Pfarrgemeinde verabschiedet Diakon Reuver in den Ruhestand
Das Gemeindeleben mit geprägt

Horstmar -

„Kontinuität, Nachhaltigkeit, Stabilität und Neugier zeichnen Dich aus“, sprach Pfarrdechant Johannes Büll vielen Menschen aus dem Herzen, als er Diakon Franz Josef Reuver in den Ruhesand verabschiedete. Die Gemeinde nutzte die Gelegenheit zum Dank sagenwährend des Festgottesdienstes in der Pfarrkirche St. Gertrudis und beim anschließenden Empfang im Borchorster Hof.

Montag, 23.09.2019, 17:00 Uhr aktualisiert: 24.09.2019, 16:28 Uhr
In der voll besetzten Kirche in Leer verabschiedete die Gemeinde Diakon Franz Josef Reuver in den verdienten Ruhestand. Um diesen mit Ehefrau Ingrid lange zu genießen (kl. Bild), wurde ihm unter anderem eine „Rentnerbank“ aus Holz geschenkt.
In der voll besetzten Kirche in Leer verabschiedete die Gemeinde Diakon Franz Josef Reuver in den verdienten Ruhestand. Um diesen mit Ehefrau Ingrid lange zu genießen (kl. Bild), wurde ihm unter anderem eine „Rentnerbank“ aus Holz geschenkt. Foto: Franz Neugebauer

„Kontinuität, Nachhaltigkeit, Stabilität und Neugier zeichnen Dich aus“, sprach Pfarrdechant Johannes Büll vielen Menschen aus dem Herzen, als er Diakon Franz Josef Reuver in den Ruhesand verabschiedete. Die Gemeinde nutzte die Gelegenheit zum Dank sagen – und zwar während des Festgottesdienstes in der Pfarrkirche St. Gertrudis und beim anschließenden Empfang im Borchorster Hof.

Viele Hände musste der neue Ruheständler schütteln. Alle kirchlichen Vereine und Verbände sowie weltliche Vereinigungen waren gekommen. Ein Trost für alle von Reuver: „Ich werde nicht ganz gehen, sondern mit ein wenig minderer Geschwindigkeit mitwirken, wenn es gewünscht wird und dafür bin ich Pfarrdechant Johannes Büll dankbar.“

Doch er wird genügend Muße haben, sich auf der Rentnerbank, ein Geschenk der Pfarrgemeinde, auszuruhen mit einer Tasse Kaffee und dem so geliebten Pfeifchen. Dabei wird er es sich bequem machen können auf dem Schafsfell, das Prädikant Alexander Becker mitgebracht hatte. Er sei nicht das schwarze Schaf in der Gemeinde gewesen, sondern ein Vorbild für zwei Generationen. Auch nicht der Wolf im Schafsfell, sondern offen und nicht hinterhältig. Das dicke Fell habe ihm manchmal nicht geschadet. Pfarrer Dhaman Karanam erfreute mit einer wertvollen Kette aus Indien.

Die Pfarrkirche von St. Gertrudis war während des Festgottesdienstes komplett gefüllt. Fahnenabordnungen nahmen im weiten Rund des Chorraumes Aufstellung. Die Kirchenchöre beider Ortsteile unter Leitung des Dirigenten Raphael D. Marihart trugen zur festlichen Stimmung bei.

Pfarrdechant Johannes Büll skizzierte die vielfältigen Aufgaben des jetzt pensionierten Diakons. Dazu gehörte die Seelsorge in der Pfarrei, die von Krankenbesuchen bis Ferienfreizeiten, von Erstkommunionkatechese, Betreuung der Firmlinge bis Pfarreirat und Kirchenvorstand reichten. Hinzu kamen Aufgaben in der Landesarbeitsgemeinschaft Katholische offene Jugendarbeit sowie vielfältige Kontakte mit der politischen Gemeinde und nicht zuletzt im Rahmen der Ökumene.

„In deinen 36 Berufsjahren hast Du unser Gemeindeleben besonders bereichert und geprägt,“ stellte Bürgermeister Robert Wenking fest. Und ganz persönlich meinte Wenking: „Du hast eine Gelassenheit, die vorbildlich ist. Diese Charaktereigenschaft versetzt dich in die Lage, zuzuhören, nachzudenken und dann erst zu reagieren“. Er bedankte sich auch bei Ehefrau Ingrid für die Unterstützung ihres Mannes, denn schließlich wohnen beide im Borchorster Hof auf dem berühmten Präsentierteller.

„Warum bist Du nicht einfach Bauer geworden, denn Kühe geben keinen Widerspruch,“ habe sich Franz Josef Reuver, der vom Bauernhof stammt, manchmal am Beginn seines Berufslebens gefragt und ließ es die Kirchenbesucher wissen. Doch er habe in seinem Beruf mit wunderbaren Menschen das Leben teilen können. Ein Beispiel dafür seien die Firmlinge gewesen oder die Ferienaufenthalte in Brenken.

Negativ in Erinnerung geblieben sind ihm die tiefen Verletzungen bei der Namensgebung beim Zusammenschluss der Kirchengemeinde von Ss. Cosmas und Damian und St. Gertrudis. „Eigentlich haben wir uns ganz gern und arbeiten gut zusammen“, stellte er fest. Er prangerte Baustellen in der Weltkirche an wie Macht und Missbrauch, aber auch die fehlende Gleichberechtigung der Frauen.

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