieler Ehrenamtlicher, angefangen beim Einräumen neuer Ware, der Organisation des Bringdienstes bis hin zur Unterstützung der monatlichen Rechnungsstellung und Lösung aller elektrischen und elektronischen Fragestellungen.

„Wir sind möglicherweise im Dorf angekommen, aber im Bewusstsein der Bevölkerung noch nicht“, gab Quandt zu bedenken. In die gleiche Kerbe schlug auch Klaus Rüße. Jeder könne „Botschafter“ für die Marke „Unser Dorfladen“ werden. Quandt, der beinahe seine gesamte Freizeit für den Dorfladen ehrenamtlich opfert, wurde neben dem Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Rüße besonders gedankt.

„Die aktuellen Umsätze sind gut, aber nicht zukunftsfähig“, mahnte Hendrik Quandt. Man erwarte eine Erhöhung der Strompreise, das Anheben des Mindestlohnes sowie weitere Kostensteigerungen in vielen Bereichen.

Die Besucher waren sich einig, dass der Dorfladen das zwischenmenschliche Leben im Dorf fördert. Es gebe zahlreiche Stammtische, die sich im Café treffen und das monatliche Grillen, immer durch örtliche Vereinigungen organisiert, sei jedes mal ein richtiges Dorffest.

„Das Anpacken und tatkräftige Handeln zeichnet uns im Ortsteil Leer aus“, formulierte der stellvertretende Bürgermeister Ludger Hummert, der den Dorfladen als „segensreiche Einrichtung“ für den Ort bezeichnete.

Die Regularien der Jahreshauptversammlung waren schnell abgehandelt. Aufsichtsrat und Vorstand erhielten jeweils einstimmige Entlastungen. Karin Drerup wurde in den Aufsichtsrat wiedergewählt.

Bei einer Verlosung gewannen Marlies Greive, Willi Helling, Karin Hinkers-Kellers und Heinrich Horstmann Präsentkörbe.

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